myspace broke my heart season 2

Du gehst weg. Von diesem „zu Hause“, dass nie wirklich eins war. Du willst neu anfangen. Weil es dir gut tut. Denkst du. Und dann bist du betrunken. So sehr, dass du Twitterer anschreibst, die du auf einen Sockel stellst, auf die sie nicht rauf wollen. Und dann bist du noch betrunkener. So betrunken, dass du meinst, du müsstest  abschließen. Für immer. Dich endlich frei machen, von allem. Von den alten Schatten verabschieden um Platz für neue zu schaffen.

Drei Jahre ist es schon her. Drei Jahre und noch immer ist er da. In meinen Gedanken. Manchmal mehr, dann wieder weniger und doch dann auch mal weg. Für kurze Zeit. Aber er bleibt. Immer. Man geht auf sein myspace-Profil. Weint ein bisschen. Weil man sich selbst betrauert und das, was man kaputt gemacht hat indem man nur war und sich nicht bemüht hat. Und dann packt einen die Idee. Die Vision davon, dass man am besten mit ihm und für sich selbst damit abschließen könnte wenn man ihm schreibt. Eine kurze Nachricht. In der man sich verabschiedet. Ihn begräbt in der dunkelsten Ecke des Menschenfriedhofs, den man in seinem Herzen trägt.

Man schreibt ihm. Betrunken wie man ist, traut man sich das. Man schreibt davon, dass man weggeht. Und man sich verabschieden will. Und das man so weit weg geht, sodass man sich wohl nie wieder über den Weg laufen wird. Was man bisher doch auch ganz gut geschafft hatte. Und das man ihm alles Gute wünscht. Und ihm dankt, denn er habe einem die Erkenntnis geschenkt, dass Liebe nichts für einen ist. Er solle mit der Musik weitermachen. Weil diese sei gut und wichtig und schön. Und das man hoffe der Talisman seiner Großmutter, den er einem vor gefühlter Ewigkeit geschenkt hatte, sei wieder gut bei ihm angekommen. Noch einmal durchgelesen und abgeschickt. Gewusst wenn er es lesen würde, dann würde er nicht antworten. Weil er nie damit umgehen konnte, wenn ich genau so war.

Und einige Tage später. Eine Email. Ich hätte eine Nachricht. Bei myspace. Von ihm. Ich konnte nicht denken. Ich wollte es nicht lesen. Denn ich dachte, er würde mir erklären wie scheiße ich doch sei. Wie leid er es sei, dass ich ihn noch immer nerve mit meinem Gelaber das ihn nicht interessiert weil er ein anderes Leben vor sich hat. Eins ohne mich. Ohne meinen Gedankenschrott der ihm seine Gehirnwindungen verstopft.

Und dann liest man es doch. Und weiß nicht, was man denken soll weil man entsetzt ist. Nicht weil die Lyrik der Antwort einen überwältigt. Sondern weil es wohl eine der unpersönlichsten, schrecklich falsch geschriebensten Nachrichten ist, die ich je erhalten habe. Er sprach davon, dass er nach Regensburg gehen wird. Wohin ich denn gehe. Als würde es ihn wirklich interessieren. Von der Band erzählte er mir. Davon, dass er dort nicht mehr mitmachen könnte. Und das er gerätselt hätte, wer ihm den Glücksbringer geschickt hätte. Er hatte es vergessen, dass er ihn mir geschenkt hat. Einfach vergessen.

Ich habe ihm nicht geantwortet. Es war gut, dass genau so eine Antwort von ihm kam. Denn so etwas habe ich gebraucht. Den Realitätscheck. Dass ich ihm entwachsen bin.

Und doch vermisse ich seine Wärme in meinem Bett. So sehr, dass ich friere wenn ich daran denke.

A., ich werde wohl ewig der trauernde Kloß sein. Wegen dir. Egal wie gottverfickt dumm du doch geworden bist. Denn ich weiß wie du sein kannst. Ich habe dich angesehen, dir tief in deine braunen Augen gesehen, als du geweint hast. Ich wünsche dir das Beste und gleichzeitig das Schlechteste.

 

 

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