Körperschau

27.09.2010

Ich bin nicht schön. Ich habe keine glatte Haut die im Sonnenlicht schimmert, sodass man sie nur zaghaft berühren will, weil man Sorge hat, dass man etwas zerstört. Kein langes glänzendes Haar. Keine strammen Schenkel und ellenlange Beine. Nichts an mir ist straff und Dellen zieren meinen traurigen Körper.

Wenn ich mit dir Sex hatte, wenn du mich von hinten tief und fest genommen hast, die Brüste, die nicht stramm am Körper lagen sondern sich hysterisch im Rhythmus deiner Stöße bewegten, dann war mir das egal. Ich verlor keinen Gedanken darüber, ob ich in diesem Moment einen flachen Bauch habe oder ob mein Hintern aus dieser Perspektive noch dicker erscheint. Ich dachte gar nichts. Ich fühlte mich plötzlich wohl in meinem Körper und wollte ihn dir zeigen. Leicht bekleidet durch die Wohnung laufen, deine Blicke hafteten an mir. Ich fühlte mich so begehrt wie nie in meinem Leben. In Unterwäsche das Geschirr spülen und alles an mir fühlte sich nach Sex an, wenn du bei mir warst. Du musstest mir nicht sagen wie geil du mich findest. Jeder feuchte Kuss in meinem Schritt bewies es mir. Immer und immer wieder.

Sobald du dich wieder zurückgezogen hattest in dein eigenes Leben, nahmst du auch dieses Gefühl mit. Die Tür hinter dir zugezogen und ich wurde wieder zu dem unansehnlichen Klumpen Menschenfleisch, das sein Sexappeal nur geborgt hat.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s