SCHLAAANDIPOPANDI

SCHLAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAND! Heißt es überall. Ich frag mich immer ob besoffen. Warum eigentlich Schland und nicht DEUUUUUUUUUUUUUUUUUT? Mh! Egal.

Wie die meisten eventuell mitgekriegt haben ist ja momentan WM. Der Weltmeister der Herzen will es wissen und joa, ich habe keine Ahnung ob die wirklich gut spielen. Heute sind sie z.B. scheinbar ziemlich aggrosiv, so wie ich das erkennen kann. Sehe nicht viel so ohne Brille, und der Fernseher ist so weit weg.

Nun, so sitze ich hier im väterlichen Wohnzimmer mit Kippchen, RedBullchen und kucke den Kerls dabei zu wie sie sich gegenseitig den Ball klauen.

WM ist ja immer so ein Ding. Der große Bruder von der EM und dem Eurovision Song Contest. Plötzlich sind wir wieder sehr einig, haben immer recht und haben die Freiheit die verstaubten Deutschlandfahnen aus dem Keller zu holen. Kucken tun es die meisten. Außer die, die absolute Fußballhasser sind. Die regen sich aber darüber auf. Über die Fähnchen an den Autos und das nervtötende Vulven-Getröte überall. Wie stolz wir dann immer sind. Als wären wir selbst 90 Minuten lang auf dem Rasen rumgerannt und wären einem Ball hinterhergelaufen. Wir sind Lahm, wird sind Poldi und ja verdammt, wir sind Schwein to the Steiger!

Ich muss ja zugeben, als ich frisch geschlüpfter Teenie war, war ich Fußballfan. Schalke04 war es. Ich habe noch heute eine Bettwäsche, die ich zu Weihnachten bekam. Lag nur an Olaf Thon. Den fand ich gut. Bitte fragt mich nicht warum, aber ich habe dem Herrn sogar einen Brief geschrieben weil ich eine Autogrammkarte wollte. Die ging bei einem meiner Umzüge leider verloren, sonst hätte ich die wahrscheinlich noch heute. Hab immer brav Fußball gekuckt und habe eine Freundin von mir dauergedisst, weil die Bayern-Fan war. Ihr Bruder übrigens Dortmundfanatiker. Man stelle sich da mal die brodelnde Geschwisterliebe vor. Irgendwann gab es interessanteres als Abends mit dem Erzeuger Fußball zu kucken. Saufen, rauchen und rumknutschen. Und außerdem bist in Bayern als Schalke-Fan sowieso ziemlich einsam.

Aber zurück zur WM. Meistens interessiert es mich nicht. Dieses ganze Gruppending, das dadurch entsteht. Ist mir meist eher zuwider, als das ich ein Teil davon sein will. Ich hätte würgen können, als sich Gesamt-Deutschland eingepisst hat vor Freude, dass der neue Papst ein Deutscher ist. Dieser Katholiken-Hitler. Aber wir sind Papst. Das ist scheinbar das einzige was zählt. (Zwischenzeitlich flog der Klose raus! Tja, der ist jetzt unten durch. Jetzt sind wir nicht mehr Klose! Die Serben machen die Deutschen nass. Schalalalalalaaaaaa!!!!) Egal was für ein unsympathisches Stück Scheiße irgendwas in einem wettbewerbartigen Ding reißt. Wenn es ein Deutscher ist, yey, dann freut sich die Nation und klatscht im Takt. Oh und wie ich die Patriotismusdiskussion verabscheute. Als wir wieder ein Nationalgefühl entwickelten durften, und uns vermeintlich nicht mehr schämen mussten, Deutsche zu sein. Kinder kriegt es mal auf den Trichter. So wie die Amis immer die komischen fetten Menschen sein werden, die mit Pistolen auf alles ballern dürfen, was sich bewegt, oder auch nicht, so werden wir halt immer das Volk sein, dass sich schämen muss, weil wir den Hitler hatten. Kommt damit klar und akzeptiert es. Ach oder als jetzt Letztens diese Lena Ma/e/y/i/er-Landfruchtluftdingsdibums diesen mistigen Grottenschlimm-Grand-Prix gewonnen hat. Scheiß die Wand an, waren wir da EIN Volk. Wir alle waren Lena und auch ein bisschen Raab. Leute denen dieser Wettbewerb total am Arsch vorbei ging, waren so schweinestolz. Weniger auf die singende Lena als auf sich. Weil sie waren dabei. Also sie hatten zu dieser Zeit die deutsche Staatsbürgeschaft. Mh! Das war es jetzt dann auch schon wieder. Ich fühl mich da nicht daran beteiligt. Ich habe nichts getan, damit dieses Wesen die richtigen Töne trifft. Und genauso wenig bin ich ein Teil von diesem Sommermärchen reloaded.

Ich kuck es mir an. Einerseits vielleicht echt, weil es so ein Ding ist, dass man machen muss. Irgendwas zwingt einen dazu. Es ist wie dieses „rauf auf den Berliner Fernsehturm“ oder „rein in das Wiener Riesenrad“ und das trotz bemerkbarer Höhenangst. Weil man das nun mal so macht, wenn man in Berlin bzw. Wien ist. Man stelle sich vor, ein Besuch der Liebeshochburg Paris, und keine Eifelturmbesteigung. Unvorstellbar! Und deswegen sitze ich nun hier. Fluche rum, wenn es mal wieder sauknapp war. Beschimpfe Schiedsrichter und freu mich sogar ein bisschen, wenn die Heinis in diesen eckigen Kasten mit Netz drin, treffen. Und andererseits weil… ich habe keinen blassen Dunst.

Aber eins will ich euch auf den Weg geben. Ihr werdet nicht Weltmeister! Und an die WM-Hasser. Ich weiß, ihr werdet überall kopfgefickt. Beim Bäcker gibt es nur noch WM-Brötchen und Deutschlandfarben überall. Aber haltet durch. Es wird vorbei gehen. Wie alles. Es zieht sich halt nur ein bisschen länger als alles andere, was euch den Tag verhagelt. Aber nutzt die Chance. Geht mal ins Kino. Ein ganzer Kinosaal ganz für euch allein. Eine Erfahrung die man unbedingt mal machen sollte. Und besorgt euch eine Vuvusel. Und damit setzt ihr euch neben den nervigsten Fußballfan den ihr kennt. Trötet ihm bei jedem Satz zustimmend zu. Vielleicht landet ihr dann in der Notaufnahme, aber bis zu dem Zeitpunkt war es zumindest witzig.

So. Und nun zweite Halbzeit.

SCHLAAAAAAAAAAAAAAAAAAAUMEIER!!! Ich jetzt!

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3 Gedanken zu “SCHLAAANDIPOPANDI

  1. Es ist so, wie Du‘ schreibst. Ich dachte auch jahrelang ich wäre Fussballhasser und habe mich 2006 vor anderen da hinein geschweinsteigert: dieses elende Pöblic Viewing, die verachtenswerte Begeisterung, der ganze Konsumkrempel http://bit.ly/dhdBWN . Und dann doch mitgefiebert.

    Inzwischen kann ich gucken, wenns „wichtig“ ist, sogar in Gesellschaft, spendier Endorphine, simuliere Fachwissen. Nur: es bedeutet mir nichts, nach dem Spiel ist vor dem Spiel, ich habs rückstandsfrei konsumiert, da gelangt nichts über mein emotionales Kurzzeitgedächtnis hinaus.
    Seit ich das erkannt habe, kann ich alle 4 Jahre ’n bisschen mittun, ohne mir einen Zacken aus der Krone zu brechen.
    (Nur der kleine Nachbarsjunge wird seine Tröte in den nächsten Tagen rektal mit ins Bett nehmen!)

    • Holy shit! Bezugnehmend auf den „Konsumkrempel“. Ich bin erschlagen von so viel Fahnen-Präsenz. Ich glaub ich geh mich jetzt erbrechen. In schwarz, rot, gold.

      • Mit den abgebildeten Würgstchen und ’ner Flasche Falkenfelser „Kick off“ Bier dürfte das farblich kein Problem sein …
        (Das WiMmelbild war btw nur die Ausbeute eines üblichen Papierklumpen, der wochenends den Briefkasten abnutzt.)

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