Rotz

Ich schreibe Worte. Bilde Sätze daraus und jeder einzelne dieser Gedankenfetzen, wie sie so vor mir stehen, mich mit zittrigen Schultern erwartungsvoll anglotzen, ist mir eine kleine Welt. Eine die ich in mir trage und nach außen kehre. Die Tastatur ächzt unter meinen harten Schlägen. 301 Anschläge pro Minuten. Wenn ich mir Mühe gebe. Und wenn die Gedanken nicht zu schnell sind für mich. Die Hand schmiert Notizen auf kleine Zettel, Rückseiten von Aufklebern oder in das Iphone. Wenn mich Ideen streifen, die Ideen eines Gedankens, dann kribbelt es. Irgendwo kribbelt es doch immer. Und wenn es nur die Beine sind, die einschlafen weil man viel zu abgelenkt ist vom Starren in eine Zukunft, vor der man so große Angst hat. Heute tropft kein einziger Gedanke aus meinen Fingern. Die Gehirnwindungen dick verpackt. Eingehüllt in eine aufkeimende grippale Infektion. Manchmal würde ich gerne mein gesamtes Inneres nach außen husten. Ein bisschen seufzen und schnauben und schon hätte ich es geboren. Was ich dann mit dem Schleimklumpen anfangen würde, ungewiss. Wahrscheinlich in die Tonne treten. Weil zu unfertig, alles. Zu laut, immer. Zu weinerlich, fast.

„Zieh dir immer frische Unterwäsche an. Sollte dir was passieren und du wirst ins Krankenhaus eingeliefert, was sollen denn die Leute denken.“ Als würde die meine Unterwäsche interessieren. Ich mache mir eher Sorgen um meine unrasierten Beine. Aber danke Mutter.

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