Bambi

Momentane Stimmung: bambiesque. Als hätte jemand meine Mutter getötet. Absolute Überforderung. Die Gesamtsituation. Sie macht mich nicht unzufrieden, sie wächst mir über den Kopf, spuckt mir auf denselbigen und zieht mir fordernd an den Haaren um mich dazu zu bewegen ihr die Fresse zu polieren bis man sich darin spiegeln kann. Der Spiegel der Seele. Sobald man Internetzugang hat, ist das nicht mehr der Glanz der Augen, sondern der stumpfe Schein des Blogs der wiederkäut wie es einem geht. Als würde es einen interessieren, dass man sich immer genau so fühlt, wie man sich momentan eigentlich nicht fühlen sollte. Das man scheinbar meint, man müsse sich selbst jede kleine Freude mit einem Schluchzen verderben. Man selbst der größte Kritiker und Freudenvernichter.

Gestern der Beginn einer großen Serie von Schluchzanfällen. Man vermisst plötzlich einen atmenden Körper neben sich. Etwas, was man schon ewig nicht mehr vermisst hat oder sich zumindest nicht mehr daran erinnern kann, weil es zu weit weg ist.

Jeder Gedanke der auf Papier gebracht wird einer mit Sehnsüchten versehen. Kein Verlangen danach, mich über Dinge lustig zu machen. Missstände aufzudecken und ihnen mit meiner persönlichen Interpretation von Charme die Leviten zu lesen. Knurr-Grummel-boah-seid-ihr-alle-doof-Blog ist momentan aus. Sommerpause. Wie die Überraschungseier. Stattdessen gibt es diese ekelhaften Plastik-Emotions-Eier mit viel zu wenig Spiel und Spaß und Freude.

Links die Tasse Kaffee. In der Mitte ein weit geöffnetes Fenster, fingerlose Handschuhe auf der Tastatur. Rechts ein Plastikbecher der darauf wartet mit billigstem Alkohol gefüllt zu werden. „Was kannst du gut?“ „In Selbstmitleid baden. Das kann ich gut.“

Alles geht zu schnell. Gut gemeinte Ratschläge die ich dankend annehmen sollte und nicht wegstoßen sollte, wie es meine Art ist weil ich doch immer alles besser wissen muss. Manchmal will ich, dass du mich an die Hand nimmst. Mir meine Zweifel aus dem Gesicht wischst und mir den Weg zeigst. Weil ich glaube, dass du es könntest. Weil ich glaube, dass da mehr dahinter steckt. Hinter allem. Ich glaube ich nehme dich zu wichtig. Und mich zu wenig. Mein Denken, mein Empfinden, meine Version des Lebens. Ich sollte weniger zu dir aufblicken. Manchmal.

Unruhig werde ich schlafen. Viel zu wenig, weil zu viele Gedanken und irre Phantasien von Eifersucht kommen hinzu. Dinge die ich nicht brauchen kann. Das Bläschen auf der Zunge. Dein Geruch in meiner Nase und die süße Schwere des Verbitterten.

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Ein Gedanke zu “Bambi

  1. Das kenne ich nur zu gut, leider. es gibt tage da geht es mir genauso, ganz plötzlich überfällt es einen, ohne vorwarnung und ohne grund, ein gedanke der irgendwo aus dem tief der gebrochenen seele in die dämmerung des tageslichtes kommt, und schon ist alles wieder da.

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