MILF vs. AILF

Kinder. Immer wieder Kinder. Man ist 29 Jahre alt. Da ist es normal, dass man zugeschissen wird mit dem Thema Kinder. Sie springen einem mit ihrem pampersverhüllten Arsch ins Gesicht und dann sind sie da. Diese Kinder. Immer bei den anderen. Nie bei einem selbst. Denn man selbst will keine Kinder. Außer man ist betrunken und gerade ganz hart verliebt und guckt sich verträumt-verdreht in die besoffenen Augen und denkt sich „Warum nicht?“. Und dann sieht man auf dem Zettel für den Besuch zum Frauenarzt wie oft einem da Blut abgenommen wird, wie oft der Mann da Dinge in einen reinschiebt, da unten und rum und überhaupt, da unten rum, das wird doch zu Hackfleisch, wird einem erzählt. Besonders beim ersten Kind. Die zweiten und dritten Kinder, die fallen einfach nur raus. Nur kurz niesen. Und dann muss man sich kümmern. Schon wenn das Kind nicht da ist. Elternzeit und Elterngeld und Elternbla und Kinderzimmer und wie um alles in der Welt kann ich einen Job mit 42-Stunden-Woche halten in der ich so viel verdiene wie andere sparend zur Seite legen für schlechte Zeiten!? Und eigentlich ist es doch ganz nett. Dieses Menschen mit Kindern besuchen, dem Kind Geschenke geben, es angrinsen, es grinst zurück, man ist glücklich und vollgesabbert und zum Abschied wird nochmal geknuddelt und dann schnell nach Hause zum Kater, weil der auch schreit wenn er Hunger hat. Und dann fallen so Sätze wie „Und wenn wir dann mal Kinder haben.“ „Wenn du mal schwanger bist.“ …. Wennitäten. Unwahrscheinliche Wennitäten. Aber dann ist man nunmal 29 und dann wird man immer daran erinnert, dass man eine biologische Uhr hat und die müsste doch ticken und man müsste doch und es sei doch alles so schön und der Partner und überhaupt wäre das total fein, so ein Baby. Und man selber weiß nicht, was die Menschen da von einem wollen, weil man zufrieden ist nur Tante Bracka zu sein. Und man hatte noch nie dieses Verlangen nach all dem was andere haben sondern hat sich gefreut und dann war auch gut, weil man war zufrieden. Man ist es immer noch. Zufrieden. Aber man fragt sich dann manchmal, ganz still und heimlich, ob es vielleicht doch so sein sollte, denn man hätte ja Ziele im Leben und Werte, die man dann vermitteln könnte und dann die Welt besser machen könnte. Und der zusammengewürfelte DNA-Klumpen würde dies alles machen und vielleicht wäre genau dieses eine Kind, gepresst aus meinen Lenden, der neue Heiland. Jesus 2.0. Und ich dumme Ego-Sau… ich will kein Kind. Nicht weil ich reisen will. Nicht weil ich Karriere machen will. Nicht weil ich das Konzept Kind so richtig blöde finde. Sondern weil ich einfach nicht will. Genauso wie ich kein Haus kaufen will, keinen Führerschein machen möchte und auch kein Bedürfnis danach habe nach Indien zu reisen um mir in einem Loch die Innereien aus dem Leib zu scheißen. Ich will einfach nicht. Ich will Tante sein. Für den kleinen Lord. Für das Mohnkörnchen. Für das was vielleicht meine Schwester irgendwann produziert. Mamas sind Muttis. Tanten sind der heiße Scheiß. Und auch wenn es keine AILF gibt. Wer will schon von kleinen Teenagergören gerne mal durch die Kissen gejagt werden?!

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Ein Gedanke zu “MILF vs. AILF

  1. Ich will auch nicht und ich seh sie auch überall und ich soll doch. Ich bin 33.
    Ich weiß nicht, was daraus werden wird. Es wird sich zeigen, und dann ist es vielleicht gut, vielleicht nicht.

    Danke für deinen Blog, ich les schon lange mit und bis schwer beeindruckt.

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