Ich werde ein Internetstar

Heute ereilte mich eine wunderbare Mail die ich gerne mit euch teilen möchte. Es ist mir sehr wichtig als lest sie euch genau durch.

Guten Tag,

Mein Name ist Tim Sahl und ich arbeite für Hansen-Mediengruppe. Und wir
sind immer auf der Suche nach interessanten Seiten für eine Kooperation.
Und daher habe ich bei der Recherche Ihre Website bodensatz.wordpress.com
gefunden. Ich bin der Meinung, dass eine Zusammenarbeit vorstellbar ist.
Dies würde ein paar Vorteile und Nutzen nach sich ziehen wie beispielweise
den ein oder anderen zusätzlichen Seitenbesucher oder eine andere Art von
Entschädigung für Sie.
Vielleicht wäre denn ein Gastbeitrag möglich. Was denken Sie?
Besteht Ihrerseits denn prinzipiell Interesse?

Mit freundlichen Grüßen

Ich war begeistert. Aber schlussendlich entschied ich mich zu dieser folgenden Antwort:

Sehr geehrter Herr Sahl,

Sie können sich gar nicht vorstellen wie sehr ich mich über Ihre Email gefreut habe. Postwendend musste ich einen Screenshot Ihrer Mail bei Facebook posten und dies bei Twitter breittreten. Wer hätte jemals gedacht, dass jemand auf meinen kleinen, doch so unwichtigen Blog aufmerksam wird?

Nachdem mir mein Freund riet, den ich sofort zu Rate zog, wie ich weiter vorgehen soll, meinen Blog nicht zu verkaufen, wollte ich ihm Gegenargumente liefern.

Hierzu besuchte ich als erstes mein kleines Blöglein um zu zeigen wie Sie auf meinen Verbalrotz gestoßen sind. Als ich dann die Statistik meines Blogs befragte, legte ich meine Stirn in runzelige Falten. Mit welchen wirren Suchbegriffen Sie wohl dort gelandet sind. War es „Fisch mit gestreiften Socken“ oder doch eher eine der Sorte „ficke er sich weg“. Dann entsinnte ich mich, dass dort ja nur die Suchanfragen der letzten beiden Tage dargestellt werden und ich beruhigte mich wieder, da ich sicher bin, dass die Entscheidung mir eine solche Anfrage zukommen zu lassen, einige Tage der Überlegung nach sich zog, nachdem Sie meinen großgeistigen Blog entdeckt haben. Da ich nun meinem Freund handfeste Beweise vorlegen wollte, dass diese Anfrage so gar nicht bei den Haaren herbeigezogen ist, versuchte ich Ihr besagtes Unternehmen, über das seltsamerweise nichts in Ihrer Mail erwähnt wurde, via google ausfindig zu machen. Denn wir wissen wohl beide, da wir scheinbar beide gerne mal im Internet „abhängen“, dass alles was im Netz steht zu 100% der Wahrheit entspricht. Leider musste ich feststellen, dass google Sie nicht fand. Ich hasse google ab sofort. Habe ich beschlossen. So für mich. Auch Xing half mir nicht weiter. Nun bin ich verwirrt. Sollte mein Freund doch Recht behalten und diese Anfrage ist nicht seriös?

Lieber Tim, ich darf Sie doch Tim nennen!? Wir sind doch Onliner. Wir sind alle per Du. Sollte es vielleicht sein, dass Sie wahllos Menschen anschreiben? Sollte ich wohl enttäuscht sein, weil es nicht meine unvergleichlich schlechte Rechtschreibung und der Tagebuch-Stil meines halbtoten Blogs davon überzeugt haben sollte mir diese Mail zu schreiben? Sollte das alles nur ein dummer Trick sein?

Und jetzt mal Butter bei die Fische. Ich weiß nicht was sich Menschen wie Sie erhoffen wenn Sie solche Mails wahllos an Blogger versenden. Aber ich möchte Ihnen einen Tipp geben. Setzen Sie sich vielleicht erst mal mit dem Content auseinander, der in dem angeschriebenen Blog behandelt wird. Und wenn Sie schon dabei sind könnten, Sie sich auch mal damit beschäftigen wann die letzten Beiträge verfasst wurden. Halbtote Blogs sind nunmal halbtot.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner Email die Augen öffnen. Vielleicht ist es auch das Antibiotikum das aus mir spricht. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Jesus liebt auch Sie.

Mit freundlichen Grüßen

Bracka fuckin YEAH!!!

[Like a boss!]

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15 Gedanken zu “Ich werde ein Internetstar

  1. Ich wusste nicht, dass wir Besucher als Entschädigung gezählt werden … *snüff*

    Aber: Halbtot oder nicht, ich werde weiterhin alles lesen, was du hier schreibst, und ich freue mich über jeden neuen Kommentar.

    So. 🙂

  2. Diese Email habe ich auch bekommen. Aber von einer Frau mit der Anfrage sinngemäß ob ich etwas über Spiele posten möchte, weil ich dazu die passende Seite hätte ( ?????) Die Domain mit der Absenderadresse (hansen-mediengruppe) hat tatsächlich eine Homepage in D mit der Endung .de. Aber ohne Impressum, Namen, Ansprechpartner und auch noch technisch betrachtet mit Fehlern. Der Absendeort der Mail ist jedoch ein Server in Schweden, der offensichtlich zu dieser Firma gehört. Sucht man weiter, landet man in Luxemburg usw….., und dann verliert sich die Spur.
    Ich glaube, nach dem was ich bisher gefunden habe, steckt so etwas wie Onlinespiele, Casino oder ähnliches dahinter.
    Ich habe die Mail als Spam gekennzeichnet.

  3. Nein was geil, auch ich habe diese wundervolle Ehre erhalten..
    „Guten Tag!
    Da es leider Probleme mit unserem E-Mail-Server gab, wollte ich mal gerade
    fragen,
    ob Sie meine letzte E-Mail bezüglich einer Kooperation mit Ihrer Seite
    erreicht hat?
    Falls Sie die E-Mail nicht erhalten haben, finden Sie Informationen dazu
    auch auf unser
    Internetpräsenz unter http://hansen-mediengruppe.de/
    Ich würde mich sehr über eine kurze Rückmeldung freuen!
    Liebe Grüße
    Nils Ludwig“

  4. Sehr schöne, amüsante Antwort.Hab´ jetzt zum zweiten Mal `ne Mail bekommen. Glaube, ich antworte einfach mit dem Link auf diese Seite – wenn überhaupt.

    Product Placement in Form von Gastbeiträgen nehme ich an. In meinem Fall war es thematisch auch auf meinen Blog bezogen. Mein Blog bleibt natürlich weiter werbefrei.

  5. Die Jungs machen das in erster Linie für Verlinkungen zu ihren Inhalten um für Google Linkaufbau zu betreiben. Es ist denen also komplett egal, worüber hier geschrieben wird.

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