Intensiv

Ich sitze in einem Raum der neuen Firma in der ich zukünftig ans Telefon gehen soll um Probleme mit einer Software zu lösen. In vier Wochen wird uns das Programm ins Gehirn gehämmert und natürlich inklusive der betriebsinternen Software mit der ich mich fühle als müsste ich mich dafür entschuldigen wenn ich pinkeln muss.

Man blickt auf das Handy. Es langweilt. Seit Stunden erzählt der Mensch vor einem von Kontierungen, der Erstellungen von Belegen und man will nur liegen. Und dann erhält man eine SMS von der Schwester. Das sie einem nur kurz mitteilen wollte, dass der Vater auf der Intensivstation lag, weil er Magenblutung hatte.

Das Tragische ist, dass jeder andere erschrocken wäre. Jeder andere hätte um eine kurze Pause gebeten. Ich packte meine Telefon, rief meine Schwester an, erfragte die erforderlichen Daten und dann konnte es auch schon wieder losgehen mit der Füllung der Gehirnwindungen.

Und das absolut Traurige an der Situation war, dass mich nur das Wort „Intensiv“ aufschrecken ließ, jedoch nicht die Kombination. Ich wusste tief in mir drin, dass es irgendwann so weit sein würde. Und das erschreckte mich. Wie abgeklärt ich doch sein konnte.

Wenn ich zu meinem Arbeitgeber gesagt hätte, ich könne heute nicht am Kurs teilnehmen, weil es einen schweren Krankheitsfall in der Familie gäbe, hätte er es verstanden. Meine Labilität in dem Moment. Doch da war nichts bis auf die Frage, warum keiner von uns Bescheid wusste. Die Wut darüber, dass das Krankenhaus nicht fähig war Schwester oder mich zu verständigen. Das wars. Bürokratie in den eigenen Gehirnwindungen.

Vielleicht bin ich abgestumpft.Was das Thema Intensivstation anbelangt. Oder ich bin abgestumpft was das Thema Vater anbelangt. Das ist nun offen.

Aber Kinders, hinterlegt Nummern. Nur mal so als Tipp. Denn es ist beschissen wenn die Polizei nach einem sucht weil ein geliebter Mensch verstorben ist und man nicht erreicht wird. Nur am Rande.

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