Zittergedanken

Möchte alles gut machen. Möchte besser sein und werden. Gewinnen an Haltung. Die Erfahrungen nutzen und lernen daraus. Möchte der beste und rundeste Trauerkloß von allen sein. Allein sein in den Tagen ein Unding. Schlafen und trinken. Mich betrinken und ertrinken in den leeren Worten der Gedanken. Richtig sein, am allerrichtigsten. Die Sonnenstrahlen einsaugen und widerspiegeln. Tage vergehen, Sorgen verdrehen mir die Gelenke und ich wanke durch das „Es muss weitergehen“-Szenario. Auskotzen. Sorgenvolle Blicke von Fastfremden die mich fragen wie es mir geht. Und immer weiß ich nichts zu sagen. Fremde die meine Texte lesen und mir sagen, dass es sie bewegt. Für mich nur ein Ventil und alles was aus mir herausbricht ein Schwall heißer Luft. Das Leben geht weiter, ich sollte wieder hineinspringen in dieses Kümmern und Sorgen und wichtig sein. Für mein Umfeld. Mechanisch führe ich jede Tätigkeit aus. Antrainiert und doch verlernt. Sinnsuchend und eigentlich will ich nur ans Meer und mich ertränken im weiten Blick.

 

„Du musst mehr schreiben.“, sagt sie mir nachdem sie den Buchtext gelesen hat. „Mache ich.“, antworte ich ihr. In dieses Internet. Sie sagt mir es müsse mehr sein. Und nicht dort wo man nach fünf Minuten vergisst und Menschen nachtrauert die man keine fünf Minuten kannte.

 

Die Hände zittern die Worte in die Tastatur. Seit einigen Stunden hört es nicht auf, dieses Zittern. Vielleicht ist es der Hunger oder die Sehnsucht nach Nikotin oder vielleicht auch nur Einbildung.

 

Ich frage ihn ob er mit mir ans Meer fährt. Er sagt wir können das am Samstag machen. Doch eigentlich will ich jetzt dort hin. Sage ihm, dass es Blödsinn ist und plappere weiter. Wie immer.

 

Plötzlicher Wunsch die Elfenbeinturmprinzessin Stunde um Stunde zu umarmen. Ihr in tausendfacher Farbenart zu sagen, dass ich sie liebe. Auf diese Platon-Art. Vielleicht macht dies der Verlust. Vielleicht aber auch nur das Wissen, dass Dinge kaputtgehen. Irgendwann.

 

„Darf ich deine Sorgen sehen? Darf ich in deinen Schädel gucken um mit einem Staubwedel den Dreck zu beseitigen der dir das Denken verklebt!? Ich hole den Schrubber, das Putzzeug, die scharfe Variante, und dann wird grundgereinigt. Ach nein, das geht ja nicht. Stehe nicht auf dem Putzplan. Nächste Woche vielleicht.“

 

 

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