Enttäuschungen

Menschen enttäuschen einander. So ist das. So wie sich die Prinzessin und der Prinz am Ende des Märchens kriegen und glücklich sind bis an ihr Lebensende, so stoße ich immer ab einem gewissen Zeitpunkt an die Grenzen der Menschen die mich umgeben. Meist bin ich diejenige, die durch ein Verhalten, dass ich selbst oftmals nicht verstehe, Menschen vor den Kopf stoße, ohne es zu wollen. Doch momentan erlebe ich dieses Kopfgeramme ausnahmsweise anders herum. Und ich muss sagen. Es gefällt mir nicht. Ich mag es nicht, dass ich Erwartungen in einen Menschen setze, scheinbar viel zu hohe Erwartungen, sodass er sie nicht erfüllen kann. Und so sehe ich mich gezwungen mich von dieser Person zu verabschieden. Weil ich es nicht ertrage. Nicht weil der Mensch nicht genau so ist, wie ich es erwarte, sondern weil ich immer daran denken muss, dass die negativen Eigenschaften etwas zerstören. Und weil ich weiß, dass etwas, was mich jetzt noch nicht stört, irgendwann zu etwas wird, was mich in den Wahnsinn treiben wird. Und so muss ich mich abwenden. In einem Moment, wo die Verachtung noch nicht zu groß ist um mir die Erinnerung an das Gute zu zerstören. Ich warte. Warte darauf, dass ich die Bestätigung erhalte. Um dann meinen Schlussstrich zu ziehen. Vielleicht hat die Person es nicht verdient und ich reagiere überzogen und wie eine hysterische Menstruationsbraut auf Schokoladenentzug. Doch halbe Sachen kann ich nicht leiden. Und das würde zu einer halben Sache mutieren. Hassen oder lieben. Fressen oder hungern. Saufen oder verdursten. Das ist meine Welt. Und vielleicht wird meine Welt in den nächsten Tagen wieder um einen Menschen ärmer und um einige Erfahrungen reicher sein.

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6 Gedanken zu “Enttäuschungen

    • Ich glaube ich idealisiere gerne. Hebe Leute auf einen Sockel und bin dann schwer enttäuscht. Mein Fehler. Höchstwahrscheinlich. Aber da ich nicht viele Menschen in mein Leben lasse, suche ich mir diese genau aus. Und daher sind es die meisten nunmal auch wert. Aber manchmal, lande auch ich einen Fehlgriff. Und damit umzugehen ist nicht leicht.

  1. Wie wahr, wie wahr! Da gibt es einen erlesenen Kreis von Leuten, um deren seelischen Haushalt man sich jederzeit kümmern würde. Sekundenkleber für gebrochene Herzen und ein Feudel für das Erbrochene aus diesen. „XY, das weiß ich, die würde mich nie im Stich lassen.“ Bis XY neue Freunde findet und auf einmal gar keine Zeit mehr hat; bis man einfach ersetzt worden ist.
    An guten Tagen lässt man solche Personen einfach zur Hölle fahren. An schlechten Tagen möchte man allerdings direkt hinterherspringen, um sie wieder herauszuholen. Erinnerungen gegen Selbstachtung: I expect a good, clean fight. Alright let’s get it on! *DING*

    • Ich habe langsam gelernt, dass es zum Teil einfach nicht wert ist, hinterher zu springen. Ich kenne das Gefühl der absoluten Enttäuschung. Und vielleicht nennt man mich kalt oder herzlos. Doch ich versuche seitdem, nicht mehr all zu „anhänglich“ zu werden. Immer damit zu rechnen, dass mir ein Messer im Rücken steckt. Einerseits erleichtert es einem das Zusammensein mit Menschen und andererseits, fehlt einem plötzlich die absolute Leichtigkeit.

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