Liebe dich selbst, denn sonst tut es doch sowieso keiner

Derzeit wird mehr denn je über Selbstliebe debattiert. Darüber, ob es übertrieben ist, sich immer total knorke zu finden und auch darüber, dass es voll OK ist sich awesome zu finden und das mit Hängetitten und Orangenhaut. Es wird über Medien gesprochen, darüber welches Bild einem als Kind von sich selbst und seinem zukünftigen ICH in den Kopf gepflanzt wird und außerdem das Dauer-Mantra runtergebetet, dass bei Instagram alles gar nicht so real ist wie es scheint.

Die erste Frage, die mir bei der ganzen Debatte sofort in den Kopf schießt ist die, ob ich als eigenständig denkender Mensch das Recht verwirkt habe, mit mir und meinem Aussehen absolut unzufrieden zu sein. Worin besteht der Unterschied zwischen dem was mir die Werbeplakate aufzwängen wollen und dem was mir nun die ganzen anderen Medien ins Gehirn scheißen? Die Einen sagen „Du genügst nicht du fettes Stück Scheiße, wie aus du siehst, wie rum du läufst.“. Die Anderen im Gegenzug säuseln mir ins Ohr, dass ich mich doch nicht so anstellen soll und es voll OK ist mit einem absolut beschissenen BMI in Hotpants rumzulaufen, denn du hast dich trotz Cellulite verfickt nochmal gut zu fühlen.

Dadurch erschließt sich mir aber nun eine Folgefrage. Ich für mich selbst habe beschlossen, dass ich mich scheiße finden darf. Ich darf in den Spiegel gucken oder an meinen Oberschenkeln rumdrücken und schluchzend jede Tüte Chips verfluchen und meine Gene sowieso. Nun aber die Frage zu diesem Schluchzen. Finde ich das nun nur hässlich, weil es mir von den Medien so suggeriert wurde, oder hätte ich es auch ohne die Bitches der H&M-Plakate so empfunden?

Ich kann mich daran erinnern, dass ich mich als Teenager immer zu dick fand. Ich war es nicht. Ich hatte den Pubertätsbabyspeck um die Hüften, der sich erstmal verteilen musste. Meine Reaktion auf dieses Unwohlgefühl in meinem Körper war, dass ich auch im Hochsommer mit langen Pullis durch die Gegend gelaufen bin. Ich habe geschwitzt und bin fast gestorben. Noch heute praktiziere ich solch Dummheiten. Geht mir mir an einen Strand. Wenn ihr einen guten Tag erlebt, dann kremple ich meine Hosenbeine hoch. Aber auch wirklich nur an einem sehr, sehr, sehr guten Tag.

Aber zurück zu der Frage woher dieser Selbsthass kommt. Die Erziehung konnte es nicht sein. Meine Mutter sagte mir nie ich sei zu dick und ich war für sie immer das wunderhübscheste Mädchen auf dem Planeten (neben meiner Schwester). Aber woher kommt das eventuell verschobene Selbstbild? Waren es die Filme und Serien oder auch die Kataloge, die regelmäßig von mir durchforstet wurden? Meine Mutter war sehr dick, weswegen sie bei Versandhandel wie Schwab, Quelle und wie sie nicht alle heißen am liebsten ihre XXL-Schlüpper bestellte. Diese Schlüpper konnte man nur in speziellen Katalogen für Fette bestellen. Sie sahen auch meist echt scheiße aus. Die Zelte für Babys hatten hässliche kleine Blumenmuster und sahen nicht gerade so aus als könnten sie bei egal wem Lust erwecken. Geiler waren noch die Miederhosen, die sie sich bestellte um ein bisschen Form in ihren weichen Laib zu bekommen. Hautfarbene Monster. Vielleicht ist sie ja hier zu suchen. Die Angst vor hautfarbenen Schlüpfern führt zu Selbsthass zwecks Angst vor „Noch ein Burger und zack wiegste auch über 100 Kilo und musst diese Unterhosen tragen und warum sprichst du so oft von Unterhosen!?!?!“.

Vielleicht ist es auch genau das. Oder ein nie überwundenes Pubertätstrauma, an welches im mich nicht erinnern kann. Ich weiß aber eins. Ich will endlich wissen woher sie kommt, meine Versagensangst was Optik anbelangt.

Einerseits würde ich gerne den fuck-you-all-Lifestyle zelebrieren und bauchfrei mit meinem Hüftspeck shakend durch die City stolzieren. Und jeder Freundin mit der gleichen Figur würde ich dazu raten und sagen „Go Girl, du siehst wunderschön aus.“, außer sie sähe in dem Oberteil scheiße aus, denn das geht dann nicht also so zwecks Farbe und Hautton oder dummer Print oder…. egal. Aber andererseits will ich mich optimieren dürfen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Und dann will ich mich auch wieder nicht optimieren wollen, weil das Leben ist kurz… ok, nicht mehr so kurz wie damals, aber naja kurz halt und das will ich mir nicht versauen mit Sport und Essen das nach igitt schmeckt. Ich will Pizza und Döner und Eis, Hergott will ich viel Eis.

Doch zum Grundkern des Textes. Was zur Hölle ist kaputt mit uns? Warum wollen wir uns ständig und dauernd gegenseitig sagen was das Beste für uns ist? Warum gönnen wir uns nicht unsere Fehler, unsere schwachen Momente? Warum müssen wir uns ständig toll finden und der Gewinner sein? Warum können wir nicht ab und an einfach Bock dazu haben uns anzugucken und uns so ganz filterlos hässlich zu fühlen? (BTW mag ich bei Snapchat die Tierfilter, denn die machen so ein schmales Kinn!!!)

Ja, ich verstehe die Notwendigkeit ein bestimmtes Bewusstsein zu schafffen.  Und ich weiß auch, dass es die Extreme gibt, die entstehen können. Ich bin aufgewachsen in einer Zeit in der es normal war, dass in einer Klasse mindestens vier Mädchen eine Essstörung hatten. Ich kenne die Probleme beider Seiten. Die derer die zu viel haben und die derer, die meinen noch weniger sei noch besser. Doch es missfällt mir, dass es ein pauschales verteufeln gibt von Menschen, die sich vielleicht einfach nur wohlfühlen wollen und dabei nicht in Extreme fallen. Es soll Leute geben, die finden Sport voll gut. Es soll auch Menschen geben, die auf ihre Ernährung achten, weil sie gesund leben wollen. Ich gehöre nicht dazu aber ich hab davon gehört. Wirklich. Ein Bekannter von nem Freund… Spaß beiseite.

Es soll sich jeder in seinem Körper glücklich fühlen, so wie er es tut. Doch es sollte auch jedem zustehen, sich selbst einfach mal scheiße zu finden. Weil er es kann! Ich für meinen Teil, finde mich schon so ein bisschen eklig, wenn ich im Sommer vor dem Wohnzimmertisch hocke, die Beine in einer NASA-Short angewinkelt und meine Oberschenkel die Optik einer Orange haben. Und das Recht dies an meinem Körper ungeil zu finden, möchte ich mir nicht nehmen lassen. Vielleicht könnt ich mal anfangen am Strand einen Badeanzug unter der Jeans zu tragen. Nur für alle Fälle. Aber wir wollen es auch nicht übertreiben.

Schlafende Pendler

Schlafende Menschen in der Bahn. Ich könnte sie stundenlang beobachten. Nicht weil sie lustig grunzen, mit weit geöffnetem Mund jede kleine Fliege inhalieren, die an ihnen vorbeihuscht, sondern weil sie etwas ausstrahlen, was mich beruhigt. Ich romantisiere den Moment, ich weiß. Die meisten Menschen schlafen in der Bahn ein, weil sie nunmal müde sind. Fünf Tage die Woche pendeln sie. Erst mit dem Auto zur Haltestelle. Dann eine Stunde in dem wackelnden Gefährt bis zum Ziel. Die Nacht zuvor wenig geschlafen weil Baby oder Party oder Gartenzaunstreichen bis der letzte Sonnenstrahl von der Nacht verschluckt wurde. Sie versuchen zu lesen oder zumindest einem Hörbuch zu lauschen. Die Müdigkeit haut ihnen mit einem Knüppel auf den Kopf. Doch mir sind diese Dinge egal. Ein schlafender Mensch strahlt Unschuld aus. Auch wenn die Träume in dessen Kopf morbide sein könnten, sie wären doch nur Träume und keine Realitäten, bei denen man vor Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. Das Gesicht ist entspannt. Nicht jeder sieht dabei schön aus, doch man hat das Gefühl, dass all die Last, die auf den Schultern dieser Pendler sitzt, abgeworfen wurde. Zumindest für einen kurzen Moment. Sie vertrauen. Einfach so. Den Menschen um sich herum, dass sie ihnen kein Leid antun. Sie vertrauen ohne die anderen zu kennen. Das alles strahlen sie aus. Ich möchte es aufsaugen und mitnehmen. Nicht schlafend möchte ich entspannt, unschuldig und vertrauend sein, sondern wenn ich wach bin. Doch dann hört man Geschichten. Handtaschen, die aufgeschnitten wurden, während man schlief. Fest im Arm gehalten. Vertrauen an der falschen Stelle. Und wenn man schon nicht mehr darauf bauen kann, dass einem im Schlaf kein Leid zugefügt wird, wie soll man das, wenn man wach ist!? Also bleibe ich wach, hellwach. Misstraue, bin selbst ein bisschen verschlagen, verdecke meine Karten, auch wenn sie miserabel sind. Der Nacken verspannt und jeder Muskel in Warteposition um schnell aufzuspringen oder jemanden anzuspringen. Für einen kurzen Moment, da beruhigen sie mich. Die schlafenden Pendler. Ich verliere mich in der Unschuld ihrer Gesichtszüge und schmunzle, ohne Wertung, wenn sie schnarchen. Ob ich selbst in der Bahn schlafe? Ich bin doch nicht bescheuert. Da sitzen so Psychopaten. Die starren einen an und wollen einem nur Schlechtes. 
  

Betrunkene sind auch nur…

Betrunkene sind seltsam. Es ist unterschiedlich, sie sind unterschiedlich in ihrer Seltsamkeit.

Bei manchen hat man das Gefühl, dass ihnen mit jedem Schluck aus dem Glas ein noch viel größerer Brocken von ihrer Seele purzelt und sie endlich der Vollidiot sein können, der sie nun mal sind, so tief in sich drin. Sie trinken und reden, plappern, werden redselig und bei manchen möchte man sich, wie ein Kind, die Finger tief in die Ohren stecken und Sepultura-Songs brüllen, nur um nicht noch tiefer in deren Innerstes zu gelangen, dass glibberig und so völlig entblößt vor einem liegt und gestreichelt werden will. Sie bewegen sich komisch und beginnen plötzlich zu tanzen, zu Liedern, die sie hassen.

Früher gab es draußen nur Kännchen. Heute gibt es dort die Männer mittleren Alters, die sich zur Feier des Tages die billigsten Zigarillos des Kiosks gegönnt haben. Paffend stehen sie da, mit glänzenden Augen und glotzen damit den Frauen in ihren engen Kleidern auf die Titten und die Ärsche. Vergessen dabei Frau, Haus, Baum, Kind. Vielleicht sehnen sie sich danach jung zu sein, so wie früher, was vergessen ist, denn jetzt ist man Chef oder zumindest irgendein Leiter von einer Abteilung, einer Ressource oder vielleicht auch nur der Blitzableiter von einem anderen, der über ihm steht.

Die Frauen, mit ihren kleinen Fältchen, die sie jeden Morgen aufs Neue verfluchen, kichern albern, wenn sie trinken und die Männer mit den Augen an ihren Ärschen haften. Sie fühlen sich begehrt, ausnahmsweise. Zu Hause gucken sie heimlich Pornos, manche fassen sich dabei sogar an und schämen sich nicht mal dafür. Sie wollen gefickt werden, wie damals, als es OK war, für fünf Minuten in der Dorfdisko auf dem Klo zu verschwinden. Es war nie schön, der Orgasmus so weit weg, wie der Prinz auf dem weißen Ross, aber sie fühlten etwas dabei und wenn es nur die kalten Fließen auf dem Rücken waren.

Junge Dinger hopsen dazwischen hin und her und feiern sich und ihr Leben und Millionen Möglichkeiten, die Tonnen an Zeit, die vor ihnen liegt. Sie sorgen nicht, sie sind einfach nur. Sogar sie fühlen sich von den Sabberblicken der Männer noch ein bisschen schöner. Sie spüren, wie die Alten ihnen die Jugend neiden und machen sich größer als sie jemals sein werden.

So betrunken wie sie sind, jeder für sich ein bisschen anders und doch im Kern gleich. Jeder von ihnen kehrt die größte Sehnsucht heraus, sobald die Promillegrenze erreicht und das Torkeln beginnt. Nähe wollen sie oder Aufmerksamkeit. Vielleicht setzen sie sich auch nur in eine Ecke, bedauern sich öffentlich, ansonsten tun sie dies nur alleine im Wohnzimmer mit der Fernbedienung in der linken und der Knarre in der rechten Hand. Doch bevor man abdrückt, schaltet man lieber weiter und sucht das Elend in tausend Kanälen um sich besser zu fühlen.

Nicht jeder Betrunkene wird akzeptiert. Es gibt feine Nuancen. Nicht jeder ist der perfekte Betrunkene und wird der Flirt bei dem Büromauerblümchen noch als niedlich empfunden, ist es bei der alternden Abteilungsleiterin nur noch peinlich und macht einen betroffen. Der laute junge Kerl aus der Postabteilung, der die Mädchen um sich schart und einen Drink nach dem anderen spendiert, ist der Held des Abends, während der Chef, der seinen Kollegen einen ausgibt, doch einfach nur Sympathiepunkte sammeln will, die dumme Sau.

Nüchtern betrachtet, sind Betrunkene doch auch nur Menschen. Vielleicht mehr, als sie es nüchtern je sein werden.

wenn Liebe nicht reicht

„Manchmal reicht die Liebe nicht.“, sage ich. Halte mich an einem Bier fest oder der Zigarette. Hauptsache beschäftigen und die Stimme ruhig halten, um nicht anfangen zu weinen. Wie vor einigen Tagen mit zu viel Wein und zu viel Hysterie im Kopf und im Herzen und vielleicht auch im Bauch.

Wir highfiven. Haben den Trend „Trennungsjahr“ sicher umschifft. Uns gefeiert, die fünf Jahre mit einem Essen und sich schick machen und dabei albern vorkommen. Der Moment gerade verdient aber kein Highfive. Sondern nur eine Klatsche. Ins Gesicht. Stimmen von Fremden, die dir flüstern, dass du doch glücklich bist und man doch das Kind nicht mit dem Bade ausschüttet und wie klug sie doch alle sind. Ich sage dir, dass ich nur möchte, dass du glücklich bist. Irgendwann. Und dir was fehlen wird. Irgendwann mehr als im Jetzt. Und du sagst, dass wir das dann schon sehen werden. Du jetzt glücklich bist, wir glücklich sind. Doch denkt vielleicht auch jemand mal an mich? Daran, dass es für mich noch schwerer wird, wenn wir Jahr um Jahr kaputt Diskutiertes vor uns herschieben wie den nötigen Frühjahrsputz. Ich dann vielleicht noch mehr zerbrechen könnte, als jetzt schon? Ich deine Augen sehe, dich erlebe wenn dich das umgibt was du gerne hättest, was ich dir aber nicht geben kann, weil … es gibt so viele Argumente, die dagegen sprechen.

„Wir müssen reden.“ Wir reden, schweifen ab, lachen, weichen dem Thema aus. Da liegt es. Das Thema. Auf dem Tisch. Ich stupse es an, es quiekt. Dieses Thema, die dumme Sau. Es könnte doch alles so schön sein.

Plötzlich wird wieder gut geschlafen. Auf der linken Seite des Bettes. Ich tauche ein und den traumlosen Dunst aus körperlicher Müdigkeit. Mehr geht nicht. Kein erholsam in dem Wort Schlaf zu finden. Manchmal reicht Liebe allein nicht aus. „All you need is love!“ ist für Teenager, die ein ganzes Leben vor den Füßen haben. Erwachsene haben ein „Mein Haus, meine Yacht, mein Auto…“ Sogar wenn es um die Liebe geht.

DOSENBIER UND DÖNER

Wenn man eine Freundin hat die veröffentlichende Autorin ist, zumindest geht es mir so, ist man stolz. Man selbst schreibt immer mal wieder, Blog, Twitter, Briefe, ein Buch für den Taufpaten des Freundes. Für ein „richtiges“ Buch reicht es meist aber nicht. Denkt man. Und findet das auch gar nicht schlimm. Vielleicht nur in dunklen, rotweinschweren Nächten. Da träumt man sich hinein in eine andere Realität. Da sieht man sich selbst mit wirren Haaren, Berge von Papier um einen herum. Eine Tasse kalter Tee neben dem Laptop. In die Tasse wird später ein kleiner Schluck Rotwein gefüllt. Zufrieden lehnt man sich zurück. Hat man doch gerade weitere Kapitel des neuen Buches fertig gestellt.

Aufgeweckt wird man aus diesen Träumereien vom Piepsen der Spülmaschine. Und so träumt man. Mal mehr, mal weniger.

Und eines Tages piept nicht die Spülmaschine sondern das E-Mail-Postfach. Der Inhalt der Mail 13 Worte und die Aufforderung daraus eine Kurzgeschichte zu schreiben. Und aus dieser Mail, der darauf folgenden Kurzgeschichte, entstand die Idee eines gemeinsamen Buches. Die Geburtsstunde von Dosenbier und Döner. Zusammen mit meiner Freundin Jasmin N. Weidner wird diesen Oktober ein Buch rausgebracht. Juhuuuu!!!
In diesem Buch wird es eine Sammlung von Kurzgeschichten geben. 26 davon haben als Grundlage 13 Worte des jeweils Anderen. Es geht um Menschen. Großstadtmenschen. Deren Leben im großen Ganzen und im Einzelnen. Mal laut, mal leise, manchmal ein bisschen trivial, aber immer anders.
Dieses Buch kann vorbestellt werden. Bei mir. Weil der Brighton Verlag großartig ist, gibt es für diejenigen, die das bei mir tun, ein special Extra oben drauf, exklusiv. Was liegt wohl näher, bei dem Titel des Buches, als … Trommelwirbel… eine Dose Bier. OH MEIN GOTT IST DAS AWESOME!!!!

Und weil wir, vor der Welt, wie sie momentan ist, nicht die Augen verschließen können und auch nicht wollen, haben wir uns überlegt, dass wir mit diesem Buch einen weiteren Beitrag leisten könnten. Die Tantiemen des Buches werden dieses Jahr zu 100% der UNO Flüchtlingshilfe gespendet.

D.h. ein Paket von Dingen die mir sehr am Herzen liegen. Ein Buch, ein Bier, eine gute Tat. Wie das alles funktioniert?

Wenn du gerne eine oder mehrere Ausgaben des Buches inklusive Dosenbier und dem Gefühl etwas Gutes getan zu haben, erwerben möchtest, schreib mir eine Mail an brbrlala[at]gmail.com. In die Mail dann gerne schon deine Adresse und die Anzahl der gewünschten Exemplare. Ich schicke dir dann meine Bankdaten und den zu zahlenden Betrag. Das Buch kostet 19,90 €. Für den Versand gibt’s ne Pauschale von 3,90 €. Leider muss ich auf Vorauskasse bestehen.

Also… nur Vorteile, wenn das Buch bei mir vorbestellt wird. Und im Oktober freuen wir uns gemeinsam über Dosenbier und Döner.

Für die Facebooker… hier so… Link.

Dosenbier

ICH BIN AUTOR!!! FUCK YEAH!!!!

Support what you love

Die Worte, die hier üblicherweise landen, handeln von Geschichten. Gedanken, die in meinem Kopf toben. Heute geht es um ein Gefühl. Um eine Idee. Einer anderen Person, weswegen es mir schwer fällt, wenn ich auf die leuchtenden Buchstaben der Tastatur blicke.

Essen. Ein grundlegendes Bedürfnis. Bei den meisten, fast allen Menschen. Immer. Man trifft sich zum Essen, stellt sich jeden Abend nach Feierabend, vor den Kühlschrank, die Frage, „Was um alles in der Welt esse ich heute?“ Wir laden uns Apps herunter, die uns vorschlagen, was wir zu uns nehmen könnten. Wir lassen uns Tipps geben, von Menschen die wir mögen, wo es die beste Pizza der Stadt gibt um festzustellen, dass der vorherige Italiener doch besser war. Und wie bei so vielen Situationen im Leben, z.B. wenn man in einer Achterbahn sitzt und Todesängste ausstehend brüllt „Ich will zu meiner Mama!!!!“, sehnt man sich doch genau zu diesem Essen zurück. Man will es erreichen. Das Mama-Niveau was die Zubereitung von Nahrung anbelangt. Und doch versagen wir. Es fehlt irgendwas und wir schieben es auf die Erfahrung oder die Portion Liebe. Aber vielleicht hapert es einfach nur daran, dass wir kein Talent haben und nunmal besser Essen bestellen können.

Wir sehnen uns nach wohligem Zurücklehnen und betüddelt werden. Nach Soße im Übermaß und Portionen, bei denen einem schon beim Anblick der Magen kollabiert. Für Instagram sind die fancy Portionen beim veganen Thai um die Ecke vielleicht ganz gut… aber was ist mit der Seele? Wäre die Seele nicht vielleicht glücklicher mit einem warmen und dampfenden Eintopf, der nach zu Hause schmeckt. Ein Gefühl, dass wir, weil wir so cosmopolit sind, gar nicht mehr kennen. Und in der Hauptstadt, da wo das Leben pulsiert, die Umtriebigkeit einen anstichelt und keine Rast in Aussicht ist, dort ist bald ein Ort an dem man einkehren kann, wenn die Sehnsucht nach Seelen-Essen groß ist. Denn nichts anderes ist es, was uns Muttis Futterstube bieten will. Soulfood.

1619511_1404674049788777_1245955407_nJeder will macro-micro-vegan-tight-shit-fuck-sind-wir-awesome-Essen anbieten. In stylischen Lokalen mit seltsamen Namen… aber eigentlich wollen wir nur mal endlich wieder ankommen, zu Hause, und uns wie ein Kind fühlen. Denn sind wir nicht die Generation der ewigen Kinder? Die, die jetzt statt Abends feiern zu gehen mal gemütlich Essen gehen.

Meine Mutter war keine große Köchin. Sie hatte keine Gerichte, die sie immer wieder für uns zubereitete, die wir immer wieder wollten, wenn die Frage im Raum stand, was es zu Essen geben soll. Hier war es meine Oma mit den dampfenden Pfannkuchen und dem wunderbarsten Pudding. Salat, den man nie vergessen konnte, weil er immer genau so schmeckte, wie man es erwartete. Die Soße zum Braten ein Gefühl von Wärme im Herzen.

Ein großartiger Mensch hat einen Traum. Ich liebe es, wenn die Wesen um ich herum es endlich schaffen ihren Träumen die wabernde Nichtigkeit entreißen und sie umsetzen dürfen. Ich unterstütze sie. Bands, die ich liebe. Autoren, die ich vergöttere. Und jetzt eine Köchin. Ein Wunderwerk. Nicht weil sie es schafft dreifach-gezwirbelten Mocca-Schaum auf drölfzig Schichten Rinder-Blabala zu verteilen, sondern weil sie die Wärme zurück ins Essen bringen will. Die Wohltat endlich mal wieder zu Hause zu sein. Da wo schön ist.

Wer wissen will was ich damit meine geht hier hin.

Wer noch weiter gehen will und das unterstützen möchte, geht hier hin.

Und nie vergessen „Alles Schlampen außer Mutti!“

Nice to meet you

Inspiriert von wunderbaren Texten wie diesem, jenem und dem hier, und Dank der Tatsache, dass ich nunmal keinen Alkohol mit Blubberblasen vertrage, zwingt mich mein Unterbewusstsein zu dieser Bestandsaufnahme. Wir werden sehen wohin das hier führt.

 

Ich rauche wie ein Schlot. Ich weiß nicht ob ich das wirklich mache weil ich es muss, oder weil ich es will, ob es der Genuss ist, der mich dazu bringt mir jeden Tag eine neue Schachtel zu kaufen. Ich hatte mit 16 eine Beziehung zu einem anderen Mädchen. Der erste Kuss fand statt als Stefan Raab im Fernsehen versuchte lustig zu sein. Ich lebte damals in einem Mädchenwohnheim und bediene hiermit alle Klischees. Ich versuchte mich selbst zu verletzen. Mit einer stumpfen Schere. Als es anfing weh zu tun, drückte ich ein bisschen Blut aus den kleinen Wunden und war zufrieden, kratzte so lange den Schorf von den winzigen Kratzern, sodass ich noch heute kleine Narben davon habe. Ich liebe das Geräusch von knisterndem Kandiszucker. Ich vermisse meine Eltern. Mal mehr, mal weniger. Beide weil sie tot sind. Manchmal spiele ich bewusst die „Ich bin ein armes Mädchen ich habe keine Eltern mehr.“-Karte aus. Danach schäme ich mich aber genau zu dem Zeitpunkt kann ich oft nicht anders. Ich habe gekifft, wäre einmal beinah dabei erstickt. Speed kenne ich nur aus dem kläglichen Versuch einen kleine Rest von einer Zeltplane wegzurotzen. Ich habe fast ein halbes Jahr meines Lebens damit verbracht mich jeden Tag zu besaufen und mit so vielen Männern wie nur möglich zu knutschen. Ich war verlobt und nahm es sehr ernst. Ich kann kleinen Babys kaum was abgewinnen außer ich habe einen persönlichen Bezug zu den Eltern. Wenn nicht, dann sehen sie für mich alle gleich aus und sind in meinen Augen das Gegenteil von süß. Ich habe in unserer jetzigen Wohnung ein eigenes Zimmer das eigentlich nur als Abstellraum dient. Ich kann mir Situationen sehr genau merken, die dort stattfindenden Dialoge, aber wenn ich aufzählen soll welche Autoren ich gerne lese, bleibe ich meist stumm weil ich mir die Namen nicht merken kann. Ich fuhr nur wegen Sex in eine andere Stadt um dort einen mir eigentlich fremden Menschen zu treffen. An die Dinge, an die ich mich aus meiner Kindheit erinnern kann, kann ich mich eben nur erinnern, weil sie mir so erzählt wurden. Ich mag Nähe von den richtigen Menschen und manchmal wird mir diese Nähe zu viel, sodass ich zum Monster mutiere, dass brüllend alles von sich stößt was sich im näheren Umfeld befindet. Ich habe wenige Freunde weil ich zu faul bin Freundschaften zu pflegen und weil ich weiß, dass alles endet, irgendwann, und ich es nicht ertrage, dass es so ist. Ich war ein einziges Mal auf einer Twitterlesung, hatte Herzrasen, trank ein Bier und verschwand dann ohne auch nur mit einer anderen Person zu sprechen. Ich hatte keine einzige Kinderkrankheit und habe jetzt panische Angst davor an eben solch einer zu sterben. Ich achte zu wenig auf meinen Körper und ich weiß, dass er mir das irgendwann heimzahlen wird. Ich gehe gerne auf Konzerte, hasse es jedoch mitten in der Menge zu stehen und mich von der Masse antreiben zu lassen doch genau jetzt so richtig abzugehen. Vordere Box rechts. Mein Platz. Seitdem mein Exfreund mit mir Schluss gemacht hatte, kann ich nicht mehr mit Geld umgehen. Vorher war der Dispo eine Sache die ich niemals im Leben anpacken würde. Ich habe studiert, bis zum Vordiplom, und habe dann beschlossen doch lieber arbeiten zu gehen. Meine Ausbildung habe ich gemacht nicht weil es mir liegt, sondern weil es sich zufällig ergab. Ich trage 6 Tattoos auf meiner Haut und jedes hat eine Bedeutung für mich. Ich würde mich gerne für Politik, Feminismus, Kunst, Poesie, etc. interessieren aber dann siegt die Faulheit. Ich esse gerne die Zitronen die man in das Glas Cola geworfen bekommt. Wenn ich versuche besonders leise zu sein, bin ich besonders laut. Ich habe eine 12jährige Katze und habe schon jetzt Angst vor dem Tag an dem sie stirbt. Ich bin ein Mädchen, dass sobald eine Kamera gezückt wird, kreischend die Hand vors Gesicht hält, oder den Stinkefinger zeigt. Ich wäre bei einem Backstreet Boys-Konzert beinahe verprügelt worden, weil ich gegen eine halbvolle Dose Bier getreten bin, die dann einen Halbstarken eingesaut hat. Ich habe mich noch nie geprügelt und könnte es wohl auch nicht, nicht mal wenn ich mich verteidigen müsste. Ich weiß, dass ich einen Jungen kennenlernte der mit mir immer in einen Holzschuppen ging. Wir hatten ein Geheimnis aber ich kann mich nicht mehr erinnern was das war. Ich weiß nur, dass es nicht richtig war was er mit mir gemacht hatte, weil er viel älter war als ich und ich nicht wusste was da passierte. Ich ertrage Beleidigungen jeglicher Art aber wenn man mir sagt ich sei dumm, raste ich aus. Ich war Mitglied in einem Eislaufverein, bei der Feuerwehr, in einem Volleyballverein und bei den Pfadfindern. Das Ausland kenne ich nur aus dem Fernsehen. Außerdem besitze ich kein Fernweh. Zu groß die Angst, dass ich mich nicht verständigen kann. Ich hasse es in unbekannten Lokalen die Toilette zu suchen, weswegen ich immer jemanden mitnehmen muss der mir beisteht. Ich musste bei der Polizei eine Aussage gegen eine vermeintlich beste Freundin machen und verzeihe ihr noch heute nicht, dass sie mich so belogen und betrogen hat. Ich twitterte darüber, dass ich mit einem ekligen Typen rummache der dann über Umwege diesen Blog fand und mich dann darauf ansprach. Ich habe mich nicht rausgeredet. Ich hasse den Sommer weil ich meinen Körper lieber in weiten dicken Pullis verstecke. Ich habe nichts gegen die Saisonterroraktionen wie Weihnachten, Valentinstag oder Ostern. Sie sind mir egal. Ich schreibe manchmal Menschen Dinge, für die ich mich nach ca. 5 Minuten selber ohrfeigen möchte. Ich möchte so viele Menschen treffen und kennenlernen und dann werde ich von mir selbst davon abgehalten indem ich mir sage, dass ich nichts zu geben habe was interessant sein könnte. Ich kann Menschen schnell einschätzen und wenn ich bei dem ersten Blick denke, dass dieser Mensch ein Arschloch ist, bestätigt sich das früher oder später. Ich bin 28 Jahre alt und ich weiß noch viel zu wenig von mir und von dem was ich eigentlich auf dieser Erde will.