Brackaregime in da house

Manchmal, aber nur manchmal, habe ich das Gefühl mit mir zusammenleben zu müssen, fühlt sich an als wäre man dazu genötigt sich mit Adolf Hitler das einzige Doppelzimmer beim Schullandheimausflug zu teilen.

Die Diktatur der Bracka! Bajuwarische Barbarin deren einziges Ziel es ist dem jugendlichen Leichtsinn und der Spielfreude ihres Umfelds den Garaus zu mache. Bracka die Schreckliche. Die Unerbittliche. Zähnefletschend sitzt sie auf ihrem Thron aus Kinderknochen und schwingt ihre 20schwänzige Peitsche des Verderbens.

Voller Ehrfurcht tritt man ihr entgegen, die Haltung geduckt und bettelnd streckt man die Hände gen Himmel. Denn dort sitze ich auf der Wolke 7 und spucke Kaugummis und ausgelutschte Teebeutel auf das niedere Fußvolk das froh sein kann, dass es die selbe Luft inhalieren darf wie ich. Obwohl ich insgeheim mit dem Gedanken spiele auch das Atmen der Anderen auf ein Minimum zu beschränken. Denn bin ich doch eigentlich nicht gewillt die Kohlenstoff-Absonderungen dieser Wichte in meine wertvoll geteerten Lungenflügel einzusaugen.

In meiner kleinen eigenen Welt erscheine ich als Judas der Jesus derbe in die Eier tritt und der Trottel hält mir auch noch die Wange hin. Ich treibe den Kapitän der Titanic an, mal ein bisschen schneller als sonst durch die Weltmeere zu schippern, denn so einen kleinen Eisberg, den schubst man doch mit so einem riesigen Schiff einfach um. Ich bin das knutschende und raschelnde Pärchen neben einem, wenn man versucht sich auf die Ameisendoku zu konzentrieren, die man sich im Kino ansieht. Ich löse King Kongs Ketten oder noch besser, ich BIN King Kong. Wario, der Joker und Chuckie die Mörderpuppe strullen sich verängstigt in die Hosen, wenn sie meinen Namen hören, denn ich bin diejenige die ihnen zeigt was es heißt ein richtiger und wahrer Fiesling zu sein. Der Suppennazi ein kleines Licht im Gegensatz zu meinen Engstirnigkeitsavancen.

Ich klaue kleinen Kindern nicht nur ihre Lollies. Ich trample ihre Sandburgen kaputt und pinkle ihnen in ihre Saftflaschen. Ich setze mich kurz vor der Mittagszeit vor einen Kindergarten an die große Glasfront und schaufle ein Kilo Eis in mich hinein.

Alten Frauen an Ampeln helfe ich nicht über die Straße sondern drehe sie so lange um ihre eigene Achse bis sie ihr Gebiss auskotzen. Ich stelle mich vor katholische Kirchen und brülle „Maria war keine Jungfrau!!!!!“. Mit einer Sense bewaffnet stelle ich mich beim Freilufttag des Altenheims in den Garten und zwinkere jedem freundlich zu, der altersschwach an mir vorbei humpelt.

Nachts sitze ich in meinem Bett, leuchtend gelb meine Augen, den schwarzen Kater auf dem Arm und schmiede Weltmachtspläne bei denen Brain die Augen platzen würden ob des Einfallsreichtums den ich an den Tag lege.

Ich bin dir rote Königin, Darth Vader und Bill Cosby auf Speed.

Zumindest hat es oft den Anschein, dass ich genau so bin. Oder vielleicht noch schlimmer. Als würde ich mein Regime mit Haarspraydose und Feuerzeug im Anschlag verteidigen. „Bis einer weint“, ist mir zu wenig. „Bis alle bluten und um Gnade winseln“, lautet die Devise.

Aber eigentlich, ja eigentlich, da bin ich ganz anders.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Brackaregime in da house

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s