Rote Tücher

Wenn die Welt rot sieht, dann ist es meistens nur die Sonne, die untergeht. Wenn ich rot sehe, ist dort ein Tuch. Es wedelt hektisch vor meiner Nase, reizt mich. Du bist es. Wedelst mit diesem Tuch. In deiner Welt steht es für Liebe. Ich spüre nur die Wut. Du verstehst mich nicht. Meine Ausraster. Meine emotionalen Eskapaden. Ich explodiere. Von Innen nach Aussen mit Wut und Zorn. Eskalation in allem. In kleinen Dosen kenne ich es nicht. Die Welt hört mich zu oft  schweigen. Zu abgestumpft bin ich. Doch dieses rote Tuch, ich fauche es an, ziehe mich daran hoch, steigere mich und knalle Türen. Möchte Porzellan zerschlagen und manchmal auch dich. Du holst irgendwann die weiße Fahne heraus. Sie ist rosa. Mit zu viel Liebe durchsetzt und ich fauche. Weil ich nicht gelernt habe anders damit umzugehen. Verständnis zu zeigen für die Gefühle anderer. Wenn meine Gefühle für mich nichts zählen, wieso sollten es dann die deinen? Schlagend und tretend weine ich. In mich hinein. Selten Tränen, die mein Gesicht zieren und mir den Charme einer gebrochenen Darstellerin einer mittelschlechten Liebeskomödie geben. Zu sehr Fratze, zu wenig Mensch. Ich zücke das Feuerzeug. Zünde das Tuch in deiner Hand an. Du verbrennst dich. Immer wieder. An mir, an meinen Flammen die aus den Augen bersten. Und alles was ich erhalte ist Liebe. Immer wieder. Verdient. Wer weiß. Doch nun sind die Tücher fort. Und ich kann aufatmen. Bis zur nächsten großen Wäsche.

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