surface

Albern können wir sein.

Gemeinsam lachen, das geht.

Spitz aufeinander sein. Nicht die Finger voneinander lassen. Das können wir.

Wir können ruhig atmend nebeneinander liegen ohne sprechen zu müssen.

Wir können im selben Raum sein, ohne uns anzuöden, auch wenn wir uns mal nicht miteinander beschäftigen.

Wir können uns austauschen, manchmal, oft, über Dinge die vermeintlich wichtig sind im Leben.

Wenn man uns nicht kennen würde und uns so beobachtet, könnte man oberflächlich behaupten, wir würden zusammenpassen. Weil es so stimmig ist. Weil wir beide kleine Trottel sind in unserem Verhalten. Uns ergänzen und uns hochschaukeln in absoluter Knallkopfigkeit. Weil wir beide aufeinander hocken können, ohne dem anderen das Gesicht blutig prügeln zu wollen. Weil wir, je öfter wir miteinander schlafen, uns immer mehr aufeinander einspielen. Weil es auf eine seltsame Weise passt.

Aber da ist es. Dieses Wort.

Oh wunderschöne Oberflächlichkeit. Denn genau das ist es. Oberflächlich.

Du sagtest, du hättest mir Dinge anvertraut, die fast keiner weiß. Dies ehrt dich. Warum du das tust, weiß ich nicht. Vielleicht weil man mir vertrauen kann. Oder vielleicht auch nur, weil ich zu einem guten Moment am richtigen Ort war. Genau da, als es zum ersten Mal den Wunsch gab, ein gut gehütetes Geheimnis auszusprechen.

Aber sobald Themen angeschnitten werden, wo wir uns uneinig sind, endet es meist in der Flucht. Nicht nach vorne. Feige wird es ausgeschwiegen. Kleine Punkte des Schweigens und dann einfach das Thema wechseln. Denn es könnte ja sein, dass die wunderbare Oberflächlichkeit, die wir uns aufgebaut haben, zerstört werden könnte. Vielleicht könnte man erkennen, dass diese kleine Freundschaftswelt, die wir uns aufgebaut haben, mit einem einzigen Satz weggefegt wird. Und das möchte man nicht riskieren. Lieber weiter auf der Oberfläche kichern und rülpsen und sich aufgeilen. Weil es doch so gut tut.

Du bist anders. Anders als so manche Menschen die ich kenne. Das ist gut. Denn das gäbe mir die Möglichkeit, mich zu reiben. Vielleicht auch mal zu erkennen, dass man auch andere Sichtweisen der Dinge haben könnte. Doch die Chance, die gibst du mir nicht.

Und so wird es bleiben. Bei der Oberflächlichkeit. Bei der wunderbaren kleinen Freundschaft mit Extras und Kuchen.

Es soll mir Recht sein. Denn so muss ich keine Angst haben, mich emotional zu tief und zu innig an dich zu binden. Du hältst mich auf Abstand obwohl du meinst, du würdest dich doch so sehr öffnen. Aber eigentlich entspricht das alles nicht dir. Habe ich das Gefühl. Weil ich glaube, dass du selber nicht weißt wo du hin sollst mit dir, deinen Gedanken. Und doch wirkst du so abgeklärt. So sicher in allem sodass es einem fast Angst macht mit welch einer Entschlossenheit du die Dinge angehst. Doch was davon die aufgemalte harte Schale ist, werde ich wohl nie erfahren. Denn es könnte dich verletzlich machen. Und es könnte mich dazu bewegen, mich von dir abzuwenden.

Du wirst mich nicht verstehen. Wirst dich vielleicht angegriffen fühlen. Wirst dir vielleicht denken, dass dies unnötig ist. Aber so ist das, wenn man Dinge schreibt und offenlegt. Es trifft einen manchmal an Stellen, die einem nicht passen.

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