Faketwittersexualitäten

Lieber Twitterer.

Ich mag euch. Ihr seid lustig und traurig und bringt mich zum Schmunzeln, zum Grübeln, zum Kichern. Aber ihr bringt mich auch zum mentalen Kotzen.

Man könnte mir jetzt sagen, dass ich doch alle entfolgen könnte, die nicht dem entsprechen, was ich lesen möchte. Aber wie es in einer kleinen Freundschaft ist (das ist so in dem DRAUSSEN! Menschen treffen Menschen die sie gerne haben und so. Voll crazy und setzt sich sicher nie durch. Heil Internet, heil Social Media.), ist es auch da. Es gibt Seiten an einem Menschen, die mag man nicht. Man akzeptiert sie, weil man die Person unterm Strich einfach gut findet. Weil sie einen eben zum Lachen, Weinen und Schmunzeln bringt. Weil sie die Decke ist, in die man sich mummeln kann, wenn einem kalt ist.

Doch manchmal, da mag ich manche Leute nicht. Es sind gute Leute. Sonst wären sie nicht in meiner Timeline. Sie basteln tolle kleine Dinge mit Worten. Gedankenfetzen die ich am liebsten ausdrucken möchte um sie mir an die Wand zu kleben.

Aber eine gewisse Unart macht sich breit. Sie war schon immer da und ich glaube sogar, dass ich auch daran teilgenommen habe. An dieser Auslebung der Unart die ich hier anprangere. Boah, watt meint die Kuh denn jetzt?

Es geht um Sex. Um Twittersex. Um Sex, der nie wirklich stattfindet. Um Sex der zwischen Twitterern stattfindet, die sich oftmals nur per Facebook ein paar Texte geschickt haben in denen sie sich gegenseitig erzählen wie knorke sie sich finden. Vermute ich jetzt einfach. Es kann auch ganz anders sein und ich liege total falsch. Aber auch ich durfte ein bisschen in die Twitterwelt schnuppern. Durfte mir Geschichten anhören von diesen Twitter-Events. Und ich glaube so sehr ist das Ganze nicht bei den Extensions herbeigezerrt.

Ich mag euch wirklich. Sonst hätte ich mich schon lange gelöscht und dies vorher natürlich standesgemäß angekündigt. Weil das so sein muss. Twitterkette und so. Aber muss das sein? Dieses „Ich reibe mich an @blubb während @bla ein Foto davon macht.“ oder „Am besten finde ich an @blubbdibla, dass sie mir so feuchte DMs schreibt und sie auch so meint.“. Ich meine diese Sorte von Tweets. Ich kann sie nicht mehr sehen. Ich kann sie nicht leiden. Weil sie sogar bei mir, bei einer Frau, die im Blog von spritzenden Schwänzen schreibt, ein Punkt erreicht ist, der mir ein Ekelaufstoßen produziert.

Ja ich finde Sex gut. Bilder und Worte die mit Sexualität behaftet sind, gucke und lese ich gerne. Weil ich das Thema mag. Weil es so facettenreich ist und meine Phantasie anregt. Doch ihr macht damit was Plattes daraus. Gangbang, Bukkake und dann noch eine Runde Ringelpietz mit Abbeißen. Als wäre es etwas absolut Normales. Als wäre neben die S-Bahn-Mitfahrer und sich selbst scheiße finden, eine kleine Orgie im engsten Followerkreis absolut normal.

Ich klinge vielleicht altbacken. Weil ich mich eigentlich darüber aufrege, dass die Welt zu versext ist. Und wie dumm doch eigentlich gerade von mir so etwas zu hören. Doch auch ich kenne meine Grenzen und ertappe mich doch selbst dabei, Sex zu etwas Banalem verkommen zu lassen, wie das Schmieren eines Butterbrotes.

Ihr dürft weiter eure Online-Nippel aneinander reiben um euch dann gegenseitig mit Online-Sperma einzureiben während ihr euch Online-Knutschflecken an den Innenseiten eurer Schenkel macht. Alles supi und ich bin doch so li[e]beral. Aber ich will euch nur daran erinnern, dass es vielleicht auch anders ginge. Dass man vermeintliche Zuneigung auch anders ausdrücken kann. Und wenn es nur mit einem verschisskackten Emo-Herz ist.

Also Twitterer, hier so <3. Ohne Titten und ohne Muschi. Einfach nur so.

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3 Gedanken zu “Faketwittersexualitäten

  1. bravo – super geschrieben.
    In der Tat – viele, die meisten suchen Zuneigung liebe, und treiben sich dann bei twitter oder facebook rum……………………

    …………. was dabei rauskommt? Eben das, was Du beschrieben hast.
    Wem’s genügt!…………..

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