Party like

Freitag. Party like a rockstar. Aber zuerst noch richtig wütend sein. Enttäuscht von jemandem. Dann weitermachen. Duschen, anziehen und Nachmittags schon das Ausgehgesicht aufmalen. Genügend Zigaretten einpacken, fingerlose Handschuhe, weil es kalt sein wird. Abgeholt werden. Dubstep im Auto. Beifahrer aus Leidenschaft. Auf, auf nach Germering. Oder war es doch Geretsried? 266,6 Kilometer für ein bisschen Herzensmusik, Violence schreien und Menschen um einen, die man mag, auch wenn man sie selten sieht und man so gesehen, kaum etwas von ihnen weiß. Desperados an der Tankstelle kaufen und ein Twix mit weißer Schokolade. Wie ich den Autobahnzubringer hasse. Straße, Straße, Straße und noch mehr Straße. Plaudern und sich langweilen. Weil man schon jeden verdammten Baum an dieser Autobahn kennt. Raucherpause. Reisemüll wegwerfen. In München ankommen, überall Baustellen. Stop and go und mit dem Kopf aus dem Auto, weil das Bier betrunken gemacht hat und man nicht im Auto rauchen darf. Typ auslachen weil die Felgen von seinem aufgemotzten Auto so dermaßen kaputt gefahren sind. Hunger und übrigens muss ich aufs Klo. An einer Tankstelle halten, rein in das stinkende Klo und ein ich-kann-endlich-pinkeln-Orgasmus nach dem anderen. Staunend einem Flugzeug zusehen das sich im Kunstflug übt. Mir wird schlecht. L. will das auch mal machen. Netter alter Mann der salutiert als wir wegfahren. Kichern. Einmal durch den fremden Ort fahren, auf der Suche nach einem Parkplatz. Ganz Spießer die Kennzeichen des vorderen und hinteren Autos aufschreiben. Man weiß ja nie. Und wenn man schon in der Nähe der ortsansässigen Polizei parkt, kann man sich dort gleich über neue Dellen im Auto beschweren. Noch ein Desperados und Trampelpfad durch den Wald. Betrunkene Jugendliche vor uns und wir fragen uns, warum wir so weit fahren müssen, nur um wieder in dieser Waldidylle zu enden. Dem Absperrband folgen und einmal um das kleine Festivalgelände gelaufen. „Wenn ich auf das Klo muss, dann passt du auf. Ich will nicht, dass die Dixie-Toilette umgeworfen wird.“ Absolut paranoid. Ausweis vorzeigen und dann kriegt man das gelbe Band. Mit dem darf man Alkohol kaufen, weil man schon alt genug ist. Seltsames Grinsen von Gesichtern, die man schon öfter in München gesehen hat, aber nicht kennt. Fast wie zu Hause. Nur das einen da die Leute nicht angrinsen. Umarmungen, Cocktail. Pommes kaufen und ein bisschen frieren. Laute Musik. Sich über große Hip-Hop-Jungs lustig machen, die mit ihren weißen Sneakers so deplaziert wirken. Stehen und kichern. Sitzen und noch mehr kichern. Ein bisschen müde, weil man doch schon so lange wach ist. Warten auf apron. Ein bisschen tanzen, geschubst werden, komische Frau in Mini-Rock von hinten antanzen ohne das sie es mitkriegt. Tränen in den Augen vom Lachen. „I don’t give a fuck!“, brüllen und es genau so meinen. Puta!!!!!!! Ein Radler trinken das weder nach Bier noch nach Limo schmeckt. Emo-Mädchen mit Schmollmund und einem Medusapiercing in grauer Jogginghose. Circlepit, Wall of Death und ich gehe immer einen Schritt zurück, sobald es mir zu heftig wird. „I’ve never played with anyone but still I always lose.“ Müde werden. Über das Schreiben reden. Darüber, dass man da doch was daraus machen sollte. Ja sagen und eigentlich ein bisschen nein meinen weil man nicht überzeugt ist. Zwei Fleischsemmeln kaufen. Ein bisschen frieren aber zufrieden sein. Ein kurzer Gedanke an die Heimfahrt. Gähnen. M. suchen und sich verabschieden. Einsteigen, Sitz nach vorne und immer dem Navi folgen. Auf der Rückbank Diskussionen über die richtige S-Bahn-Linie. Und der Kopf singt immer noch. „Push you, pull you, please keep on kissing my soul.“. Keine neue Email. Enttäuscht. Immer tiefer. Aber dieses mal nicht. Wieder Autobahn. Die anderen kriechen vor sich hin. Wir fliegen. Berlin. „Wollen wir nach Berlin fahren?“ Schwarze Wolken die aussehen wie Fledermäuse. Fledermausland draußen und im Auto ein brennender Schmerz in der Magengegend. Noch eine Schmerztablette. Die dritte des Tages. Wieder zu Hause. Hallo Katzen, hallo Klo, hallo Erzeuger. „Gute Nacht.“ „Guten Morgen.“ Schlafen. Zuvor noch ein bisschen Pfirsichsaft und eine riesige Motte aus dem Fenster werfen. Immer noch Schmerzen. In der Magengegend. Vielleicht wegen dir, aber wahrscheinlich ist es dann doch nur ein Magengeschwür. „I’ve got no will. I don’t know how to live. Everything I want is to get one more pill.“ Satt die Ohren, weinerlich das Herz. Und eigentlich will man fluchen. Abe erst morgen wieder.

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