mehr von allem

Absolutes Chaos um mich herum. Es sieht weniger aus wie ein Umzug sondern als würde einer versuchen die Nadel im Müllhaufen zu suchen. Zu tun hätte ich so viel. Sage ich. Das Ergebnis ist, dass ich bewegungslos in meinem Bett liege und lese. Kurze Gedanken die mit einem „Ich müsst noch…“ beginnen und dann schnell vergessen werden. Denn ich kann nicht. Bin müde. Will schlafen. Den ganzen Tag könnte ich schlafen nur um mich nachts mit einer Runde Schlaf zu belohnen. Finanzplan aufstellen. Doch wozu, wenn ich doch weiß, dass am Ende ein Ergebnis vor mir steht, dass mir eindeutig sagt, dass ich es mir nicht leisten kann. Und dann plötzlich wieder der Gedanke an einen Mann. Den Mann. An den Sommer.

Es war viel zu heiß. Ich trug das Kleid. Nervös und aufgeregt plapperte ich. Interessiert starrte ich aus dem S-Bahn-Fenster und fragte was das für Gebäude sind. Zu aufgeregt für alles. Zu überwältigt, als er immer fordernder meinen Rücken streichelte. Sanft mit seinen Fingern über meine Brüste fuhr. Wie er mich immer ansah. Mit diesem Blick den ich nie verstand weil er sah, was ich nie in mir sehen konnte und wohl nie in mir sehen werde. Ausgebrochen bin ich zu der Zeit und obwohl so viel Neues und Spannendes vor mir liegt, möchte ich wieder nur davonlaufen. Verstecke mich in meinem Bett vor der Verantwortung für mein eigenes Leben. Möchte mich betrinken und vergessen worum es eigentlich geht.

Ich könnte doch… ja ich könnte doch einfach sitzen bleiben. Vielleicht ein bisschen schlafen um die Realität auszuschalten. Bin jetzt 26 Jahre. War immer fähig für mich und mein Handeln die Verantwortung zu übernehmen. Wenn es ernst wurde, dann konnte man sich auf mich verlassen. Ich hatte den Plan. Ich hatte immer den Plan und wusste mich zu organisieren. Doch gerade bin ich zu müde. Zu müde an dem großen Schauspiel teilzunehmen. Starre aus dem Fenster und frage mich, ob ich das überhaupt will. Ob ich vielleicht deswegen zurück zu diesem Sommer will, weil es nicht das Richtige ist.

Nehme einen Edding. Setze mich vor die Umzugskartons. Streiche das Wort „Freude“ durch und ersetze es durch ein anderes. Weil es mehr meiner Lage entspricht. Weil es mir mehr entspricht.

„Mehr ANGST beim Umzug.“

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2 Gedanken zu “mehr von allem

  1. Hm… seltsam wie unterschiedlich Menschen auf Veränderung reagieren… kenne einen, der würde am liebsten immer mit gerade soviel leben, dass er innerhalb von zwei Stunden seine Koffer packen und verschwinden kann… 🙂

    Aber Freude beim Umzug hat vermutlich wirklich niemand… 😀 (Stress, Arbeit, Abschied, etc. …)

    • Als Hamburg nur eine Idee war, ging es mir ähnlich. Ich war absolut bereit alles hinter mir zu lassen. Ich wollte vor meinem Leben fliehen. Weil es nie zu mir passte. Und jetzt wird es real. Und jetzt will ich vor meiner Flucht flüchten. Paradox.

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