Happylydeppyly

Guten Tag. Mein Name ist Bracka und ich bin glücklich.

Ja wie jetzt? Kein tosender Applaus der mir die Kopfhaut wegsäbelt? Wo sind die Standing Ovations, das Konfetti und die Brausebonbons? Ich will Glimmerflimmer der vom Himmel prasselt und Sektkorken die knallen. Hallo? Jemand zu Hause? Huhu?????!?!?!?!?

Für all diejenigen die es nicht wissen. Glücklich sein ist anstrengend. Für einen selbst und auch für das aggroverwöhnte Umfeld. Ich möchte nun berichten von meinem gestrigen Tag. Es wird nicht leicht für euch das alles zu ertragen. Wer nach diesem Bericht psychologische oder chirurgische Hilfe benötigt, weil er sich ein Messer ins Auge gerammt hat, der darf sich selbst um selbige kümmern. Bin doch nicht eure Mutti. Aber du musst da jetzt durch. Nur damit ihr Bescheid wisst wie das ist mit diesem „glücklich“. Ihr seid ja alle Blogger und Twitterer. Glücklich sein das macht sich immer so schlecht in der Timeline. Und was ist bitte ein Blog ohne Emo-Mädchen-Posts? Eben!

Der Tag begann mal ziemlich beschissen. So gestern jetzt. Ich hätte fast verschlafen. Wachte nur dank dem Wecker meiner Mitbewohnerin Maumau auf, der sich einen Gang und ein Wohnzimmer weiter weg befindet. Man beachte die unglaubliche Lautstärke dieses Geräts und die Tatsache, dass besagtes Kartenspiel momentan in Berlin verweilt. Ich fragte mich kurzzeitig ob er deswegen so wild und laut vor sich hinweckerte. Weil sie auch in Berlin gerne mal früh von Radioklängen geweckt werden wollte. Zähneputzen, ein paar mal auf die Katze treten, am Zigarettenrauch verschlucken, das Übliche eben. Gehste raus, siehste Schnee. Merkste, dass die Hamburger keinen Sinn sehen in dem Entfernen dieses Schnees, von ihren Gehwegen. Stapfst so vor dich hin. Haste keine Musik weil die Kopfhörer getrennte Wege gehen. Nach drei Tagen Urlaub erster Arbeitstag. Ja mal so was von beschissen. Ein Donnerstag der ein Montag war.

Im Büro ankommen, Kaffee auf dem Ärmel verschütten, falschfreundlich grinsen, frieren (eine Tätigkeit der man den Rest des Tages frönen wird) und so viele Anrufe wie noch nie in der kurzen Karriere des Telefontantenjobs.

Und dann passiert es, dass der Teamleiterwoohoochefheini zu einem sagt „Los Bracka, jetzt gehste nach Hause.“ Eine Stunde vor offiziellem Feierabend. Babyyyhyyyy!!! Und plötzlich spürt man so eine Hitze am Gesäß. Die Sonne schien mir wie wild aus dem Arsch und ich hoppste grinsend durch den Schnee. Es schneite. Störte mich kein Stück. Weil es ist nämlich Hamburger Schnee und kein Bayerischer Wald Schnee. Deswegen ist der cooler und besser. Und dann gehste in so einen Shoppingtempel, grinste die Leute an, die halten dich alle bescheuert und das erheitert dich so, sodass du noch mehr grinsen musst. Weil Hamburg, man! Am Jungfernstieg stehen und sich denken „Hamburg! Ich!!!“ Die geilsten und teuersten Tassen deiner bissherigen Tassenerfahrungswelt kaufen. Zwei Stück. Freude zum Teilen. Und vor allem, wenn du dann nach Hause kommst, dann gibt es Fleisch. Gebraten. Im Backofen. Mit Knödel und Soße. Geil, wa?

Zu Hause biste dann die die ganze Zeit um rumhampeln. Du singst und kicherst und ab und zu brüllste auch nur so vor dich hin. Schnell mal eine Runde knuddeln und dann davon berichten, dass der Popo tanzt und das man deswegen nicht schlafen könnte. Schüttelst ein paar mal demonstrativ damit herum und keine Sau versteht was eigentlich mit dir los ist. Aber hey. Hamburg, Fleisch, früher frei und bäm, ich besitze einen türkisen Bilderrahmen und habe Sex.

Erschreckend in solchen Momenten immer dieses „Oh oh! Die Bracka ist kaputt. Die ist so … fröhlich!“

Und so summte und wackelte ich gestern den restlichen Abend vor mich hin. Vollgefressen und verdammt glücklich. So ist das. Dieses glücklich sein. Crazy shit!

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2 Gedanken zu “Happylydeppyly

  1. Oh ich find das toll!

    Und wenn sich Leute über einen glücklichen Menschen wundern, stimmt etwas nicht mit ihnen.

    ich wünsche dir noch einen wunderschönen Sonntag voller Konfetti-Glitzer und Geigen am Himmel! ✿

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