Herzenkotzkonfettimaschine

Und am Ende, ist alles ein ruhiges Atmen. Entspannte Gesichtszüge und doch dieses kleine Grinsen bis hoch in die Wangen wo dieses eine Grübchen ist. Tausend Gedanken toben in seinem Kopf. Manchmal sprudelt alles gleichzeitig aus ihm heraus. Die Ideen, die Weltanschauungen die oft nicht die meinen sind weil wir zum Glück doch noch Unterschiede in uns tragen. Als hätte er Gedankenschluckauf. Oft fehlt nur noch dieses hektische Zupfen an meinem Pullover. Dieses „Hörst du mir auch wirklich zu?“.

 

Er meint es würde reichen, wenn ich ihn nur einmal kurz berühre. Plötzlich wäre alles so ruhig. Als hätte ich einen Schalter an ihm gefunden. Und doch bin ich doch eigentlich nur da. Pure Anwesenheit ohne ein Ziel das verfolgt wird.

 

Wir sind eine herzchenkotzende Konfettimaschine, die sich an Wochenenden damit begnügt die Regale bei real abzugrasen. Wieder zurück in seinen vier Wänden schlafen wir immer wieder ein. Abwechselnd, gleichzeitig aber immer nebeneinander. Nicht weil wir uns langweilen, uns nichts zu sagen hätten, sondern weil wir es so wollen. Weil die Welt sich in den Momenten ruhiger dreht und uns eine Chance gibt aufzuatmen.

 

Erleben wollen wir beide. Vieles. Nicht nur miteinander. Auch getrennt um dann zu berichten. Weil es auch noch Welten gibt in denen man selber sein eigenes Zentrum ist.

 

Und immer wieder die Momenten in denen es sich anfühlt als wäre es nie anders gewesen. Und dann der Schreckensmoment, wenn man aufwacht und plötzlich nicht alleine ist. Weil man vergessen hatte wie es ist. Täglich ein Wundern darüber und dann wieder ein sattes Bestätigen des Unausweichlichen.

 

Er erzählt mir oft, wie viel doch passieren musste, dass wir jetzt genau an diesem Punkt sind. Und ich gebe ihm Recht. Fasse mein Leben in ein paar Minuten zusammen, still für mich in meinem Kopf und mache mir bewusst, dass das Leben ein seltsames Spiel ist das nie so funktioniert wie man am Anfang dachte. Als hätte man sich einen Toaster gekauft und bemerkt plötzlich, dass es doch eigentlich eine Waschmaschine ist.

 

Vorsichtig lege ich meine Gedanken auf sein Gesicht. Mein inneres Auge zwinkert mir selbst zu und weiß, dass es gut ist, was es da sieht.

 

Und doch immer wieder die leise Frage, ob es denn wirklich halten wird. Ob die Gefühle halten was sie mir versprechen wenn sie mit dem Sonnenschein um die Wette strahlen.

 

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2 Gedanken zu “Herzenkotzkonfettimaschine

  1. Ich hatte schon ähnliche Gedanken in meinem Kopf herumschwirren… und du schreibst sie auf und machst sie greifbar…ich bin fasziniert. 🙂

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