Aschenbecher

Ich rieche nach gammligem alten Aschenbecher. Der Kopf ein bisschen nach rechts gedreht und schon steigt mir der Gestank der letzten Stunden in die Nase. Ich rauche viel in letzter Zeit. Weil ich nicht immer saufen kann. Weil ich nicht so enden will wie… Wieder einmal der Moment wo ich mich nach Sicherheit sehne. Nach einem Schoß in den ich kriechen kann. Ab in der Uterus, zurück zu Mutti. Da wo es schön ist und warm und doch so unglaublich wohnlich. Die Barbara hat große Pläne also muss die Barbara auch alleine kucken, wie sie diese umsetzt. Behördentiger die mich anfauchen. Und dann diese Trolle die es einfach nicht verstehen. Die ohne ein Überlegen auf mich herabsehen und mich beschimpfen. Weil es ihnen nicht passt das mir was nicht passt. Um Hilfe bitten. Zumindest um Teilnahme. Einen Link teilen mit den Freunden die einen umgeben. Natürlich rege ich mich mit dir auf. Um was geht es eigentlich? Absolute Ignoranz verpackt als Geschenk. Mit hauptsache-ich-hab-was-gesagt-Schnürchen umwickelt aus denen ich mir meinen Galgen aus „Ach leckt mich doch einfach.“ häkle. Vielleicht noch kurz auf das „I like“ klicken. Egal um was es geht. Denn das kommt doch von der Barbara und es ist alles so phantastisch was die uns da postet.


„Mir geht’s beschissen!“ – I like

„Ich habe Angst!“ – I like

„Ich weiß nicht weiter.“ – I like

„Wenn jetzt noch einer bei absolutem Seelenkrüppelausbruchsmist den „I like“-Mist anklickt, werde ich zur Furie und zerfleische euch um mir eure Eingeweide in den hohlen Zahn zu stopfen ihr dummen kleinen Wichser!“ – I like


Erschreckend, das ich meinen Input plötzlich mehr von Außen, von Fremden erhalte als vom inneren Zirkel, der ganz traurig ist, weil ich doch weggehe. Schnell eine Runde Gruppenkuscheln. Doch ich will nicht kuscheln. Ich stinke. Ich bin missmutig. Ich will prügeln. Will mich wehren. Und was mache ich? Stopfe Erinnerungen in Müllsäcke, verschnüre sie und schlucke alles hinunter. Weil es keiner verstehen würde wenn ich plötzlich einmal die Eier hätte ihnen zu sagen, dass sie mich mit ihrer gespielten Anteilnahme an der Rosette knutschen können. Noch eine rauchen. Qualmender Kopf. So wunderschön bildhaft. Die Zigarette bleibt an der Lippe hängen. Reiße sie einfach ab. Weil es doch egal ist. Aus dem Mund bluten ist ein Zeichen dafür, dass ich noch Leben in mir habe. Auch wenn mir mehr nach anti-leben ist. Nicht sterben. Aber das Gegenteil von diesem ständigen Müssen. Einfach nur sein. Mama? Uterus? Jetzt?

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Ein Gedanke zu “Aschenbecher

  1. Tja… die ‚I-like‘ Generation… das größte Problem ist bei Blogs glaube ich die Glaubwürdigkeit… bei vielen sind es Pseudogefühlsausbrüche und das bekommt man früher oder später mit… nur dann stumpft man ab und geht erst einmal davon aus, dass es gestellt ist… und dann passt das I-like – denn wie ich an früherer Stelle auch schon angemerkt hatt, du hast Talent zum schreiben. Es fühlt sich echt an, was du schreibst und man kann sich leicht hineinversetzen… und darum mag man vermutlich deinen Blog… 😀

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