Wirrwort

Reden. Den ganzen Tag reden. Wie Kaubewegungen. Nur mit Sprache statt Speiseresten die aus deinem Mund geschleudert werden.

Gehen. Absolut ziellos umherirren und keine Ahnung haben wohin es einen treibt weil man doch eigentlich nur einen Ort sucht um ein Bier zu trinken an dem man die klammen Hände wärmen kann.

Schwer wiegt das schwarze Buch in der Tasche die man mit sich herumschleppt. Zu viele Worte und wirre Gedanken die man viel zu langsam abschreiben kann, wenn einem das Gehirn vorgibt, dass es Zeit für eine Runde Output ist.

Schockgefrorene Gesichtszüge, die Hände tief in den Hosentaschen. Keine Finger die man suchen kann. Nur die eigenen Beine mit Gänsehautnoppen übersät.

Man hetzt ohne Ziel vor sich hin. Wird angetrieben. Stillstand erträgt man nicht. Nur ein kurzes innehalten um sich zu orientieren. Man merkt, dass man keine Ahnung hat, wo man jetzt eigentlich ist weil die Stadt nunmal noch immer fremd ist obwohl man sich mehr zu Hause fühlt, als man es am Geburtsort getan hat.

Zu viele Diskussionen die Tage. Verständnis zeigen und erwarten. Immer wieder dieses „Da müssen wir jetzt aber darüber reden.“ Dauerkommunikation auf GZSZ-Niveau. Sozialpädagogengewäsch und Informationsoverkill.

Neue Menschen, neue Gesichter, neue Gefühle, neues Fick-dich-Betteln im eigenen Blick. Zu viel Zufriedenheit schadet der Kreativität die doch nur der Versuch ist, sich endlich auch mal besonders zu fühlen. Und im Kopf singt ein kleines Stimmchen „Die motherfucker, die!“ ohne eine bestimmte Person zu meinen.

Kiez. Ein Ort an dem das Ausweichen erfunden wurde. Und ich mittendrin. Die Perfektion des Ausweichens. Ducken, antäuschen, davonlaufen. S-Bahn-Geschichten, Arbeitsgeschichten, Einkaufsgeschichten. Literatur gemischt mit Kotze. Hirnschnodder und zu selten der tiefe Schlaf.

Mit der Katze in Löffelchenstellung einschlafen.

„Ich habe mir eine Männerschlafanzughose gekauft. Wenn ich schon keinen Freund habe oder mich morgens am Sack kratzen kann, will ich wenigstens in übergroßen Hosen rumlaufen.“ Pullover mit Tieren drauf kaufen und sich fühlen wie zwölf. Innen wie außen.

An den Landungsbrücken stehen und schmachten. Nichts vermissend. Weil es etwas ist, was man vielleicht teilen möchte, es aber nicht unbedingt teilen muss. Der Blick auf die Elbe und die Welt atmet mit einem im Einklang. Bittere Kälte um einen, die Finger in den überteurten Kaffeeersatz gesteckt um noch mehr zu fühlen. Zumindest körperlich wieder anzufangen sich zu fühlen und aufzuhören seinen Körper als wertlose Hülle mit zu viel Hüftspeck zu betrachten.

Bilder malen mit Männern die Scheren im Kopf haben. Hatecore schreiben und sich fragen wann die Phase der Schmiereien denn endlich mal ein Ende findet.

„Wenn du so Dinge aufschreibst, in so ein schwarzes Buch, schreibst du da Tagebuch?“ „Nein Herr Dozent. Dort schreibe ich Ihre wundervollen Informationen auf um sie mir vor dem schlafen gehen noch einmal einzuverleiben. Jeder i-Punkt ein Herz, nur für Sie. Und jetzt gehen Sie bitte zur Seite, ich müsste da mal eben kurz kotzen gehen.“

Sympathie zählt immer. Nicht die Leistung. Ich bin nicht sympathisch. Und was Leistung anbelangt käme keiner auf die Idee sich auch nur ein hauchdünnes Scheibchen von mir abzuschneiden. Ich sei dominant wenn ich auf Anrufe reagiere. Ich hätte genervt gewirkt. Ich sitze seit drei Wochen in einem komischen Raum um mir Software-Matsche ins Gehirn zu stopfen, die ich zwei Tage später schon wieder vergessen habe. Natürlich bin ich genervt. Natürlich schweifen meine Gedanken ab und lassen mich wirre Wortfetzen in mein schwarzes Buch schreiben. Seid ihr keine Menschen die denken oder habt ihr einfach verlernt wie es ist, sich wie ein unverstandener Teenager aufzuführen?

20:00. Arbeiten. Sich melden. Sich bewegen. Sich betrinken. Sich hinsetzen und einfach nur atmen und die Gedanken zerfetzen mit einem lauten „Fuck off and die!“. Katze streicheln und mental schlafen. Einsperren, sich selbst, in ein Konstrukt aus absoluter Idiotie.

Hätte, wäre, könnte,… Ist nicht also soll nicht.

I'm the queen of fuckin' apology

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5 Gedanken zu “Wirrwort

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