True Bullshit

Wenn viele Menschen etwas gut finden, dann will ich wissen, warum sie es gut finden. Meist erlebe ich das im Bereich Literatur oder auf dem filmischen Sektor. Es sind bestimmte Bücher, Serien oder Filme die einen unglaublichen Hype erfahren und ich will dann wissen, warum dieser entstanden ist. Ob durch gute PR oder ob da wirklich was dahinter steckt.

Schon oft wurde ich diesbezüglich enttäuscht. Da wäre einmal dieser Harry Potter. Ich habe den ersten Band gelesen, kam zu der Erkenntnis, dass das ja wirklich nur ein Buch ist, in dem es um einen kleinen Zauberer geht und wusste, dass ich mir keinen weiteren Band einverleiben werde. Dann die Nummer mit Feuchtgebiete. Ich fand dieses Buch eklig, unnötig und absolut pathetisch. Hat mir nicht gefallen und verstaubt jetzt in meinem Bücherregal.

Ein neues geniales Seriengedönse soll sich im Fernsehen tummeln und natürlich wollte ich wissen, ob das wirklich so unglaublich bahnbrechend geilo ist, sodass ich mir das unbedingt ansehen musste. Es handelt sich hierbei um „True Blood“. Für alle Nichtwisser in einem Satz zusammengefasst. Vampire leben, ohne sich zu verstecken, auf der Welt vor sich hin, ernähren sich von synthetischem Blut und dann gibt’s noch ein paar andere total crazy Gestalten, die alle was können, was man als Normalo nicht kann.

Nachdem ich mir nun die erste Staffel angesehen habe und gerade bei der zweiten bin, möchte ich mal kurz erklären, warum ich es immer noch gewaltig scheiße finde und ich nicht verstehe, warum man so etwas gut finden kann. Oder besser gesagt, ich werde nun mal kurz die schrecklichen Parallelen aufzeigen, die die erste Staffel und Twilight aufzuweisen haben. Jaaaaaaaa. Twilight. Boooooooh! Diese schreckliche Sache mit Bella und Jacob und Edward. Die, die wir alle total mistig finden solange wir keine Teenies sind und Emoherzchenfotos mit der Webcam machen.

1. Offensichtlich. Es geht um Vampire und Menschen. Easy. So ist es ja meistens. Sehr schön ist natürlich, dass es um die Liebe zwischen Mensch und Vampir geht, die nicht gern gesehen wird. Mh. Erinnert mich sehr an Bella und Edward. Nur das die beiden Sookie und Bill heißen.

2. Gedanken lesen. In Twilight besitzt Glitzer-Edward dieses Talent. In True Blood ist es das vermeintliche Menschenkind Sookie, das die Gedankenströme von Menschen hören kann. Nur, jetzt kommt das total unglaubliche, nicht die von ihrem Herzbuben Bill. Und oh Wunder. In Twilight kann Edward die Gedanken von Bella nicht lesen. Woohoo! Dies ist auch einer der Gründe warum sie sich so magisch anziehen. Herrlich.

3. Mh. Da ist ja noch ein Typ bei True Blood. Einer der auf Sookie steht. Nämlich ihr Chef und Freund Sam. Der ist total verliebt in die blonde Tussnelda. Und natürlich gibt es in der ersten Staffel den kurzen Moment wo sich die liebe Sookie mal kurz gehen lässt und mit ihrem Boss rumleckt. In Twilight gibt es den Jacob. Ein Werwolf. Auch er ist in Bella verliebt und kann den Edward gar nicht leiden. Das faszinierende ist ja, dass Sam ein Formwandler ist und sich zwar nicht in einen Wolf verwandelt, aber in einen Hund. Hunde-Sam und Wolf-Jacob.

4. Sookie wird von Bill gerettet. Sie halb tot geprügelt und fast schon tot, wird von ihm mit seinem Blut genährt und ist dann wieder repariert. Denken wir an Twilight. Da wird zwar nicht mit Blut genährt aber Edward stürzt sich für Bella vor ein Auto und rettet so ihr Leben. Herrlichst.

5. Durch die Blutaktion von Bill sind die beiden Herzchen miteinander verbunden. Sobald Sookie in Gefahr ist, spürt ihr Supervampir das und eilt ihr zur Hilfe. Huch. Das kenne ich doch aus Twilight. Dort treibt es Bella sogar so weit, dass sie sich, als Edward aus dem Kaff wegzog, in dem sie sich verliebt hatten, bewusst in Gefahr brachte, in der Hoffnung, er würde ihr zur Hilfe eilen.

6. Vampirtyp muss Stadt verlassen, kann sich nicht um Uschi kümmern weil muss ja weg. Sagt dem Nebenbuhler, dem er vorher noch sagt, dass er ihn gar nicht leiden kann, er solle auf das Weibsstück aufpassen. Kenn ich auch von beiden Vampirschmonzetten.

So. Das reicht jetzt erst mal. Natürlich gibt es nicht nur Parallelen, aber die Dinge waren so dermaßen offensichtlich, dass ich immer darauf wartete, dass Bill plötzlich anfängt zu glitzern. Natürlich gibt es absolute Unterschiede. Soll heißen, das der Hauptaugenmerk nicht nur auf dem Liebesdreieck liegt. Doch das macht die Serie in meinen Augen nicht gerade besser. Es wird wie wild gefickt in True Blood. Und es gibt einige Leichen. Und es gibt noch ein paar Nebencharaktere die sich mit ihren eigenen Dämonen auseinanderzusetzen haben. Aber das Grundgerüst bleibt eine kleine eigenartige Liebesgeschichte. Einziger Vorteil von True Blood ist, dass die Schauspieler um einiges besser sind als die emotionslosen Hackfressen von Twilight.

Ich finde True Blood nicht scheiße, weil es mich schwer an Twilight erinnert. Das ist nur noch so ein zusätzliches lol-Ding bei dem ich mich frage, ob man wirklich jeden Mist kopieren muss. Ich finde es grützig weil ich die Serie nun mal einfach unsympathisch finde und es nichts ist, was ich mir regelmäßig ankucken möchte. Dies kann ich aber eben erst sagen, weil ich es mir angesehen habe. Ihr könnt es natürlich supi finden. Ist total OK für mich. Aber vielleicht könnte mir mal einer verständlich erklären was die Serie so sensationell macht. Vielleicht übersehe ich ja was.

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4 Gedanken zu “True Bullshit

  1. Hmm, der erste Stackhouse-Roman wurde 2001 veröffentlicht, der erste Twilight-Roman 2005. Also wenn wer abgekupfert hat, dann Stephanie Meyer. Aber bei der Fülle an Vampirromanen würden sich sicher auch noch mehr finden, bei denen Paralellen feststellbar sind. Und ganz ehrlich: Den „Held rettet Frau und beide verlieben sich“-Plot gibt es auch in Schneewitchen.

    Ich finde True Blood spannend, weil das Outing der Vampire einige interessante Paralellen mit der Geschichte der Homosexuellen in den USA gemein hat. Und einige Charaktere sind gar nicht so unspannend. Aber darauf muss man sich natürlich einlassen können. Das war übrigens auch bei Harry Potter so.

    Ich hab mich übrigens mal mit der Prämisse in einen Film gesetzt, ihn scheiße zu finden. Und? Ich hab ihn scheiße gefunden. Oft sind solche Dinge auch nur eine Frage des Ansatzes.

    • Dann kupfert die Twilight-Tante ab. Ach herjeeee!
      Und nein. Ich sah mir dieses Zeugs nicht an mit einem „Das muss ich jetzt doof finden weil es alle gut finden.“ Bin da sehr objektiv. Jawohl!
      Danke für die Aufklärung. 🙂

    • Ja klar. Buffy auch so mit Vampir am Rumdingsen und woohoo aber da glitzert keiner und es gibt keinen Nebenbuhler-Werwolf/Hund und blubb. Die Parallelen sind weniger offensichtlich. Natürlich in gewisser Weise vorhanden aber grundlegend doch eher eine ganz andere Richtung. 😉

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