Wortklauberei

Mit weinverklebten Fingern aus Tagebüchern gerissen, zusammengeklebt und getippt. Alte Wertworte… uralt die Gedanken… kein Erinnern an das was war und doch so nah. [Texte verfasst im Jahre 2010… wieder gefunden]

Die Großstadt frisst meine Gedanken. Angewidert spuckt sie diese wieder aus, ist Besseres gewöhnt. Als würde man einem Sushi-Fresser und Weinschlürfer ein Happy Meal vorsetzen und dafür auch noch lobende Anerkennung erwarten, weil man sich doch so viel von der Mühe gegeben hat, die so schön hat geprickelt beim Kotzen durch die Nase…

Gummitwist spielst du mit meinen Nerven. Aber ich schlucke ohne danach zu spucken denn ich bin ein guter Mensch und Jesus liebt mich und der Kater und wer liebt eigentlich dich?

Leblosgesichtsmensch wurde ich. Regenrinnengedanken trommeln den Puls in meinen Kopf. Der Geist schläft keine Sekunde in der wachen Nacht. ADHS haben sie die Stunden… wie sie glitschig zwischen meinen Fingern durchgleiten. Hunger nagt an mir. Das Nervenkostüm ein Leinensack aus Blech. Verdautes ist unappetitlich und so weigere ich mich, dir ins Gesicht zu sehen. Zu durchgekaut die Diskussionen und Worte und Phrasen. Spiele leeres Gesicht, stelle mein Grinsen zur Verfügung und reibe meine Hand an Schwänzen. Menschen verfallen und alles mit Waren aufgefüllt was leergefressen wurde. Die Wirtschaft dankt. Kann ich atmen ohne zu denken oder werde ich an all dem Unausgesprochenen ersticken? Würge Worte bis sie blau anlaufen und zerbröseln. Sie sollen mir endlich ein Schweigen gönnen. Ruhe durch die laute Musik die mein Trommelfell punktiert. Darf ich vorstellen?! Das Regenmädchen, dass vor jedem Tropfen flüchtet als wäre er Möwenkot. Löwenmut auf die To-Do-Liste gepackt und doch so wenig zu tun, sodass man mit dem Stricken des Gedankenhorrors beschäftigt sein kann, ohne sich selbst den Weg zu verbauen.

Sitzen und mit sich selbst im Dialog. Die Stimmen verstellt. Vorhang hoch, runter, hoch, runter, rein, raus, raus, rein. Das alles im Kopf. Touristen in die Elbe geschubst um einen besseren Ausblick zu haben auf eine neugewonnene Trostlosigkeit. Schnell durch das T9-Verfeinerungsprogramm jagen um falsche Worte auszumerzen und am Ende ist der Text ein einziges „Es geht mir gut.“

„Was gibt es heute Abend zu Essen.“ „Es gibt Wein, baby, es gibt Wein. Schüttel dein stumpfes Haar für mich, es gibt Wein.“ In den Schlaf weinen oder verweinlicht auf der Strecke liegen bleiben, das eigene Blut auf der eigenen Zunge um sich überhaupt ein einziges Mal nur wieder zu schmecken. Wertminderungsgrenzen einhalten und Tode sterben bei jedem Gedanken ans groß werden müssen. Denn klein sein ist viel praktischer. Verstecken, schleichen, kriechen und schlechte Witze reißen auf Kosten guter Menschen um besser zu sein in einer Welt voller Donner und Groll. „Darf ich die Amsel in deiner Geschichte sein?“ „Es wird keine Amsel geben.“ „Genau aus diesem einen Grund will ich eben diese sein.“

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