Höllenfeuer

Seit Tagen schlage ich mich herum mit einer fixen Idee. Einem Horrorszenario das sich immer und immer wieder in meinem Kopf abspielt.

Wie damals, als ich mir „Der Exorzist – Directors Cut“  im Kino ansah und Nachts im Bett lag, nicht einschlafen konnte, weil Regan Teresa MacNeil in Dauerschleife die Treppe herunter rannte, auf allen Vieren, mit dem Bauch nach oben, dem Gesicht nach vorne gerichtet und mir als großes Finale grüne Erbsensuppe entgegen spuckte. Dies machte sie an dem Abend an die hundert Mal bis ich sie endlich mit meiner Müdigkeit verdrängen konnte.

Momentan ist es jedoch eine andere Form von Kopfkino, mit der ich mich herumschlage. Nicht die, bei der man zur Ablenkung einfach eine andere DVD einlegen kann. Welche mit Hoppelhäschen die auf blühenden Frühlingswiesen Schmetterlingen hinterher jagen (um sie dann blutrünstig zu verspeisen indem sie ihnen die kleinen zierlichen Köpfe mit ihren Hasenzähnen abreißen). Es geht um Größeres.

Eine Angst die sich eingepflanzt hat in mein Denken, ein wirrer Tagtraum. Vergleichbar mit einem Bläschen auf der Zunge. Immer wieder muss man sich damit beschäftigen. Man spielt dran herum und irgendwann tut es sogar ein bisschen weh, weil man es zu sehr reizt.

Es ist eines dieser Gedankenmuster, die mich dazu treiben, Schlachtpläne auszuarbeiten. Es geht sogar schon so weit, dass ich mir jeden Schritt notiert habe und im schlimmsten aller schlimmsten Fälle nur noch abhaken müsste, wie eine Checkliste. Es fehlte nur noch eine Excel-Tabelle. Farblich strukturiert um Emotionen und Ausraster einzuplanen. Zeitpuffer und einem abschließenden Tortendiagramm das mir zeigt, ob ich auch genug Sachlichkeit an den Tag gelegt hatte oder mir vielleicht doch noch ein bisschen Pathos gönnen könnte. Wenn es denn wirklich so weit kommen würde.

Und dann noch dieses Umfeld. Ein Umfeld das es schafft, mir mit einfach dahingesagten Äußerungen den Angstschweiß in die Poren zu treiben. Sie sagen diese Sachen zu mir ohne meine Angst zu kennen. Und gerade das gibt dieser Futter. Die Bestätigung die ich suche.

Es wird sich bald zeigen ob mein Kopfkino nur wieder einmal eine dumme Hollywoodverfilmung meiner Neurosen oder doch eine Dokumentation über mein echtes Leben war, die ich nicht beeinflussen konnte.

Und so werde ich wohl weiterhin alle Eventualitäten abwägen und meinem verängstigten und starren Ich versuchen Mut zuzusprechen.

Aber wenn doch nur die Leute aufhören würden Öl in meine Gedankenhölle zu gießen.

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