Irgendwas mit Wodka

Fremd ist er mir. Trotzdem sage ich ihm, dass ich Angst davor habe Kinder in die Welt zu setzen. Alles falsch zu machen. Er sagt mir, dass man zwei Möglichkeiten hat. Entweder man erzieht einen Kämpfer, oder ein Opfer. Frage was passiert, wenn man das Opfer erschafft. Spüle die Frage mit einer weiteren Portion Alkohol hinunter. Gelangweilt und angestrengt wirkt er. Er sagt mir, er würde zu viel denken. Er kenne die Leute nicht, alles sei verkehrt, die Musik, das Trinken. Ich brülle in sein Ohr, dass ich auch denke, mir das Denken aber wegtrinke.

Und während ich die Worte mit den Lippen forme, widerspricht mir mein Kopf. Nicht des Denkens wegen trinke ich. Der Alkohol soll mich ausradieren. Mein Wissen darüber, dass ich nie die sein werde, die ich so gerne wäre. Wenn die Augen fest verschlossen sind und ich mich selbst nur noch durch einen Nebelvorhang aus Promille sehe, ist die Gestalt, die ich erkenne, von zauberhafter Wunderbarkeit. Makellos und die Zuversicht streckt den Rücken.

Ein kurzer leerer Blick in ein weit entferntes Nichts, ein weiterer Schluck aus irgendeinem Glas und schon sind die lallenden Stimmungsmacherstimmen um so vieles lauter als der Sirenengesamg der großen Sorgen.

„Was wirst du Schlampe dich eigentlich beschweren? Dein Leben ein Ponyhof aus Zuckerwatte. Es läuft doch alles so gut. Undankbares Pack. Hier! Eine Runde Selbstmitleid. Kurze oder gleich die ganze Flasche? Wie das war zu viel? Wie kann das zu viel sein? Dein Leben ist dir zu lebendig? Willst du wieder zurück in deinen Kokon aus Verdrängen und Zukunftsdesinteresse? Ist dir das lieber? Bist du es nicht leid immer wieder an dem Punkt anzukommen an dem du dein Angesicht versteckst, aus Angst jemand könnte deine aufgemalten Sorgenfalten wegwischen? Du sagst doch immer alles sei gut. Wem willst du das mehr einreden? Dir oder den wenigen die dich begleiten?“

Weitertrinken und nicht mehr ich sein. Oder endlich ich sein können, qcohne danach eine Erinnerung zu haben wie ich nun wirklich bin. Der nächste Tag. Die Jacke in der Badewanne, die Haare die schmerzen und die Frage ob ich zum Opfer oder zum Kämpfer erzogen wurde.

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