„Diebstahl“ oder „Ein Anfang“

Es gab Zeiten, da hatte ich ein anderes Blog. Es sollte schmalzig werden. Vernichtend für mich, weil ich Gefühle zeigte, die ich hatte. In mir. Diese Zwischenmenschgefühle. Aber es sollte keiner erfahren. Nun wird aus diesem kopiert. Es sind wenige Einträge. Aber es gibt sie. Und wenn ich fertig bin wird das alte Blog sterben. Denn diese Welt ist mir eine fremde geworden.  [Und doch kenne ich das Gefühl nur zu gut.]

Teil 1 [Zweitblogkopie 16.07.2010]

Männer. Noch nie mein Fall. Menschen allgemein. Zu sehr menschlich, zu laut, zu fordernd. Besonders wenn es um Gefühle geht. Will man nicht teilen. Oftmals nicht mal mit dem Menschen, den man vermeintlich liebt. All die Gefühle fest verschnürt auf den Rücken gepackt. Alles meins. Nur nichts preisgeben. In undurchsichtige Plastikfolie gewickelt um auch wirklich sicher zu sein.

Auch ich trug mein Päckchen. Vor der Brust um sicher zu gehen, dass mir keiner ein Loch in die schwarz glänzende Plastikhaut ritzt. Und dann kamst du. Sahst mir in die Augen, noch viel tiefer hinein, reflektiertest dich an meiner Schädeldecke und verschlangst mich. Mit nur einem einzigen Blick. Deine Augen, so dunkel und undurchdringbar, durchbohrten mich. Und als ich wieder bei Sinnen war und einen Kontrollgriff wagte, nach dem Paket vor meiner Brust, fühlte es sich leerer an. Du hast einen Teil gestohlen. Nervös packte ich jedes Gefühl einzeln aus um herauszufinden, welches den nun fehlt. Doch zu lange hatte ich sie versteckt. Vor mir selbst. Und keine Liste dabei, um das Inventar angemessen zu prüfen. Und so lief ich dir hinterher. Um mein Gefühl zurück zu bekommen. Denn kalt fühlt es sich plötzlich an. Vor der Brust. Dies schreibe ich dir. Damit du dich vielleicht erbarmst. Der Wärme wegen. Und mir zurück gibst, was ich vermisse. Mein Gefühl.

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8 Gedanken zu “„Diebstahl“ oder „Ein Anfang“

    • „Vielen Dank für deinen konstruktiven Kommentar. Das Supportteam wird sich asap mit deiner Anfrage beschäftigen.“ oder „Wie, ein Fragezeichen?“

  1. Wie das mit den Gefühlen so ist, sie sind in uns, wo sonst? Selbst ein Fragezeichen (in diesem Falle Ausdruck einer Verwirrung) oder eine, wenn auch berechtigte ironische Antwort (in diesem Falle durch Anführungszeichen hervorgehoben), ändert daran nichts.

    Habe unter „Schreibwunder“ übrigens jemanden gefunden, den ich schon länger „kenne“ und schätze. Ich erwähne ihn, weil Eure Blogs und auch Eure Schreibweise etwas gemein zu haben scheinen. Schade nur, dass „Alternativen“ ohne Kommentarfunktion läuft. (Er hat mir schon geschrieben, weshalb …)

    Mit konstruktiven Grüssen …

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