Kinderfreuden?

Irgendwann, sei es durch die Schule oder einen „Schocker“-Artikel in einer dieser Jugendzeitschriften, setzt man sich schon fast gezwungenermaßen mit dem Thema „Abtreibung“ auseinander. Durch die Informationen die man erhält, bildet man sich eine Meinung zu diesem Thema. Man wägt ab und findet irgendwann für sich persönlich eine Argumentationskette, die für einen selber stimmt und vielleicht sogar auf Zustimmung trifft.

Über das Thema Schwangerschaft habe ich mir, unabhängig davon, ob es ein aktuelles darstellte oder nicht, schon öfter Gedanken gemacht. Darüber, was ich tun würde. In meiner jetzigen Situation. Mit dem Leben das ich führe.

Eine ehemalige Freundin von mir wurde unerwartet schwanger. Erfuhr das sehr spät, sodass für sie nur eine Adoption als Ausweg in Frage kam. Sie selbst hatte körperliche, sowie psychische Probleme, sodass das Behalten des Kindes, für sie nie in Frage gekommen wäre. Ich überlegte, wie ich an ihrer Stelle handeln würde. Mit dem Unterschied, dass ich von mir ausging. Meinen Lebensumständen. Ich kam zu dem Schluss, dass ich dieses Kind das neun Monate in mir heranwächst, nicht weggeben könnte. Ich würde versuchen es groß zu ziehen. So gut es geht. Um nicht mit einem suchenden Blick an einem Kinderspielplatz zu sitzen um ich zu fragen, ob das vielleicht mein Sohn oder meine Tochter ist.

Dann gibt es Situationen in denen die eigene Unvernunft und Verantwortungslosigkeit dazu führen, dass man sich Gedanken darum machen muss, was man tun würde, wären auf diesem Test den man vollgepinkelt hat, zwei rosa Streifen, statt nur einem. Wie die nächsten Schritte aussehen würden, wie man sich entscheidet. Ob man bereit wäre, die Verantwortung für ein Menschenleben zu übernehmen.

Ich will keine Kinder. Zumindest jetzt nicht. Wie es in einigen Jahren mit dem richtigen, oder zumindest halb-richtigen Partner aussieht, das kann ich nicht sagen. Wenn ich darüber nachdenken müsste was ich tun würde, hätte ich bis vor Kurzem gesagt, dass ich mich für eine Abtreibung entschieden hätte. Ein entsetztes Luftholen von allen Seiten. Ich hätte mich vor Kurzem dafür entschieden, nicht weil das MEIN Körper ist, mit dem ich alles machen kann. Und nicht weil ich mich aus der Verantwortung schleichen möchte. Aber ich würde nicht das Leben eines Menschenwesens verkorksen wollen, nur weil ich zu dumm zum Verhüten bin.

Ich wollte mehr über dieses Thema erfahren. Aus reinem Interesse. Weil man seine Entscheidungen nicht einfach so fällen sollte, ohne alle Seiten zu kennen. Besonders wenn es um so etwas Wichtiges geht. Und da ich ein Mensch bin, der gern alles im Griff hat, hätte ich im allerschlimmsten Notfall ein Konzept. Könnte darauf zurückgreifen und würde mich sicherer fühlen.

Bei meiner Internetrecherche stieß ich dann auf eine Seite. Sie bestand aus einer Bildergalarie. Und mehr will ich nicht dazu sagen denn ab hier sollte sich jeder seine Meinung selbst bilden. Wofür oder wogegen er ist und wie er selbst im Falle eines Falles handeln würde. Ich muss zugeben, dass meine vermeintlich festsitzende Meinung ins Wanken geraten ist.

Den Link bitte mit dem Wissen klicken, dass es nicht schön sein wird, was man zu sehen kriegt. Wem das bewusst ist HIER, bitteschön.

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11 Gedanken zu “Kinderfreuden?

  1. mit dem abtreiben ist das halt immer so eine sache. wo hört der „zellhaufen“ auf, wo fängt das „leben“ an. da gibt es soviel unterschiedliche meinungen und schnell wird man als mörder beschimpft, bzw. als frauenfeind.
    wo da die grenze ist, kann ich auch für mich nicht beantworten. im einzelfall hab ich für fast jede seite verständniss.
    schwer dagegen fällt mir immer noch, dass föten mit behinderungen _deutlich_ später auch noch abgetrieben werden können. ein extrem beispiel ist da wohl das „oldenburger baby“, was nach der abtreibung überlebte, obwohl es lange nicht versorgt wurde.

  2. Beachte bitte, von wem diese Bildergalerie ist. Das „Center for Bio-Ethical Reform“ gehört zur amerikanischen Anti-Abtreibungs-Bewegung Pro Life, die diese Bilder gezielt veröffentlicht. Ein Fötus entwickelt erst ab der 12. Woche eine menschliche Gestalt – wenn nicht gar gezielt falsch datiert, sind die Bilder zumindest von überdurchschnittlich weit entwickelten Embryonen. Die 12. Woche ist übrigens die Zeit, bis zu der in Deutschland eine Abteilung (offiziell) straffrei ist.

  3. das „schöne“ im leben ist, daß nicht immer alle nach plan läuft.

    hallo zusammen,
    natürlich ist nicht dieses „schön“ nicht immer schön und man kann es auch nicht mit dem doch recht psotiv behafteten begriff „interessant“ bezeichnen, aber kann nicht für alles im leben einen plan haben.
    der mensch glaubt das er es kann, sichr kann er viel einfluss auf den lauf der natur nehmen, oft auch nicht immer positiv – wie wir ja wissen – aber entscheidungen über ein leben geben oder ein leben nehmen werden immer umstritten sein.
    man kann eigentlich nur den hut vor den leuten ziehen, die bei der wahl der entscheidung pro oder contra leben ihre eigene entscheidung bei vollem bewusstsein und nicht unbedingt aus einer notlage heraus gefällt haben oder fällen werden.

    wie ich entscheiden würde oder entschieden hätte kann ich auch nicht sagen. letztendelich bin ich dankbar für das geschenk dreier gesunder kinder, die mir auch jetzt noch keine wirklichen sorgen machen.

  4. Eine ehemalige Freundin von mir wurde unerwartet schwanger.

    wie wird frau unerwartet schwanger, tropi oder gummi egal?

    • Tropi?
      Ja und wie wird man unerwartet schwanger? Da gibt es zig Möglichkeiten. Eine davon ist, dass man auf Gefahren wie Geschlechtskrankheiten keine Rücksicht nimmt und irgendwann einmal erzählt bekam, dass man nie Kinder kriegen könnte.

  5. Ich war mit 17 schwanger – und habe abgetrieben. Ich war zu der Zeit ein psychisches Wrack und nahm auch Medikamente die vermutlich das Kind geschadet hätten. Aber auch wenn ich diese Medikamente nicht genommen hätte – ich hätte vermutlich abgetrieben. Ich nahm damals die Pille, warum ich trotzdem schwanger wurde – ich weiß es nicht, Durchfall, Erbrechen, kein Plan.
    Heute bin ich 25 und kinderlos – und werde es vermutlich noch einige Zeit bleiben. Ich habe einen festen Partner (von ihm wäre damals auch das Kind gewesen) aber wir stehen nicht so im Leben wie man es als Eltern tun sollten. Ich gehe im Schichtdienst arbeiten, er ist Student. Finanzielle Rücklagen sucht man vergebens. Wenn ich einen kleinen Menschen in die Welt setze möchte ich ihm etwas bieten können. Will mir nicht bei jeder Puppe überlegen, ob das Geld dann noch fürs Essen reicht, ob ich mir das für mein Kind leisten kann.
    Ich war davor immer eine Abtreibungsgegnerin, habe immer gesagt, das käme für mich nie in Frage. Heute sage ich, dass das jedes Mädchen, jede Frau für sich selbst entscheiden muss. Und damit leben muss.

  6. ich weiß nicht bodensatz ob die bilder wirklich so schockend sind. ich bin zwar einiges vom job her gewohnt ( medizinischer bereich ) aber wenn auch wenn man diese bilder nüchtern betrachtet, also mit wenigen emotionen, dann sind sie nicht so schockend.
    vielleicht bin ich aber auch nur so abgestumpft.

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