Perfektion

Perfektion. Ein Wort das immer und immer wieder fällt. Meistens nur meinem Kopf. Die Worte die nach außen dringen umzeichnen dieses eine Wort. Singen ein Loblied. Jeden Tag aufs Neue blicke ich in diese blauen Augen und es fällt mir nur dieses Wort dazu ein. Es ist … perfekt. Nicht nur meistens. Immer. Als wäre jetzt dieses Happy End auf das man 90 Minuten lang gewartet hat endlich da. Doch das Problem mit diesen Happy Ends ist, dass danach der Abspann kommt. Kein Hinweis wie man damit umzugehen hat. Ich stehe vor dem personifizierten Happy End und bin unsicher. Weil mir Hollywood nie gelehrt hat was man damit anfängt. Doch sollte ich es überhaupt so betiteln? Es mit einem Film vergleichen, der nur mehr dazu da ist um unsere schlaffen Geister mit ein bisschen fremden und unerreichbarem Leben zu beseelen.

Wenn ich nicht über meine Worte nachdenke male ich mit ihnen eine Zukunft. Eine gemeinsame. Es entstehen Bilder in meinem Kopf die ich vorher immer als idiotische Kleinkindwunschtraumvorstellung abgetan hatte. Und dann packt mich wieder die Angst. Das ich mir zu sicher bin. Das es passieren wird, dass die rosa Brille ihre Sprünge in den Gläsern bekommt und die Sicht so sehr vernebelt, sodass sie abgenommen werden muss. Und dann stehe ich vor ihm. In meiner Unvollkommenheit.

Als Teenager malt man ihn sich aus. Den perfekten Mann. Man bastelt sich oft eine schlechte Kopie aus dem was man kennt. Fernsehen und der Schulhof prägen ungemein. Und je älter man wird, desto klarer wird die Vorstellung und doch wird man immer kompromissbereiter. Weil man weiß, dass es die Perfektion nicht geben kann.

Und nun ist sie da. Die fleischgewordene Perfektion. Als hätte die BRAVO mir einen Starschnitt zugeschickt. Als hätte man mich in einen VHS-Kurs gesteckt in dem man lernt sich den Partner zu suchen, mit dem man sich ohne diese großen Wenns und Abers aneinanderschmiegt. Als hätte ich je gesucht. Gefunden wurde ich. Einfach so.

Ist es falsch, dass ich so denke? Sollte ich nicht die Fehler suchen bevor sie mich finden? Oder sollte ich wieder einmal nur meine verdammte Klappe halten?

Ich sitze im Auto neben ihm. Seine Hand auf meinem Bein und ich kichere. Als wäre ich 7 und ich würde das erste Mal händchenhaltend einen Schulausflug absolvieren. Und brüllen will ich. Jedem ins Gesicht brüllen, dass das hässliche Entlein zumindest einen Schwan gefunden hat, der es mit ihm aushält. Der die zerzausten Federn mag und den schiefen Schnabel. Der in mir die Perfektion sieht, die ich doch eigentlich gar nicht in mir trage. Es ist albern. Für dich und dich und vor allem dich. Weil dein Kopf nicht das weiß, was mein Kopf weiß. Weil deinen Augen nicht das sehen was meine sehen. Weil du nun mal nicht ich bist. Und das ist gut. Denn sonst würdest du neben ihm aufwachen. Und wie gottverfickt scheiße wäre das bitte?!

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Ein Gedanke zu “Perfektion

  1. Nein es ist nicht albern! Halt deinen Schwan fest aber nicht zu fest. Schön das ihr euch gefunden habt. Viel Glück wünsche ich euch…es ist doch einfach toll so ein Moment des unverbrauchten fast kindlichen Glücks enjoy it!

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