Männerliebe

Heute ein kleines Quiz an all die heterosexuellen Männer die sich hier her verirren.

Bitte kuckt euch dieses Bild an.

Tut dies, nicht unter dem Standpunkt ob das Foto ein gutes Foto ist, im Sinne von Technik und Umsetzung. Sondern im Bezug darauf, ob ihr so einen kleinen Ekelschauer kriegt, wenn ihr euch das anseht.

Und nun, seht euch dieses Bild an.

Das ist schön liebe Männer, stimmt’s? Zwei sich küssende Frauen. So zärtlich und zurückhaltend. Ihr selbst seht euch vor diesen beiden Frauen stehen, hört vielleicht das schmatzende Geräusch wenn ihre Lippen wieder voneinander lassen.  Stellt es euch vielleicht sogar vor, wie sie noch weiter gehen. Sich zärtlich, fast schüchtern, über ihr Brüste streichen, ein tiefer Blick in eure Augen, bevor sie sich wieder der Weiblichkeit widmen. Am Schluss sind sie nackt, penetrieren sich gegenseitig und ihr steht wichsend und frohlockend daneben. Vielleicht habt ihr ja auch das Glück und euer Wichsvorlagenphantasie-Schreiberling lässt euch sogar mitmachen.

Zusammengefasst. Hetero-Männer finden

Küssende Männer „Bäh!“

Küssende Frauen „Woop woop!!!“.

Zu Beginn, liebe Männer, gleich mal eine Feststellung meinerseits, damit wir wissen, worum es geht und wir die Fronten geklärt hätten.

„Schwul ist KEIN Schimpfwort!“

Natürlich ertappe auch ich mich dabei, verbal geprägt durch Pseudo-Ghetto-Slang, Dinge als „schwul“ zu betiteln und dies immer im negativen Sinne. Ist das Selbe wie mit den Begriffen „Neger“, „behindert“, „Spasti“ und „Emo“. Alles Begriffe, die, wenn man es ganz genau und politisch absolut korrekt nimmt, nicht dazu da sind um negative Aussagen jeglicher Art zu bekräftigen oder für sich alleinstehend als Schimpfworte verwendet zu werden.

Aber bei vielen von euch Männern, euch Heten-Luder, gilt das grundsätzlich als Schimpfwort. Das Wort „schwul“, alleine für sich, wird als Beschimpfung für einen anderen Hetero-Kerl verwendet. Und der ist dann meist auch ziemlich betroffen und wäre es nicht „schwul“, dann würde er wohl anfangen zu weinen. Denn in den Augen eines solchen Mannes, ist „schwul“ gleichbedeutend mit dem Verlust der hochgeschätzten Männlichkeit. Als würde das Testosteron aus dem Körper gezapft werden, um durch Klischee-Getränke die quietschend bunt sind und Schirmchen haben, ersetzt zu werden.

Immer ein voller Treffer wenn man auf volltrunkene Männer trifft, des Abends, in der Asi-Kneipe nebenan. Sag als Frau zu einem dieser Typen, dass man dachte er sei „schwul“. 99% der Männer, die sich davon beschimpft fühlen, drohen einem mit der Aussage, dass sie es einem beweisen können, dass sie nicht „schwul“ sind. Gleich, sofort, auf dem Klo. So groß ist die Angst davor, als Männerliebender geoutet zu werden. In solch einem Zustand und in dem Zusammenhang, würde manche Männer wohl wirklich alles knallen was vermeintlich weiblich ist, nur um nicht den Homo-Stempel aufgedrückt zu kriegen.

Liebe Männer. Ich finde es ja ganz OK, dass ihr meint ihr müsstet euer Hetentum verteidigen. Wenn ihr meint, dass dies so wichtig sei, haut rein. Aber ich hasse diese unerträgliche Scheinheiligkeit mit der ihr an das Thema Homosexualität rangeht. Ich könnte jedem Kerl freiweg seine kleinen Eier abwürgen, wenn er fast kotzend neben einem sitzt weil Ennis del Mar und Jack Twist sich leidenschaftlich küssen. Ich hatte so ein Kaliber neben mir sitzen. Wir sahen uns den Film an. Bei den Sexszenen hielt er sich die Augen zu. Hallo? Das war kein Horrorfilm bei dem einem die Eingeweide ins Gesicht geschleudert werden. Das waren zwei Menschen die sich ineinander verliebt haben. Ich würde es vollkommen verstehen wenn ein Mann den Film so richtig schön beschissen findet, weil es nun mal um Liebe geht. Aber nicht, weil es um Liebe zwischen zwei Kerlen geht. Wenn es in dem Film um zwei knackige Frauen gegangen wäre, der Typ neben mir hätte mich nach ca. 10 Minuten angesprungen und sich wild an mir gerieben weil er so angespitzt wäre.

Es verlangt kein Mensch von euch, dass ihr euch freudig vor den Fernseher setzt, ihn ableckt und das Ganze noch mit Applaus untermalt. Aber zieht euch doch bitte mal den Stock aus dem Arsch. Oder seid endlich mal konsequent. Wenn ihr schon meint homoerotische Momente unschön zu finden, dann bitte tut das auch bei der weiblichen Version. Nur weil ihr gerne Teil dieses Schauspiels wärt und bei der anderen Konstellation nicht?

Was haben wir heute gelernt, liebe Männer?

Schwul ist kein Schimpfwort.

Wenn man Homoerotik schon unschön findet, dann bitte beide Sorten oder ohne dieses theatralische Würgen.

Emotionalität, ausgeprägte Körperhygiene, gewisse Kleidungsstücke sind nicht schwul.

Über Aufklärungen der der holden Hetero-Männlichkeit würde ich mich freuen. Vielleicht kann mir einer von euch plausibel erklären, warum ihr solche Angst vor anderen Männern habt.

[Achja… sehr lustig finde ich ja auch, dass viele Heteromänner eine absolute Mega-Angst haben, neben einem schwulen Mann zu liegen, vielleicht sogar noch zu schlafen. Es könnte ja sein, dass der einen anpackt und so. Liebe Hetero-Männer. Wenn ihr neben einer Frau liegt, packt ihr die auch automatisch an? Egal ob ihr sie attraktiv findet oder nicht? Hauptsache Titten? Nicht? Warum sollte es dann bitte bei den schwulen Kerlen so sein? Kchihi!]

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23 Gedanken zu “Männerliebe

  1. Vielleicht passt es nicht ganz in dies vorurteilsvoll geladene Raster: Aber ich – Hetero – finde es auch doof, wenn sich Heteros mitereinander in aller Öffentlichkeit küssen, sich dabei fotografieren lassen und dies später zur Schau stellen. Meist ist das – so mein Vorurteil wiederum – alles nur Show oder Provokation.

    • lächerlich. ich – homosexuell (schwul) – finde, dass die perfekte lösung folgendermaßen aussieht:
      egal ob hetero, homo, bi oder was auch immer. man soll so offen mit seiner sexualität umgehen können, wie man möchte. egal ob man sich in der öffentlichkeit küsst und fotos macht, händchen hält oder sich in einem cafe laut streitet. ob mann mit frau, frau mit frau oder mann mit mann – die liebe ist die selbe. und die liebe ist das entscheidende, nicht das geschlecht.
      was ich nicht verstehe: wenn ich jemandem sage, dass ich schwul bin, kommt oft die reaktion „hab ich kein problem mit“
      was für ein problem auch?
      zum abschluss: netter post 🙂 i like it

      • Was ich grundlegend verwirrend finde ist, dass man, sobald man homosexuell ist, dies seinem Umfeld „gestehen“ muss. Keinem Hetero fiele es ein, sich vor seine neue Bekanntschaft zu stellen und zu sagen „Übrigens, ich bin hetero. Ich hoffe du hast kein Problem damit.“. Was interessiert es mich, solange ich nicht selbst Interesse an dieser Person habe im Bereich Zweisamkeit, was der sich ins Bett zerrt oder ob er sich jetzt in Brad Pitt oder Angelina Jolie verknallt?

    • Es geht mir ja weniger um die bebilderte Zurschaustellung von vermeintlicher Liebe. Es geht mir darum, dass gewisse Dinge für gut empfunden werden, die man oberflächlich betrachtet in den selben Topf werfen kann, wie Dinge die als nicht schön geartet werden.
      Wenn sich Pärchen beim Küssen, Fummeln, etc. abknipsen ist mir das eher egal. Soll jeder das tun was er will. Auch ich habe auf meiner Festplatte diese obligatorischen Knutschbilder. Weil man vielleicht denkt es gehöre dazu. Aber wie gesagt, darum geht es mir gar nicht. Es geht mir um diese erschreckende Abneigung „Anderer“ gegenüber.

      • Ich erwischte mich vor Jahren dabei, wie ich „schwul“ mehrfach beleidigend benutzte. Um mich davon zu distanzieren, sagte ich daraufhin stets so etwas wie „Das finde ich total homosexuell.“, um Ironie mitschwingen zu lassen.
        Allerdings war es letztlich noch immer blöd, weswegen man mich darzeit zuweilen sagen hört, etwas sei total „hetero“. Das finde ich zugleich amüsant und gerechtfertigt, weil ich letztlich ja nur meinesgleichen niedermache.

        Und Knutschende finde ich geschlechterunabhängig mal widerwärtig, mal bezaubernd. So!

  2. vermutlich wissen sie, dass sie das sehr viel verallgemeinert haben. aber vermutlich haben sie bei 90% recht, auch wenn ich das nicht so verurteilend sagen würde.
    ich meine die jungs werden ja auch von ganz klein an so erzogen, nenn mir mal ein elternteil (besonders väter (die aber ja auch nur so erzogen wurden)), die ienem jungen gerne eine puppe kaufen würden, oder etwas rosanes. ich kenne auch keinen jungen der bei mir mal im bett schlafen durfte, geschweige denn mit mir gekuschelt hätte, bei frauen war das zumindest im kinderalter ganz normal, teilweise ist das auch mit >20 noch so.

    das man sich bei einem kuss zw. männern die augen zuhält ist mir zwar unbegreiflich, aber sei es drum.

    zu den bildern, ehrlich gesagt hat mich (hetero) das obere bild ja mehr angesprochen, weil die stimmung besser ist, und der kuss zw. den frauen auch eher langweilig aussieht.davon abgesehen sind es auch nicht die schönsten frauen..

    PS: das mit den männern wird wohl einfach noch ne zeit dauern… dieses ganze „metrosexuell“ oder „emo-zeug“ ist in gewisser weise ja eine art damit sich auseinanderzusetzen.

    PS2: im übrigen sollten sich dann aber vielleicht auch mal die frauen anschauen. ich kenne zumindest nicht nur eine die auf „richtige männer“ steht. und das sind 2 meter schränke, am besten geht er täglich ins fitnessstudio, macht einen urmännlichen beruf, fährt tiefergelegte autos, prollt fleissig rum und behandelt die freunding wie einen gegenstand. solange es genügend frauen gibt, die sowas toll finden, wird es sie weiterhin geben… denn meine erfahrung ist: frauen wollen keine typen die manchmal weinen, die am leben zweifeln, …

    • Na sicher verallgemeinere ich. 😀 Wie langweilig wäre es, wenn ich expilizit eine Person aus dem Menschensumpf herausnehmen würde, um mich über das Thema auszulassen. Aber es ist eben die Erfahrung die ich mache, mit meinem Umfeld. Das gewisse Dinge nicht gern gesehen werden. Und das widert mich an. Oder ich verstehe es zumindest nicht.
      Und auch ich gehöre zu den Frauen, die gerne von sich behaupten, sie stünde auf „richtige Männer“. Nur das du hier eben auch verallgemeinerst. Weil nunmal nicht jeder große Kerl mit breitem Kreuz in das Raster passt mit Prollkarre und Muckibudenbonuskarte. Aber es geht auch nicht darum, ob Männer weich oder emotional sind. Es geht um die Männer, die bei „schwulen Interaktionen“ den Kopf einstecken aber bei einer netten Lesbenaction sabbernd klatschen und mitspielen wollen.

      • ist schon klar. nur reagieren manche menschen vielleicht ja auch so, weil sie „richtige männer“ sein wollen / sollen. stellt dir mal vor du schaust in der schule mit der klasse so einem film. vermutlich wird jeder mann, der sich nicht die augen zu hält oder wegschaut als schwul beschrieben/beschimpft. natürlich verallgemeinert und vereinfacht.

        und so geht es natürlich auch darum ob männer weich und emotional sind. denn wenn man in „deren augen“ dann als schwul bezeichnet wird, bzw. das typisch schwule verhaltensweisen sind, und man alles tun würde um das zu verhindern, hält man sich vielleicht auch die augen vor sowas zu. zum einen um sich selbst zu schützen, zum anderen um die fassade vor den anderen zu wahren..

      • Böses Umfeld. Bööööööööses Umfeld.
        Wenn ich wirklich so einen harten Kerl markieren will, dann geht mir das an meinem stahlharten Arsch vorbei, was andere darüber denken wenn ich den Anblick knutschender Männer „ertrage“. Meine kleine logische Schlussfolgerung.
        Weil wenn ich ja dann so ein furchtbar harter Kerl bin, dann haben die anderen vor mir Respekt. 😀
        Tschuldigung, ich muss lachen.
        Ich glaube in Zeiten, in denen es total legitim ist über jede noch so eigenartige Sexpraktik zu sprechen, zu schreiben (die ich keineswegs werten möchte) sollten wir auch imstande sein, die Augen bei einem simplen Kuss, mit Zunge, aufzubehalten. Weil in anderen Bereichen sind wir doch auch total open minded.

    • natürlich sollten sie, da haben wir doch die gleiche meinung. ich selbst glaub aber noch nicht so recht daran. nicht in den nächsten 10,20 jahren…

      gutes beispiel auch: fußball. es gibt keine homosexualität im fußball. selbst im frauenfußball ist das ein ziemliches tabu thema. im männerfußball droht dir der tod. einfach mal nach „fußball homosexualität“ googlen. und wenn das in DEM männersport so in den köpfen ist, glaub ich wird es noch genügend männer in 30 jahren geben, die sich die augen zuhalten…

  3. Die beiden Frauen küssen sich ja gar nicht richtig, die halten nur ihre Münder aufeinander, also: Bäh! Nö, wie @bastian schon richtig schrieb: „Knutschende finde ich geschlechterunabhängig mal widerwärtig, mal bezaubernd.“ Aber wie ich das finde, darauf kommt es ja gar nicht an. Es kommtdarauf an, wie die Knutschenden das finden. Und findet ein Knutschender das Knutschen toll, dann soll er es wegen mir immer und überall machen. Und Fotos davon. Und sie ins Web stellen, gerne.

    (Wenn der Knutschende das toll findet, dann sehen meist auch die Bilder bezaubernd aus, soviel Erfahrungen habe ich in meinem Leben schon gemacht. Geschlechterunabhängig. Wenn der Knutschende sich langweilt, dann langweilen meist auch die Bilder, so wie auf dem unteren Bild.)

  4. Dein Blogbeitrag erinnert mich an Reaktionen auf eine Frage, die ich mal in einer Mailingliste zum Thema Sexualität gestellt habe. Die Frage lautete, wer schon Erfahrungen mit Dreiern gemacht hat. Die Antworten waren AUSSCHLIEßLICH solche, die das Szenario „ein Mann, zwei Frauen“ beschrieben. Die Meinung war weiterhin, dass das doch auf Dauer sehr anstrengend sei und sie die Zweisamkeit bevorzugten. Als ich dann mal nachhakte und fragte, wie es mit Erfahrungen mit zwei Männern und einer Frau sei, erhielt ich von denselben Männern die Reaktion „Nee, das finde ich ekelhaft, meine Freundin mit einem anderen Mann teilen und dabei sein?“ Das Teilen der Freundin mit einer anderen Frau hingegen wurde im schlimmsten Fall als anstrengend, weil konditionsfördernd, empfunden. Es äußerte sich übrigens keine der zahlreich anwesenden Frauen zu dem Thema.

    Mich persönlich hat diese „Differenzierung“ meiner Geschlechtsgenossen schon immer maßlos geärgert, auch schon als ich noch im Teenager-Alter war und von meiner Bisexualität noch gar nichts wusste bzw. diese noch gar nicht auslebte.

  5. Oh man, es geht ja wie in jeder Diskussion mal wieder vom Hundertsten ins Tausendste.
    Es ist doch völlig ok, wenn manche Männer sich die Augen verschließen, wenn sie etwas sehen, dass ihnen zu wieder ist. Ist doch völlig normal. Manche Menschen schließen doch auch die Augen, wenn sie zum Beispiel einem Unfall beiwohnen oder beim Arzt sitzen und eine Spritze sehen. Das liegt doch einfach in der Natur des Menschen. Ebenfalls liegt es zum Teil natürlich auch an der Erziehung oder an der Angst, die wohlmöglich durch Erziehung und/oder Erlebnisse beeinflusst ist.
    Es ist einfach so, dass man manches als schön und anziehend sieht, anderes als abstoßend. Das es diese Gegensätze aber in allen Lebenslagen gibt. Man sollte hier einfach nicht so verallgemeinern, natürlich ist das toll, weil man dann schon irgendwen treffen kann, aber ein wirklicher Beitrag zur „PRO-Schwule“ ist es jetzt leider auch nicht. Ich kann nur von meiner Seite aus sagen, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen persönlichen Wahrnehmung und dem Allgemeinen. Wenn sich schöne Menschen küssen finde ich es toll, wenn sich hässliche Menschen küssen, tue ich es nicht. Dabei habe ich im Allgemeinen nichts gegen das Küssen an sich. Wenn sich zwei schöne Männer küssen, finde ich das auch toll, sehen sie aber merkwürdig aus, oder einfach nur hässlich in meinen Augen, empfinde ich es abstoßend. Das gleiche ist es doch auch bei zwei sich küssenden Frauen, oder einem Heteropaar. Man bewundert das Schöne, ist mit Neid erfüllt und will es besitzen oder selbst ein Teil sein. Ist es hässlich, ist es etwas weniger Wertvolles und es macht im Kopf keinen Sinn, es besitzen zu müssen.
    Es gibt doch auch Frauen, die sich immer wieder fragen, wenn sie ein schwules Paar sehen:“warum muss denn der tolle Mann jetzt schwul sein?“, das ist nun auch nichts anderes, man setzt sich mit dem Thema auseinander und denk im negativen Sinne darüber nach, ob es nun ein Augenverschließen sein muss, oder der anhimmelnde Blick mit der Unterschrift „warum nicht ich?“, alles das gleiche.
    Man kann es leider nie allen Menschen recht machen und das ist doch auch gut so?!

    • Ich bilde mir sicher nicht ein durch einen kleinen Beitrag zu meinen Erfahrungen die ich mache, gleich einen wertvollen Pro-Schwule-Beitrag geschrieben zu haben. Es geht mir wie gesagt darum, dass ich es nicht verstehe. Und sicher, ich sehe es vollkommen ein, dass man dies nicht zwingend schön finden muss. Aber diese Abwertung finde ich unangebracht. Egal wer sich wo küsst, befummelt. Ob hässlich, schön, schwul, hetero, triplesexuell. Es ist nicht das Augen verschließen. Es ist der Ekel der mit dem Verschließen der Augen einhergeht. Das verstehe ich nicht. Und will ich auch nicht verstehen.
      Aber nur so am Rande. Ich finde es faszinierend, dass ein Kuss von zwei Männern mit dem Anblick eines Unfalls oder der Spritze beim Arztbesuch gleichgesetzt wird… nur mal so.

      • Ja, weil es im groben nichts anderes ist. Ob ich nun vor Gegenständen, vor Prozessen, Situationen oder Menschen Angst, Ekel, Liebe oder Hingabe empfinde, alles Eins. Es kommt auf die Person an. Es gibt Menschen, die finden den Sex mit Gummipuppen als die eigentliche sexuelle Erfüllung, andere dagegen sehen das als asozial, krankhaftes und teilweise auch ekelhaftes Verhalten an. Was sagst du dazu? Auf welche Seite schlägst dich denn da. Ist da ok, etwas ekel zu empfinden? Oder nicht?
        Wenn ein Mann ein Kind küsst, weil er es liebt, ist das dann ekelig? Ja, natürlich heute schon. Damals haben die Griechen ständig mit Kindern rumgemacht. Damals war das ok, weil die Gesellschaft so war, heute ist das natürlich nicht mehr vorstellbar und dagegen sollte natürlich auch vorgegangen werden. Das mit dem Schwulen-Ekel ist aber auch nur von der Zeit in der Geschichte abhängig. Es wird nicht immer so bleiben. Irgendwann wird kein Hahn mehr danach krähen, ob wer schwul ist oder nicht. Zumindest nicht mehr als es jetzt mit den Heteropaaren ist. Aber das Problem ist ja auch einfach das der ständigen Wiederholung, weil immer sobald das Thema fast unter dem Tisch liegt, wieder aufgewärmt wird. Das ist nervig. Die Sache ist doch so gut wie durch, aber dann immer und immer wieder. Das macht es doch nicht besser. Vor allem nicht, wenn man so rebellisch vorgeht. Da merkt man mal wieder, das die werten Frauen keine wirkliche Ahnung vom Mann haben. Zwar wissen sie, dass wenn sie mit dem Hintern wackeln, das für den Mann ein schönes Gedankenliebkosen ist, aber der Mann lässt sich auch nicht irgendetwas unterstellen.
        Ich könnte ja auch darüber schreiben, wie solche MARTIAL-ART-Kampflesben oder Amazonen Männer absolut hassen, gegen sie vorgehen und nicht wirklich zu einem friedlichen Miteinander beitragen. Allein einem Geschlecht den schwarzen Peter zu zuschieben ist leicht, aber beide Seiten zu betrachten ist schon so viel schwerer.
        Naja, man muss ja auch nicht alles verstehen, das musst du nicht und das muss ich auch nicht. Zum Beispiel versteh ich nicht, dass man nicht Lichtgeschwindigkeit erreichen kann. Ich kann und will das nicht verstehen. Muss doch möglich sein. Man muss versuchen Möglichkeiten zu finden und nicht zu wettern.

      • Ist ja alles gut und schön. Ich möchte ja auch niemanden bekehren. Liegt mir ferner denn je. Weil ich mir das Recht nicht dazu herausnehme. Aber hier geht es darum wie ICH die Dinge sehe. Es geht nicht um richtig oder falsch. Es geht ganz allein um mich. Ich kleine egoistische Sau. Und Sie müssen es nicht verstehen. Keinesfalls. Akzeptieren. Das wär mal ein Anfang.
        Und einerseits mir totale Verallgemeinerung vorwerfen aber dann selbst alle Frauen über einen Kamm wursteln? Finden Sie den Widerspruch?
        Und keiner ist gezwungen meine kleinen Verballausfälle zu lesen. Das ist das Schöne am Internet. Weiterklicken und gut ist.
        Und ganz eigentlich, will ich mich nicht rechtfertigen müssen. Und werde dies nun auch nicht mehr tun. Weil ich nunmal Dinge nicht verstehe, sie gerne verstehen würde. Angegriffen zu werden, nur weil man nicht gerade den Geschmack des werten Lesers getroffen hat, finde ich da eher unangebracht.
        Und wer meine Beiträge kennt, wird Ihnen bestätigen, dass ich mich eigentlich meist auf die Seite der werten Männlichkeit schlage. Nur noch so als Abschluss.
        Danke fürs Lesen. Für die Kommentare. Ich werde mir Gedanken machen.
        Peace und so. 😉

  6. Das beschriebene Phänomen existiert leider wirklich. Beobachte es auch regelmäßig. Dadurch versuchen die vom Kurzschwanzsyndrom geplagten Männchen ihrer Umgebung zu vermitteln, dass sie tooootaaal voll krass männlich sind. Alles Scheißerziehung. Wie die Alten, so die Brut. Was erwartet Ihr auch, wenn Generationen seit Jahrhunderten eingetrichtert wurde, dass alles, was nicht hetero und verheiratet ist, des Teufels sei.

    Keine eigene Meinung, nur heranerzogener Mist. Wie Kindergarten. Der eine zeigt mit dem Finger und alle anderen pfeifen. Kann und will ich nicht verstehen.

    Auch dieser Vergleich mit Spritze und Unfall, Herr von Katz, tz tz tz…

    • Man sollte diese Menschen einfach machen lassen, solange wie ncihts passiert ist doch alles ok. Und wenn sie die Schwulen beleidigen, dann sollten erstmal die Schwulen den Mund aufmachen. Im KIndergarten macht man ja anfangs auch erst einmal nichts, sieht sich das alles an und guckt, ob sich der Streit um den Schokokuss vielelicht von allein aus der Welt räumt und wenn das nicht geht, dann kann man immer noch eingreifen.
      ich habe auch einmal Dreadlocks gehabt in einem arg konservativem Dorf udn diese Gemeinde ist mit mir auch sehr ruppig umgesprungen, aber mir war es egal. Also entweder man steht hinter einer Sache oder man lässt es. Ich musst mir auch viel schlimme Worte anhören, aber na und. Man muss eben auch etwas stärke beweisen können.

      • Ich finde es unangebracht. Aus. Punkt. Ich finde so ein Verhalten kindisch, lächerlich und abstoßend. Neben einem erwachsenen Mann sitzen, der sich vor Ekel hinter einem Kissen versteckt, nur weil sich Männer unsittlich berühren, produziert bei mir Fremdscham.
        Und dies darf ich kundtun. So einfach ist das. 🙂

  7. Danke für diesen Blogeintrag.

    Da kann man nicht oft genug wiederholen, ich selbst bin homosexuell und habe schon einige vermeidliche Freunde verloren, weil sie das Schwulsein als Krankheit bezeichneten die geheilt werden müsste. Jedoch begrüßten das Frauen sich küssen und rummachen, am besten noch öffentlich. Paradox, oder? Genau wie du es Beschrieben hast.

    Meine Güte! Was für eine verdrehte Welt.

  8. Das mit dem Ekel ist – sowohl bei schwulen Sexszenen als auch bei spritzenden Gedärmen – nur eine Frage der Gewöhnung. Ein paar Folgen ‚Queer as Folk‘ und die Bergromanze löst ganz bestimmt keine Schutzreaktionen mehr hervor.

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