Zeitschiene

21:44


Keinen Zettel zur Hand und im Auto zu dunkel und zu wacklig um dies im Falle eines Falles zu nutzen. „Gehe nie ohne Notizbuch aus dem Haus.“, sagt mir der Drang. Der Realist sagt, dass es egal ist. Weil wertvoll nun mal anders ist. Weil mich nie eins meiner Worte weiter bringen wird. Tankstellenbier. Bestandsaufnahme meiner Habseligkeiten und die Erkenntnis, dass so ein Umzug teuer ist. Den Schlagzeuger abholen. Nochmal steil gehen, Babys. Flyer verteilen und dem Wahnsinn die Hand schütteln. Trinken und nur nicht zu viel, weil der Wecker mich aufschrecken lassen wird. Kennt ihr den Witz? Wie heißt der Typ der mit 4 Musikern abhängt? Wollte immer Rhythmus im Blut haben. Der Trampel zu groß. Twilight-Soundtrack und das Grinsen bei dem Gedanken an den Glitzer-Edward. Er wird sich melden. Geht was trinken. Warum sagt man das? Was trinken gehen. Steht das im Vordergrund? Das Getränk? Nicht der soziale Kontakt?! Ich geh heute steil. Nicht was trinken. Weil trinken das kann ich auch zu Hause. Wechsel auf Twin Method. Mitsingen im Kopf. So viele Hände geschüttelt. Und Abschiedsessen geplant. Wen lade ich ein? Ex-Kollegen, Ex-Mitschüler, Ex-gute-Freundin… wie wärs mit Exfreund, Ex-Tätowierer, Ex-Kindergartentante? Notiz ins Iphone. Aus dem Kopf rein in den Sinn. Und mein Kopf schreit “Baby, Baby uhuhuhuhuhu!!! Lalalalalalala!”, laut und tief. Was zum verfickten Teufel machen wir hier eigentlich?


23:31


Das Party-Ei. Und ein bisschen Stimmung mit Gedanken über den Umzug gespickt. Colaweizen, roter Wodka und Hunger.


00:42


Ich wünsche ihm immer Spaß. Weil man das so macht. Aber dann denke ich an tropfend geile Mösen, die sich an seinem Schenkel reiben und will, dass er Unspaß hat. Käsespätzle und immer wieder dieses “Sei mein! Los du Pisser und checks endlich.”. Noch ein Bier dann geht das alles weg. Hoffentlich! Weil bescheuert. Erzählen von Hamburg. “Und wie fasst das deine Mutter auf?” “Die ist tot.” Das Fettnäpfchen-Ei wird ausgepackt. Rythm-Machine um Peinlichkeit zu vertreiben. Später Club. Irgendwann. Spät. Macht die Gedanken tot. Noch ein Bier? Bier.


01:31


Komische Leute hier. Früher, ja früher da waren hier nur true Metalheads. Und ich. Und heute? Komische Leute. BWL-Typen, die man ankotzen will. Mit diesen hochgestylten Hemdkrägen. Will sie ankotzen. Oder nur vor ihnen kotzen. Damit ich ihren Gesichtsausdruck fotografieren kann um sie auf Facebook zu posten. Party hard. Caipi und komische Leute. Songs von Reh-Ragout. Verfickt komische Leute.


03:05

Tankstellenfutter. Schlimmste Musik. Doch die Leute mögen es. Sie tanzen, schwitzen. Wo ist der Nikotinmantel, um das alles zu überdecken. Noch ein Carazza, damit das Gesicht noch runder wird. Kein Grund für irgendwen schön zu sein. Ob er schon zu Hause ist? Es ist egal?


05:17


Die Gedanken fertig sortieren. Darüber reden. Über das Denken. Und vielleicht sollten wir öfter über die dabei gedachten Gedanken reden, als das Denken an sich. Beide bewundern wir uns. Irgendwie. Weil wir beide was können, was der andere nicht kann. Es gibt übrigens schöne Pärchen. Pärchen, die einem das Herz schmelzen lassen. Nur mal so als Tipp. Und ich kann sie nicht leiden. Die Menschen wie sie partygeil ihre Hüften kreisen lassen auf der viel zu kleinen Tanzfläche. Sie wollen Spaß haben, den Alltag vergessen und Mensch sein. Der Mensch den sie vielleicht die Woche über verstecken müssen. Doch ich kann mich nicht mit ihnen identifizieren. Stehe abseits. Sauge an dem Alkohol der mir in Gläsern serviert wird. Mit Strohhalm. Und frage mich, ob ich auch mal ein Teil dieses Gruppengefühls sein werde. A day to remember. Und wieder der eigenartige Gedanke. An ihn. Ob er das auch tut? Eher nicht. Ob er gerade fickt? Ob er… er, er, er. Ein wiederkehrendes Mantra meiner Gedanken. Verschiedene Worte die gewählt werden doch das Fazit ist er. Vollständig. Was hat er mit mir gemacht? Oder bin nur ich es? Ich das einzige Problem. Noch eine Zigarette. Morgen kein Shoppingerlebnis mit dem Aha-Effekt. Weil ich schlafen muss. Gute Nacht. Dir. Du Mann. Du komischer Kauz der mich umtriebig macht in meinem Denken. Leere Schachteln auf dem Bett. Schüttle sie alle in der Hoffnung auf Nikotin zu stoßen. „The price we pay.“


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4 Gedanken zu “Zeitschiene

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