unfair

Du hältst mich auf Abstand. Nur nicht zu nahe an diesen Menschen ran, denn es könnte ja sein, dass da doch mehr ist. Nur schnell an den Kleinigkeiten festmachen, die ein Lieben unmöglich machen. Weil hart geht man durchs Leben. Fertige Gedanken im Kopf. Immer das Ziel vor Augen. Nichts Hochtrabendes. Keine Karriere. Aber die Sicherheit, der Pragmatismus. Das bleibt dir. Du ruhst dich darauf aus. Können ein Mann und eine Frau nicht einfach nur so, ohne diese Verantwortung? Schrecklicherweise erinnerst du mich an eine mir sehr bekannte Person. Mich. Vor fünf Jahren war ich an deiner Stelle. In gewisser Weise. Die Umstände waren anders. Die Basis nicht so internetverseucht sondern eher alkoholgetränkt. Doch auch ich wollte keine Verantwortung übernehmen. In einem schwachen Moment wurde ich dazu überredet. Wie inkonsequent ich doch sein kann. Dann lese ich die traurigen Worte einer Frau und fühle mich ertappt. Immer noch. Der Geist kotzt mir dann abgedroschene Kitschromanphrasen in den Kopf. „Zärtlich legte er seine Hand an ihre Taille, sah ihr tief in die Augen. Es war als würde die Zeit stehen bleiben oder sich zumindest nur um sie drehen. Und wie er sie so ansah, ihre Knie wurden weicher und weicher, öffnete er den Mund… und rülpste sie an.“ So in etwa? Wieder zu viele Gedanken verschenkt. Gehirnzellen vergeudet. Heute Ausverkauf. Heute gibt es wieder sexy und rawr in rauen Mengen. Genau das ist was du willst. Was du immer willst. Die rawr. Nicht die Barbara. Die rawr flüstert dir schmutzige Dinge ins Ohr. Von feuchten Lippen, du darfst dir aussuchen welche. Die rawr macht schlechte Witze. Du kringelst dich vor Lachen. Die rawr lässt die Emotionen zu Hause. Beide wollen wir uns anlehnen aber stoßen die Idee davon einfach weg. Nur wenn wir ein bisschen schwach sind. Beide. Gleichzeitig. Kommt selten vor. Wir holen uns zurück auf den Boden der tatsächlichen Tatsachen. Gerade würde ich dich gerne ficken. Nicht mich ficken lassen wie du es gerne zelebrierst. Sondern dich mir unterwerfen. Gerade jetzt will ich die Macht über dich haben. Und wenn es nur über deinen Schwanz ist. Ich bin schon wieder unfair? Ich setze alles in ein falsches Licht und stelle dich schlecht dar weil es doch anders ist? Weil wir wertvoll sind füreinander? Realistisch bin ich. Der verbitterte Teil in mir weiß, dass du mich vielleicht nie besuchen wirst in meiner neuen Heimat. Oder vielleicht doch? Weil die Stadt doch auch so schön ist? Alta! Du liest das. Ja. Komm runter. Ich greife dich nicht an. Ich bin gebissen. Vom Leben gebissen und blute gerade wieder aus. Und mit blutverschmierten Fingern hacke ich auf meine Tastatur ein. Hätte ich dich bei mir, müsstest du dies ertragen. Oder vielleicht auch nicht. Ich würde still in irgendeiner Ecke sitzen, mich nach Alkohol sehnen und diesen Blick aufsetzen, den nur Wenige deuten können. Könntest du ihn deuten? Sind wir so weit? Oder werden wir überhaupt irgendwann so weit sein? Und kannst du jetzt bitte kommen, mich schütteln, damit meine Gedanken wieder auf den richtigen Platz gerüttelt werden und mich dann, nur kurz in den Arm nehmen? Ich werde auch ganz leise weinen und dann einfach einschlafen. Ich verspreche es dir.

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