trail and error

Schreiben möchte ich so viel. Über dieses Jetzt und Hier. Tagebuchseiten zum Bersten gefüllt mit Gedankenfluff, der heraus will aus dem Gehirn das von Tanzmelodien durchdrungen ist. Zu viel passiert in den letzten Wochen und alles bezieht sich auf diese eine Person. Doch dann hängt noch etwas dran. Etwas, was größer ist als alles andere davor und daneben und darüber. Und so behält man alles für sich. So ein bisschen. Beschränkt sich auf analoge Buchstaben auf analogem Papier, um es erfasst zu haben. Zumindest raus aus diesem Kopf.

Immer noch staunend weil alles so surreal ist. Der Moment an sich, er fühlt sich echt an. Als füge sich etwas zusammen was so sein sollte weil es schon immer so sein musste. Gedanken daran, was alles passieren musste, dass genau das jetzt passiert in meinem Leben. Unfassbar wie es mit mir spielt, dieses Leben. Und nach Jahren purer Dürre diese Übersättigung an Zufriedenheit die macht, dass ich singe. Summend die Rolltreppen zur Arbeit erklimme und mich über die traurigen Gesichter wundere.

Ich vertrete noch heute die Theorie, dass man sein Lebensglück nicht auf einen Menschen ausrichten sollte. Daran halte ich fest. Krampfhaft ein Schild in der Hand auf dem geschrieben steht „Du musst lernen dir selbst zu genügen.“. Das hatte ich gelernt. In den vorangegangenen Wochen. Mich nicht zu definieren durch einen Job, eine Beziehung oder ähnliches, sondern mehr durch das Leben das mich umgibt. Und das Leben ist gut hier und füllt mich aus. Doch dieses i hat ein Tüpfelchen gefunden.

Oft sitze ich mit großen Augen da und kann es nicht begreifen. Die Situation an sich. Weil nie etwas dafür sprach. Mein Kopf sagte mir, dass es nie sein könnte und bis vor kurzem wollte mein Kopf das alles auch gar nicht. Ich war nie diese stolze Variante dieser Menschengruppe. Ich war es einfach und nahm mein Schicksal an. Ich hatte mich damit abgefunden. Es abgeschlossen. Nachrichten verfasst in denen es darum ging, dass man für Gefühle der zwischenmenschlichen Sorte nicht geschaffen ist. Ein kleines Lodern bei einem Mann bei dem man dachte man sei nur ein Objekt der Begierde. Als würde man zu viele Fehler haben um mehr zu sein als Vorlage. Und man fand wieder die Bestätigung. Darin, dass man nie genügen würde. Und plötzlich der Hype. Um meine kleine Person. Große Augen. Immer.

Ich die Droge. Bewirke Dinge, löse sie aus und genieße es dabei zuzusehen wie ich wirke.

Erzähle ich zu viel? Überschreite ich eine Grenze? Muss ich mich in dem Fall zurückhalten? Weil es verletzen könnte? Oder vielleicht weil es nicht verstanden wird, dass ich so offen ausbreite was mein Innerstes mir vorgibt.

Küsse die Farben haben. Kribbeln und Begierde. Hack. Immer wieder dieses plötzliche Einschlafen, weil die Tage zu anstrengend und das Zufriedensein ist wie gutes Essen das einen ermüdet.

Ich laufe an Spiegeln vorbei. Immer nur dieser eine kurze Blick, denn immer noch erträgt der Geist nicht mehr, weil das Fleisch zu schwach ist. Und dann die Verwunderung. Ich mag rosa Brillen. Sie verzerren so schön. Lassen Pockennarben zu Grübchen werden.

„Der ist gut. Der ist sehr gut. Fuck, der ist zu gut!“ Gedankengänge. Am Anfang. Es wäre so passend und stimmig von Außen. Ein „Halt die Fresse!“ von mir. Jetzt vergessen und immer noch die Angst für immer was kaputt gemacht zu haben. Nicht in mir aber um mich. Denn ich bin und bleibe der Elefant der im emotionalen Porzellanladen Vasen zertrümmert. Vielleicht könnte ich mich beherrschen. Vielleicht rede ich mich heraus mit diesem, dass ich es nicht besser weiß.

Eine Flasche Wein und ich. Zwei Personen und ich. Ohne die eine gäbe es die andere nicht in meinem Leben. Der Vertreter der Schicksals-Theorie würde sagen, dass es so kommen musste. Die Zusammenhänge so komplex und doch so simpel gestrickt.

Und am Anfang war ich doch nur Bracka. Die, die beschimpft wurde, beschimpft hat. Die, von der man erwartet hatte, dass sie in Asiletten vor einem steht. Und man hätte es verstanden und befürwortet.

Bin ich euch zu positiv? Kotze ich euch an? Soll ich leiden für euch damit ihr mehr habt davon? Euren Weltenhass verbalisiere und mich wälzen in einem Unwohlgefühl das mich zerfrisst?

Ich bin es. Wusstet ihr das? Und immer wieder die Angst, dass die Worte nur eine Kopie einer Kopie einer Kopie sind. Doch so geht es jedem Neubeginner. Diese Sorge, nur etwas zu füllen was vor Leere schreit. Doch diesmal ist es die Kopie eines geliebten Originals. Eines Menschen dessen Worte mich schwerer treffen als jeder Schlag der Harburger Schlägergang.

Liebe. Deutlich. Zumindest für eine der beiden ist sie klar. Und wurde durch das alles noch klarer. Selbst in das Fleisch geschnitten um vermeintlich zu schützen. Konnte die Band nicht hören in den Tagen in denen alles so war wie es war. Wo ich mich leer fühlte und trank. In meinem Zimmer allein mit mir und meinen bitteren Tränen. Die Gegenseitigkeit verleugnend weil nur dritte Wahl.

Barbara lernt fühlen. Wieder. Hatte es nie richtig verlernt. Doch nun fühlt es sich seit Langem wieder richtig an.

Bunte Gedanken, Fast-Food-Romantik, blaue Augen die sich gegenseitig betasten.

Ein Anfang. Einer der unbekannten Sorte. Weil es nie so war. Vielleicht ist es so richtig. Trail and error!

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3 Gedanken zu “trail and error

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