2010

Voller Aschenbecher. Kleine Bastelarbeiten um die Stimmung in Richtung Weihnachten zu schubsen. Schon vor 18 Uhr trinken denn es ist dunkel, man ist allein mit zwei Katzen, da darf man das.

Ein kleiner Rückblick? Man muss doch rückblicken, so kurz zumindest. Zusammenfassen ein Jahr voller Allem und noch viel mehr. Und weil es doch schon bald vorbei ist, dieses 2010 und ein 2011 auf uns wartet fasst man zusammen. Summiert wieder einmal das Gute und Schlechte und bastelt sich daraus ein Ergebnis. Stuft das Jahr ein, in der internen Jahreschartshow.

2010 erhält ein fettes „FHAT THE WUCK!!!“ von mir.

An die ersten Monate kann ich mich kaum erinnern. Also ein loses Sammelsurium an Gedankenfetzen.

Es gab Urlaub. Wien gesehen, Wien für unfreundlich angesehen und in Wien betrunken im Hotelzimmer gerülpst. Wien nicht meine Stadt. Wien mag meine pinken Haare nicht. Also mag ich Wien nicht.

Es gab Musik. Viel Musik. Großartige Musik. Es gab apRon weil ein Jahr ohne apRon ein totes Jahr währe. Es gab Bands und Jugendflashbacks. Rollin’ baby! Hüpfen und vor dem Backstage Werk stehen um Callejon zu hören. Keine Karten mehr gekriegt. Bis nach München fahren, zwei Stunden Fahrt. Auf der Fahrt dorthin mit dem Laptop auf dem Schoß um die Präsentation für die Vorstellung der Projektarbeit in den Kopf zu prügeln. Doch die Sonne blendete so. Also lieber Musik und ein bisschen dumm und jung sein.

Ein neues Tattoo. Das größte und schönste dieser sechs Körperverzierungen. Das sage ich wohl über jedes der Nachkommenden. Neue geplant. In meinem Kopf. Es muss etwas mit Hamburg zu tun haben. Doch noch so viel Zeit diese Stadt an mir zu verewigen. Denn so schnell wird mich Hamburg nicht los.

Ziele wurden erreicht. Prüfungen geschrieben und Prüfungen bestanden. Unglaublicherweise. Sicher schlechter als der Durchschnitt aber was soll’s. Vor allem wenn man damit rechnet, dass man es nie schaffen würde. Plötzlich ist man dann kein dummer Azubi mehr sondern ein dummer Arbeitnehmer. Die Präsentation der Projektarbeit ein verschwitztes Chaos aus Zittern und Stottern. Aber zum Lachen gebracht mit Flapsigkeit und dem Ich-Sein. Es reichte aus. Danach feiern im Hacklberger Biergarten mit Wurstsalat und Cola-Weizen. Noch mehr schwitzen aber glücklich sein.

Und dann waren da ja noch die Pläne. Die großen Pläne. Plötzlich wieder dieser Drang „Weg aus dem Kuhkaff-Umfeld, rein in eine große Stadt.“. Weit weg muss sie sein. Berlin eine Stadt in die wir uns verliebt haben. Hamburg eine Stadt an die ich mich nur noch vage erinnern kann, weil es ein kurzes Erleben nur gab. Und doch wurde es Hamburg. Vorhanden war sie, die Motivation. Aber lauwarm wurde alles umgesetzt. Ein bisschen bewerben, ein bisschen anstrengen und scheinbar reichte das. Viele Kilometer fahren um alles in nur drei Tagen fest zu machen. Nur ein Monat Zeit um dann alles zu organisieren und zu packen. Es ging so schnell doch genau das ist das Gute daran. Denn sonst hätte das Denken wieder gewonnen und man hätte es sich doch anders überlegt. Hamburg eine der besten Entscheidungen jemals.

Und dann gab es diese Menschen in meinem Leben. In diesem einem Jahr.

Die Wichtigste. Die, mit der ich die Reise antrat. Mit der ich jede gottverdammte Reise antreten würde. Vor dem Höllenschlund würde ich ihre Hand halten und mit ihr über das Wort „Busen“ lachen. Sie mein Depp zu meinen Gedanken.

Meine Schwester. Plötzlich verlobt. Ein anstrengendes Persönchen mit einem durchdringenden Lachen aber eben mein anstrengendes Persönchen. Habe sie zurückgelassen aber sie braucht mich nicht mehr. Nicht mehr so, wie sie es vielleicht noch vor ein paar Jahren tat. Und wir wissen, dass wir uns haben. Auch wenn wir uns das nicht immer sagen und zeigen.

Neue Menschen. Derer vier.

Maumau. Manchmal möchte ich ihr einfach mit dem blanken Arsch in ihr Gesicht mit den großen Augen springen. Sie sorgt sich um zu vieles und bemüht sich so sehr. Kenne sie erst so kurz und es ist als hätte es sie nie nicht in meinem Leben gegeben. Die WG. Dank ihr haben Lela und ich ein zu Hause gefunden in der großen Stadt. Sie sagt mir wo es am Jungfernstieg kostenloses Wlan gibt und sie teilt ihre Sandwich-Toasts mit mir. Sie das Mädchen unter uns Halbkerlen.

Bert. Die Frau im Arbeitsterror. Wenn man uns sieht denkt man nicht, dass es passen könnte. Doch sie ist der ruhige Punkt im „Ich hasse diesen Job“-Konstrukt. Beide ziehen wir uns gemeinsam runter um uns dann gemeinsam an den Haaren wieder hochzuziehen.

Und dann der Mann aus der anderen Stadt. Der mit dem ich meinte meine sexuelle Unabhängigkeit feiern zu können. Ein verschwitztes und ein regennasses Wochenende. Vermisse vieles an dem was uns verband. Vermisse den Menschen ein bisschen weil es nicht mehr so ist, wie es war. Weil es sich anfühlt als wäre es nur noch purer Anstand der die Kommunikation lenkt, wenn sie denn stattfindet.

Und dann gibt es ihn. Den Kerl. Gut! Besser! Gottverdammt noch mal am Besten! Das i-Tüpfelchen und das personifizierte „!!!!eins11!!!!!“.

Negativ? Dicker bin ich sicher geworden. Schlimmste Dickbackenzeit als die Zähne nicht so wollten wie ich es wollte. Krankenhausaufenthalt von Familie. Und der Gedanke, dass es schon wieder von vorne losgeht. Nur mit einem anderen Namen. Vermissen dieser Frau die immer noch in einer Urne liegt. Möchte ihr doch alles zeigen. Alles Neue und ihr endlich einmal zeigen wie ich bin, wenn ich zufrieden bin. Weg von dem Zynismus-Ich hin zur kotzwürdigen Glückseligkeit. Doch vielleicht weiß sie Bescheid.

Ein Jahr in ein paar Worten. Es ist so viel mehr passiert. Kleinigkeiten die mich zum Weinen und zum Lachen gebracht haben. Doch eigentlich zählt nur das Jetzt.

In dem Jetzt sitze ich auf der Couch, höre apRon, warte und trinke. Bin glücklich. Das war mein 2010, biatches!!!

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