Bumsfidel

Durch die Emanzipation und das Ablegen altbewährter Verhaltensmuster war es plötzlich nicht mehr schlimm, wenn frau sich einen Kerl suchte, mit dem sie zwar ab und an gerne den Horizontaltango tanzte, aber anderweitig nicht an diesen Herrn gebunden war.

Es muss nicht zwingend diese One-Night-Stand-Nummer sein. Manche halten sich kleine Fickfreunde, zu denen man halt gerne mal geht, wenn die scheinbare Not am Größten ist. Meist versteht man sich sogar noch ziemlich gut mit dem Fickknaben, aber zu mehr reicht es halt nun mal nicht und man ist sich auch im Klaren, das es nie mehr sein wird als pure Körperakrobatik. Oftmals wollen die besagten Frauen einfach keine feste Bindung. Vielleicht weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben oder einfach die Schnauze voll haben von diesem ständigen Suchen und nicht Finden des ominösen Mr. Right. Oder es gibt ein kleines Manko, dass die beiden davon abhält glückselig auf Wolke 7 weiter zu rammeln.

Ooooder die Frau bildet sich ein, sie hätte so eine Beziehung nicht nötig. Weil sie emanzipiert genug ist, um sich nur das zu holen was sie braucht. In diesem Fall Sex. Meint diese Frau. Redet sie sich ein. Behaupte ich jetzt einfach mal, dass es auch solche Kaliber gibt. Und in gewisser Hinsicht soll es genau um diese Damen gehen. Um die, die tief in ihrem Inneren immer noch auf den Prinzen warten der sie mit wehenden Fahnen aus dem dritten Stock ihrer Singlebude errettet und in eine Doppelhaushälfte im Grünen entführt mit wunderschönem Zaun vor dem akkurat geschnittenen Rasen.

Dies soll eine Warnung an all die Männer sein die meinen sie hätten den Volltreffer gelandet. Die es vogelwild mit Fräulein Emanzipation treiben und nicht auf Jahrestage und sonstige Festivitäten achten müssen weil es das in ihrem kleinen Kosmos nicht gibt. Denn genau ihr könntet an eine Lady geraten sein, der es eben nicht egal ist.

Irgendwann lernt man sich kennen. Oder vielleicht kennt man sich sogar schon ewig. Dann ist diese Party, der Alkohol, die vermeintlich guten Gespräche die man im Nachhinein mit einem „Laldipaldidadadadadahuuuuuuuuui“ zusammenfassen kann. Irgendwann diese Blicke. Genau DIE Blicke. Zufällige Berührungen und irgendwann klebt man aneinander wie die frischesten Teenies und bohrt leidenschaftlich mit der Zunge im Mund des Anderen herum. Angespitzt wie Schmids Katze, Nachbars Lumpi und die Sexheftchen unter Hempels Sofa, purzelt man ins Bett und treibt es vogelwildst miteinander. Wenn am nächsten Tag kein peinliches riesiges plüschiges rosa Schweigen im Raum steht, dann war alles gut und die beiden können getrost auseinander gehen ohne sich zu fragen, ob man nicht vielleicht doch mal einen kurzen Anruf bei den MIB tätigen sollte.

Und vielleicht war es so gut, sodass man sich irgendwie darauf einigte, dass man so etwas doch öfter machen könnte. Ohne die Party als Vorwand. Einfach so. Weil man so dermaßen fortgeschritten ist in seinem Denken und Handeln, dass man Liebe und Sex getrost in zwei unterschiedliche Schubladen packen kann.

(Zwischending: Ich frage mich ja immer, wenn man Sex und Liebe so einfach trennen kann, wieso ist dann einer der vielen Gründe warum Beziehungen scheitern der Sex? Wenn man das doch trennen kann?!)

Und weil man gerne Sex miteinander hat und sich ja immer noch gut versteht. Eine Freundschaft mit Bonus. Man hat keine Verpflichtung dem Anderen gegenüber. Steckt in keinem Konstrukt namens „Beziehung“ das so viele schon fast als Gefängnis sehen aus dem es kein Entkommen gibt. Und es läuft alles super. Man lacht zusammen, fickt und küsst und kann trotzdem tun und lassen was man will weil man dem Anderen nichts versprochen hat.

Und hier fängt sie an die Misere. Eine gute Freundin meinte einmal, dass Frauen keinen guten Sex haben könnten, wenn keine Gefühle dabei wären. Diese Aussage finde ich ein bisschen übertrieben. Ich glaube schon das die Triebhaftigkeit einer Frau ausreicht um zu erkennen wenn sie den besten Sex ihres Lebens mit einem Mann hat den sie nicht gerade ihren Eltern als zukünftigen Ehemann vorstellen will. Und sicher sieht man in einer Beziehung gerne mal über mittelmäßigen Sex hinweg weil dort dann während dem Akt mehr Gefühle mitspielen als das pure Bedürfnis dummgefickt zu werden. Doch viele Frauen schaffen es dann doch nicht. Diese Trennung. Ich nenne sie einfach mal die Heimlich-Lieber.

Heimlich-Lieber sind Frauen die knallhart sind. Denen kann man nichts vormachen. Weder beruflich noch privat. Sie sind die harten Säue der Nation und zeigen jedem Kerl wo der Hammer hängt, denn sie haben den nötigen Nagel dazu in die Betonwand gedroschen. Und irgendwie sind sie doch kleine Pflänzchen die umsorgt werden wollen. Es sind diejenigen Frauen, die jede emotionale Wandlung ihres Inneren mit einem „lächerlich“ abtun und dann im Gegenzug erst mal was richtig arschiges machen um sich ein bisschen besser zu fühlen. Sie finden dann eben diesen Kerl und lassen sich auf ein kleines Bettabenteuer ein. Das füllt sie in dem Moment auch vollkommen aus. Vielleicht sind sie sogar ein bisschen stolz auf sich weil sie es geschafft haben, sich einfach mal gehen zu lassen und meinen sich endlich von der Weibchenschiene getrennt zu haben. Doch dann passiert es das, ohne jegliche Vorwarnung und die SMS, die an das Date erinnern soll, mehr als ein schmutziges Grinsen auslöst. Plötzlich pflanzen sich Besitzansprüche in das Hirn des Heimlich-Liebers. Gelassen und cool wie eh und je sitzt sie mit ihrem Bumshäschen im Lokal und debattiert mit ihm darüber welche Frau denn nun attraktiv sei und welche nicht. Welche man ihm vielleicht sogar andrehen würde, so als weitere Gespielin oder vielleicht sogar als feste Freundin. Man ist die Coolness in Person und irgendwie merkt man aber doch, dass da so ein minimales Pieksen ist, wenn er einer Frau ein bisschen länger auf den Hintern glotzt. Erschrocken schüttelt man den Kopf und erinnert sich wieder daran worum es eigentlich. Nämlich den Spaß an der Freude. Mehr ist da nicht. Und meistens ist es auch so. Da ist nicht mehr. Diese Frau würde wohl lieber mit Thomas Gottschalk wilde Sexorgien feiern während die Flippers ein AC/DC-Best-Of geben, bevor sie sich eine Beziehung mit dem Kerl vorstellen könnte. Weil es halt doch einfach nur kistentechnisch passt und das Herz nicht kurz stehenbleibt wenn er gierig seine Lippen auf ihre presst. Aber doch entwickelt sich dieses „das ist meins“-Gefühl. Eine eigenartige Form der Eifersucht entsteht, und wenn er davon erzählt wie er an dem einen Abend, an dem sie noch telefoniert und doch so viel Spaß miteinander hatten, spontan in sein Lieblingslokal ging und dort eine Hammerbraut abgeschleppt hat, bohrt sich ein kleiner fieser Dolch in die Brust der Heimlich-Lieberin. Tapfer grinst sie, beglückwünscht ihn und überlegt sich wie sie diesen Typen nur an sich binden kann. Vielleicht treibt es sie sogar so weit, dass sie sich Sex-Ratgeber kauft, sich neue Unterwäsche gönnt und sich die wildesten Sextraumumsetzungen ausdenkt. Nur um ihn irgendwie zu halten. Denn irgendwann ist der Punkt gekommen, da sieht sie ihre Felle davonschwimmen. Und sie will es einfach nicht verlieren. Dieses begehrt werden. Dieses sich fallen lassen können. Dieses Gefühl der kleinen sexuellen Revolution.

Und vor diesen Frauen, liebe Männer, solltet ihr euch besser verstecken. Das Schlimme ist, man sieht es ihnen nicht an. Aber es wird genau dort enden, wo eine richtige Beziehung schlimmstenfalls endet. Im Tal der Tränen. Nicht zwingend für euch liebe Herren, aber für euer kleines, liebevoll genanntes, Fickflittchen. Ihr werdet sie nicht auf Anhieb erkennen, aber ihr könnt lernen die Zeichen zu deuten. Und sie wird euch unterschwellig kleine Botschaften zukommen lassen. Ihr müsst nur lernen sie zu decodieren. Und das zu machen ohne falsche Schlüsse zu ziehen ist dann natürlich wieder eine Kunst für sich.

Denn egal ob ausgewaschenes Miststück mit „notgeil“ auf dem Hirn tätowiert oder kleines Mäuschen das doch nur geliebt werden will, sie bleiben Frauen. Und wer die verstehen will, der hat sich einiges vorgenommen. Nicht mal ich verstehe sie und bin ein Teil dieser Spezies.

Advertisements

3 Gedanken zu “Bumsfidel

  1. naaaajaaa… 😉 das ist genauso wie, wenn der monsieur sagt „so sind männer halt“ – nur weil er so ist. es gibt solche und solche weibsen. und das muss wohl nicht immer heimliche liebe sein, sondern einfach nur verletztes ego, wenn die superduper lockere affaire ohne gefühle mit ner anderen noch rummacht.
    btw: würden die kerle oder wir uns selbst verstehen, wäre das ganze arschlangweilig. hau. es hat gesprochen. so gesehen, ist’s doch halb so schlimm. 😉

    • Natürlich gibt’s solche und solche. Alle in einen Topf zu werfen fiele mir nicht im Traum ein. Und das es zum Teil der gekränkte Stolz ist wird eigentlich dadurch verdeutlicht, dass sich diese Sorte von Frau eigentlich nie was Festes mit dem Fickfreund vorstellen könnte. Aber durch das begehrt werden entsteht in meinen Augen ein plötzlicher unbewusster Besitzanspruch. Und darum sollte es gehen.
      Und ich fände es ganz gut, wenn die Dinge weniger kompliziert wären. Schon allein die Nummer, dass viele Frauen meinen in Rätseln sprechen zu müssen, sich dann aber wundern das man(n) sie immer falsch versteht. Geht mir auf die Nüsse.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s