Gier

Haben wollen. Immer geht es darum. Darum, dass man Dinge will, die man nicht haben kann. Und je mehr man etwas nicht haben kann, desto mehr will man es. Weil es dadurch einen noch höheren Reiz hat. Weil es durch seine Unerreichbarkeit mit einem Glanz verziert wird. Diesen Glanz ist nur für einen selber sichtbar. Es ist ein Strahlen das von dieser Sache ausgeht. Man kann nicht aufhören daran zu denken. Der Wunsch dieses Etwas zu besitzen wird so groß, dass es uns zum Teil bis in unsere Träume verfolgt. Wir träumen davon wie glücklich wir doch wären, könnten wir es endlich zu den anderen Besitztümern stellen. Man würde es mit einem freudigen Gesicht ansehen und sei in dem ewigen siebten Himmel gefangen.


Doch manchmal, da will man Dinge nur, weil man sie nicht haben kann. Dann geht es nicht um das Wollen. Man sieht diese Sache und kann sich vielleicht sogar daran erfreuen. Doch der tiefe Wunsch es in den eigenen Besitz zu übernehmen, der entsteht nie. Man beschäftigt sich damit. Mit dieser Sache. Betrachtet es von jeder möglichen Seite und immer noch kein Wunsch es zu packen damit man es zu Hause in seine Vitrine stellen kann. Dann kommt jedoch der Punkt an dem man merkt, dass man es nicht besitzen kann. Auch wenn man wollen würde. Es ist einem kurzfristig egal. Lebte man doch vorher auch mittelzufrieden ohne diese Sache sein Leben mit diesen Höhen und Tiefen. Doch der Gedankenfetzen „Das wird niemals dir gehören.“ bläht sich plötzlich in den Gedankengängen auf und lässt uns trotzig werden. Wir stampfen mit dem Fuß auf und protestieren, weil man es doch gar nicht will. Und man lügt zu dem Zeitpunkt nicht einmal. Eine Tatsache, laut ausgesprochen. Doch fies provoziert einen der Zettel mit den Worten „Das wird niemals dir gehören.“. Es kränkt unseren Stolz. Und aus missverstandenem Stolz und diesem inneren Kompromiss den man viel zu oft in seinem Leben schließt, weil es einem so vieles erleichtert, geben wir uns geschlagen. Wir stimmen dem Zettel zu. Und das macht uns wütend. Was soll das? Man kann doch alles haben. Und hat man dieses Ding nicht schon im Teilbesitz? Eine Art Leasing. Dadurch, dass man doch schon einige Zeit in diese Sache investiert hat.


Und schlussendlich will man es. Man ist zerfressen von einem intensiven Wollen und Sehnen, sodass Rationalität und Geradlinigkeit keinen Platz mehr haben. Es entwickelt sich eine Gier. Eine Gier nach Besitz. Eine Gier nach dem Unmöglichen. Und man wird unfair. Handelt unüberlegt nur um sich und dem Zettel zu beweisen, dass er unrecht hat. Denn es ginge, wenn man nur wollen würde.


Dinge besitzen und der Wunsch danach ist eine Qual. Nicht nur für den, der etwas besitzen will. Auch für das Ding. Weil es sich Situationen aussetzen muss, die es so nicht wollte. Die es so in seinem Leben nie gegeben hätte, hätte sich kein rosa post-it eingemischt.


Ich will besitzen. Nicht des besitzen willens. Sondern weil ich es mir beweisen möchte. Das ich könnte wenn ich es nur genug versuchen würde. Oder vielleicht will ich auch nur besitzen, weil das wirklich mein Wunsch ist. Realität, und das was man sich selbst vormacht, verwischen sich zu oft und zu schnell, sodass man den Überblick verliert und nicht weiß, was man überhaupt will.


„Was willst du?“

„Ich weiß es nicht!“

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Ein Gedanke zu “Gier

  1. D:sagt,ich reise auf Pfaden,die ich selber erschaffe und so,wie es mir gefällt.
    Denn das ist meine Natur.Komm her und begegne mir! Gruß von Dieter Brand

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