Einen Red Bull für gelogene Gefühle

Total sinnfrei und ohne jegliches Nachdenken habe ich heute bei Twitter rausposaunt, dass ich es gerne hätte, wenn mal einer kurz in mich verknallt wäre, um verbal so richtig schön Blümchen und Herzelein auf mein Antlitz zu kotzen. Ich weiß nicht genau wie ich darauf komme, aber vielleicht, oder sogar wahrscheinlich, ist es der pure Neid. Wenn ich Zeugs von anderen total geilomatengeilen Bloggern lese, dann kommt es manchmal vor, dass dort geschmalzt wird, bis einem die Fetttropfen aus der Nase perlen. In jedem Auge hat man dann ein kleines Tränchen weil es sooooo schööööööön ist und dann will man auch so was. Man will auch besungen werden. Nicht weil man den Rest drumherum haben will. Aber so ein lyrischer Erguss, auf einen Server gebrannt, durch Backup gesichert, macht doch echt was her. Da sitzt man dann vielleicht mit seinen imaginären Freunden beim alljährlichen Teebesäufnis und zückt sein mobiles Endgerät um es der Biagitt und der Döseldrine zu zeigen, was für liebevolle Dinge doch über einen geschrieben werden.

Um meine imaginären Freunde zu beeindrucken, könnte ich ja auch einfach so tun, als hätte das einer gemacht. Ich erstelle ein neues Blog, fake einen herzzerreißenden Eintrag der Karies macht, nur vom Lesen. Aber das ist so als würde ich mir nach jedem Mal masturbieren Pralinen schicken und einen Hunni unter die Nachttischlampe legen. Einfach nicht dasselbe.

Ein weiterer Grund ist es, dass es mich interessieren würde, wie man mich in verkitscht sehen könnte. Ich kenne ja die Standard-SMS-Dinger. „Oh baby, ich bin so froh dich gefunden zu haben. Du bist das Beste was mir jemals passiert ist. Kuss!“ Aber so was stünde ja nie in einem Blog. So was reicht doch nicht mal für eine Facebook-Statusmeldung. Das ist höchstens „Edding meets Rucksack“-Niveau. Ich hätte gerne große Worte. Symbolträchtige. So richtig schön quer durch den Duden durchgebumst, bis kein Wort unbeleckt ist. Aber ginge das denn überhaupt? Mich in solch einen Kontext zu bringen ist doch sicher schwer. Eine Herausforderung. Denn bei solchen Verbal-Arschkriechereien benutzt man keine Aussagen wie „Dein Rülpsen klingt als würden tausend Büffel durch eine Konzerthalle getrieben werden.“ Das passt nicht.

Aus diesem Grund. Mal eine kleine Aufforderung (ich behaupte jetzt einfach ich wäre total betrunken, ja um 11 Uhr Morgens, auf Arbeit.). Liebe Menschen um mich rum. Wenn ihr meint euch ist sterbenslangweilig weil euch euer Job nicht genug ausfüllt, so wie mich scheinbar, sonst hätte ich keine Zeit so dumme Aufforderungen von mir zu geben, dann verknallt euch mal kurz in mich. Nicht richtig verlieben. Ich will so dieses realistische aber buttercremige Gefühl im Bauch aus den Worten heraushören. Nicht das triefende Schleimmonster Liebe. Und wenn ihr euch dann verknallt habt, dann verbalisiert das doch. Ginge das? Fände ich super. Und wenn ihr nicht wollt, dass das einer liest, dann schickt es mir per Email. Bin da ja nicht so. Und von vornherein. Ich will keinen formspring-Moment erleben müssen. Also Kinders… denkt mal mit dem Kopf und nicht mit dem Schwanz.

So. Ich gehe mich jetzt am Klo einsperren, darüber lachen, dass ich statt „… die Bürste steht griffbereit…“ auf dem Schild an der Tür immer lese „… die Brüste…“ und weine ein bisschen, weil sich keiner verknallen will.

Zu gewinnen gibt es auch was. Mh…. (kucke gerade suchend auf dem Schreibtisch herum um einen Preis ausfindig zu machen)… eine leere Dose Red Bull. Die bringt 25 Cent Pfand. Yey!!!! Mh… faszinierend wie sehr man doch nach Aufmerksamkeit und Zuneigung giert. Auch wenn es nur vorgetäuschte ist. Hauptsache sie ist da. Der Mensch ist seltsam. Tja.

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9 Gedanken zu “Einen Red Bull für gelogene Gefühle

  1. Oh du, geliebtes Wesen, könnt ich dich nur vergessen. Mein Gedanken drehen sich seit Wochen nur noch um dich. Seit wir uns trafen, um uns im Kino den neuesten SAW anzusehen, denk ich nur an dich. Eigentlich hatte ich mich auf ein bedeutungsloses Date eingestellt und gehofft das es schnell vorbei geht. Auch deine Filmauswahl hat mich darin bestätigt das du nicht auf meiner Wellenlänge liegst.

    Doch als du direkt nach dem Kino herzhaft auf den Boden gerotzt hast, war es um mich geschehen. An unsere Unterhaltungen an diesem Abend kann ich mich kaum erinnern, schließlich waren wir unglaublich besoffen.
    Im Großen und Ganzen ist es ja auch egal was du gesagt hast, schließlich sind jetzt diese Gefühle aufgeflammt, mein Magen fühlt sich an wie nach einem durchzechten Wochenende. Nur schöner. Mein Kopf schwebt auf einer Wolke die ich bisher nur von illegalen Substanzen kannte. Das jemand solche Gefühle in mir auslösen kann hätte ich mir nicht träumen lassen, vermutlich fühle ich dies, gerade weil du mich nicht am ersten Abend ran gelassen hast. In meinen Augen bist du die aussergewöhnlich, ungewöhnlichste Frau die mir je über den Weg gelaufen ist.

    Das liegt weder an deinen Tattoos noch an deinen Piercings, es liegt an deiner Persönlichkeit die ich tief unter allem entdeckt habe. Eine Persönlichkeit die ängstlich, vorsichtig und verletzlich ist. Unter deiner harten Schale befindet sich ein Wesen das geliebt werden will. Zusammen mit diesem Wesen möchte ich ein Haus besetzen, Villen in Brand stecken, Kinder kriegen, diese Kinder verstoßen, alt werden und schlussendlich in einem Erdloch verrotten.

    Du bist die eine Frau die den Aufwand eines zweiten Dates wert ist, nächste Woche treff ich dich wieder, bis dahin zähle ich die Stunden, Minuten und die Sekunden. Ach könnt ich dich nur Vergessen. Wenn es dann endlich so weit ist werd ich auf dich warten mit einem Strauß weißer Lilien und vielleicht schreib ich noch ein Gedicht für dich.
    Auf jeden Fall werden wir uns wieder maßlos betrinken und anschließend in der Kiste landen. Letzteres hoffe ich doch sehr, wie sonst sollte ich dich aus dem Kopf bekommen. Irgendwann muss diese Romanze enden, ich kann nicht riskieren das meine Ehefrau etwas mitbekommt.

    dein Pagliacci 😉

  2. Per Email erhalten von Herrn X:

    „Hey Barbara,

    ich hoffe, es macht Dir keine Angst, dass ich weiß wie Dein richtiger Vorname ist. Aber ich habe alle Deine Blogs gelesen. Und ich halte es schon fast für gefährlich, dass Du Dich so preisgibst und mache mir sorgen, dass kein Stalker auf Dich aufmerksam wird. Immerhin kann man auch Deinen Nachnamen darin finden. Aber gut. Ich bin zum Glück kein Stalker. Habe Dich trotzdem mal im StudiVZ gesucht und tatsächlich gefunden 🙂 Ich gebe es wenigstens zu und will auch ehrlich zu Dir sein. Machen ja alle so, aber keiner sagts. Reden wir weniger über mich sondern mehr über Dich. Es sind nicht nur Deine Texte und deren (wirklich wahren und aussagekräftigen) Ausagen die mich schwärmen lassen. Nein auch wie Du schreibst. Ich sehe soviel Gutes in Deinen Worten. Auch wenn es für die meisten vielleicht negativ scheint. Für mich macht es das so … ehrlich. Herzlich ehrlich. Und das mag ich an Menschen. Diese frische ehrliche Art. Man weiß, woran man bei Dir ist. Ich könnte mir jeden Tweet von Dir zehnmal durchlesen. Und jedes mal sagt eine Stimme in mir: Diese Frau will ich kennenlernen. Und in dem Moment, wo ich das denke, geht ein kleines Kribbeln durch meinen Bauch. Und klar. Ich achte sicher nicht nur auf die inneren Werte, obwohl die den gewichtigeren Teil meiner Zuneigung Dir gegenüber ausmachen. Nein. Ich finde Dich auch total sexy. Dein neues Twitterfoto übrigens auch sehr schön. Mit Dir hat man immer etwas Abwechslung. Das Foto mit Deinen Beinen vorher zum Beispiel war spannend … ja, fantasieanregend. Ich hoffe, ich schreibe Dir nicht zu derb und gehe Dir mit meinen Gedanken zu weit. Obwohl Du ja derbe Worte magst.

    Würde mich freuen mal was von Dir zu hören bzw. zu lesen. Ich meine jetzt nich im Blog oder per Twitter, sondern privat 🙂 ..

    Liebe Grüße
    Herr X“

  3. Als ich verliebt war, war ich auch schon ähnlich drauf, obwohl ich unter gewöhnlichen Umständen ein solches Verhalten verachte. ich wünsche dir alles Gute.

  4. Edit:
    Heute per Email die wunderschönsteste Arschküsserei auf Welt erhalten. Und die wird den Weg nicht hier her finden, weil es ganz allein mir ist. Ein Gedicht. In der Unsetzung wohl eher eins der krüppeligen Sorte. Aber mehr wert als tausend Tonnen Glitterkitsch und trilliarden Schönschreibworte. Danke der Herr. Von Herzen.

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