Twitterstar

Oleoleoleeeeeeeeeeeeee… sing sing sing. Ach! Blog! Sorry! Serious shit! Ähm… hihi! Achja!

Ich möchte nun jemanden zitieren und ich hoffe dieser JEMAND ist deswegen nicht böse. Wird ja nicht namentlich erwähnt das Wesen. Also. Zitatanfang: „Du wurdest ja schon vom Lobo gefaved…“ Zitatende.

In dem Moment dachte ich mir so „Häh?“. Lobo. Mh! Überlegen. So heißt eine Disko irgendwo im vekackten Hinterland von Niederbayern. Dort stechen sie sich gegenseitig ab. Oder schlagen sie sich dort tot? Ich bring die beiden Tanzbuden immer durcheinander. Ach ne. Twitter. Lobo! Stimmt! Der Iro-Mann der so klug ist. Der Typ dem die gesamte Twitterwelt folgt. Außer du jetzt. Also ich. Also meinereiner.

Also ich bin sicher kein „Elite“-Verweigerer. Ich folge fast allen. Der totalen Supersahne der Twitterwelt. Den gehäkelten Schweinen, den gesilenten Tiffys, den Vergrämers und wie sie nicht alle heißen mögen. Und ich besterne sie bis mir die Finger bluten. Weil die so geilomatengeilo sind, dass ich sofort feucht im Höschen werde… vielleicht sollte ich mal an Tena-Lady denken wenn ich das nächste Mal im ARSchlecker bin.

Demzufolge besterne ich. Ich fummle wild an meinem Iphone rum und gebe euch kleine gelbe Sternchen. Das ist für mich nämlich, als würde ich ein Buch lesen Ein ziemlich zusammenhangloses, aber egal. Wenn ich ein Buch lese sieht das meist so aus, dass ich einen Textmarker neben mir liegen habe. Dort markiere ich alles, was mir gefällt, was ich als totalen Blödsinn empfinde und gerne mit einem fetten „WTF“ markiere. Dann auch noch Dinge, die mich an Personen in meinem Umfeld erinnern. Oder einfach Dinge, die ich als schön geschrieben empfinde. Und so lese ich Tweets. Bis auf den Blödsinn. Blödsinn in Tweets führt bei mir meist dazu, dass ich auf das Profil desjenigen krabble und mal auf den „unfollow-Button“ tappse. Weil es in meinen Augen reicht und ich so einen Schnodder nicht in meiner Timeline haben will. Deswegen mach ich das. Mit den Sternen. Ich mache das nicht um irgendwen in die komischen Charts zu pushen. Oder um ihm zu zeigen wie geil er doch ist. Oder wie sehr ich ihn doch ficken will. Ich mache das, weil es bei mir ein bestätigendes „Jawohl!“ auslöst, wenn ich den gelben Stern neben dem Tweet leuchten sehe.

Ich erinnere mich noch an meine Anfangszeit bei Twitter. Irgendwann war der Moment wo es hieß ich sei in den Fav-Charts. Für mich so ein Moment voller Glanz und Gloria und „innerer Reichsparteitag“ wäre in dem Fall total untertrieben gewesen. Ich war so was von stolz drauf, dass ich sicher anschließend masturbiert habe. Wie ein echter Kerl eben. Als ich dann in der Wertung hinunter rutschte, rutschte auch mein Interesse daran, ins Nullnummernland. Ab und an checkte ich noch, wer mich den befickwunscht. Wurde auf Dauer auch langweilig weil ich ja trotz scheinbarem Wunsch nie zu dem erlösenden Fick kam. Ich beendete die Dauerbesuche bei favstar um zu checken wer wann meine Tweets besternte. Weil ich nicht mehr deswegen schrieb. Sondern weil ich schrieb um mir meine Wut aus dem Körper zu treiben. Oder um meine verqueren Gedanken zu teilen. Es geht mir also jetzt nicht mehr um Sterne. Es geht mir um den puren Egoismus alles rausplärren zu dürfen wie ein trotziges Kind ohne von der Obermama Schimpfe zu empfangen.

Und dann. Manchmal. Tauchen sie auf. Die Tweets, bei denen ich Schockfrostung im Nacken kriege. Die, bei denen ich mich manchmal frage, warum gottverfickt folgst du der Person noch mal? Ich mag die Menschen in meiner Timeline. Sorgfältig habe ich sie mir ausgewählt, und da ich noch mit einem Job gestraft bin, der mich dazu zwingt meine Timeline heimlich am Klo nachzulesen, halte ich den Kreis um mich sehr klein. Es liegt also nicht an euch, sondern nur an mir. Doch auch da verirren sich Tweets bei denen ich den Kopf schüttle und mich frage, ob dieser Mensch den Sinn von Twitter nicht gecheckt hat. Oder vielleicht sogar ich. Es sind diese Betteldinger. Oft mit Links zu Favstar. Mit der Aufforderung doch noch einmal auf den gottverfickten Stern zu klicken um ein 50-Sterne-Ding draus zu machen. Diese Aussagen wecken meist meinen Trotz. Und ich würde den Teufel tun auch nur einmal einer solchen Aufforderung nachzukommen. Der Tweet könnte die verbalisierste Gottheit sein. Ich würde es nicht machen wenn ich es nicht vorher schon freiwillig gemacht habe. Weil ich mir denke und genau jetzt NICHT.

Ich selbst habe es wohl sehr treffend formuliert:

„Wer sich über mangelnde Favs aufregt hat sicher auch stundenlang mit dem Lehrer über die 5 fehlenden Punkte zur besseren Note diskutiert.“

Was habe ich eigentlich mehr zu sagen über das Thema? Eigentlich nichts. Wer sich an die Schulzeit erinnert, kennt doch die Leute, die um jeden verfickten Punkt mit dem Lehrer diskutiert haben. Wir haben sie gehasst. Diese Erste-Reihe-Sitzer bei denen man immer dachte „Und DU wirst Beamter!“ In meiner gesamten Schulkarriere habe ich zweimal mit einem Lehrer wegen einer Note diskutiert. Einmal in Religion. Auf der FOS habe ich es gewagt bei einer Äußerung über Jesus zu sagen „Es wurde behauptet, dass…“ Die folgende aufgestellte Behauptung entsprach genau dem Wortlaut des Lehrers, es war das „behaupten“ bei dem er meinte, er müsse mir einen Punkt weniger geben. Sah ich nicht ein. Das zweite Mal war es auf der Berufsschule. Es ging darum, dass ich bei einer besseren Note, die bessere Note ins Zeugnis kriege. Es handelt sich um das Abschlusszeugnis. Ihr werdet wohl verstehen, warum ich da so pingelig war. Und erfolgreich. Da habe ich gebettelt. Weil es um was ging. Twitter ein Ort an dem soziale Ereignisse ausgenommen werden und jeder einen inneren Reichsparteitag feiert, sobald ein Politiker mal schön in die Scheiße greift. Twitter ist da wo die Scheiße brodelt und die Kacke derbe am Dampfen ist.

Es betrauert mich zutiefst wenn Twitterer, die ich schätze und ehre, mit so einem Blödsinn ankommen und sich scheinbar nicht zu schade sind einen auf Dauer-F5-Klicker bei favstar zu machen, wenn sie etwas von sich gegeben haben. Ich finde das traurig. So einfach. Mich macht das traurig. Das ein Portal, dass grundlegend dazu gemacht wurde um sich gegenseitig auf dem neuesten Stand der Dinge zu halten, zu einem Streberverein wurde, der nur darauf aus ist, die meisten Follower zu haben UND die meisten Favs. Weil was nützen mir zig Follower wenn die mich nicht pushen. Der Erfolgsdruck. Nur nix sagen ohne die Primetime zu verpassen. Vor acht Uhr kannst es vergessen. Wie schäbig ist das denn bitte?

Ich nutze Twitter so wie ich es sehe. Als Megaphon. Als kleinen Blog. Als Mittel zum Zweck. Als Chance sauinteressante Menschen wie den Herrn Litteratur oder den Herrn Pulsiv kennenzulernen. Genau dazu ist für mich Twitter da. Und nicht dazu um Fleißbildchen zu verteilen und diese schlimmstenfalls noch zu erbetteln.

Also lieben Menschlein um mich rum. Leistungsdruck in der Arbeit, gut und schön. Aber wenn ihr schon bei Twitter ein Ventil findet, über eure Arbeit herzuziehen, dann kommt doch mal endlich runter von dem Drang geilerer zu sein, als der Twitterer neben euch. Besternt weiterhin wie wild. Lasst sie raus eure Zustimmung und Bestätigung. Aber hört auf zu erwarten. Denn das macht mir Twitter kaputt.



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4 Gedanken zu “Twitterstar

  1. was haben die leute eigentlich mit ihren verqueren gedanken gemacht bevor es twitter gab? die müssen doch ständig ihre eigenen parties im kopp gefeiert ham. man man man… find mich toll bei twitter, facebook und co! mein leben spielt sich nur noch in pixeln und einsen und nulln ab. vorallem mit nulln. super ding, ej.

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