purple

Heute erzähle ich euch eine kleine Geschichte. Eine Geschichte von einer jungen Frau, Mitte zwanzig. Mittelmäßig erfolgreich schlägt sie sich durch ihr Leben und ist eigentlich ziemlich zufrieden, auch wenn es nicht den Anschein hat. Zwar ist sie in gewisser Weise ausgesprochen verklemmt, aber andererseits hat sie es auch faustdick hinter den Ohren. Davon möchte ich erzählen.

Sie kuckt sich gerne Männer an. Besonders deren Ärsche. Manchmal erschrickt sie selber, wenn sie sich mal wieder dabei ertappt, wie sie dem heißen Elektriker, der bei ihr am Arbeitsplatz rum läuft, sabbernd auf den Hintern starrt. Sie macht dies auch nicht gerade unauffällig und wird gern mal darauf angesprochen, dass sie scheinbar jede männliche Person, die sich in ihrer unmittelbaren Nähe befindet, mit einer absoluten Genauigkeit zu scannen scheint. Selten bleibt ihr Blick am Schritt eines Kerls hängen. Nicht weil sie es nicht interessiert was der da so in der Hose hat, sondern weil sie Pimmel nicht besonders aufregend findet. Es gibt Spannenderes.

Manchmal, wenn diese junge Dame nach Hause kommt, hätte sie es echt gerne, wenn sie von einer prallen Erektion begrüßt werden würde. Kein „Na Schatz, wie war es in der Arbeit!“ sondern eine schlabber-geilo-ich-fick-dich-gleich-im-Gang-Begrüßung. Danach würde sie gern das Essen auf den Tisch gestellt bekommen. Nicht weil sie es sich so sehr verdient hat bekocht zu werden, sondern weil es ihr gutes Recht ist. Danach den Teller stehen lassen und sich vor den Fernseher legen um zum hundertsten Mal Mc Dreamy und Mc Sexy dabei zuzusehen wie sie Menschenleben retten. Sie könnte gut darauf verzichten, dass der Schniedelkerl dabei zukuckt. Er würde sowieso nur nerven mit unqualifizierten Aussagen und mit der ständigen Betonung, welch ein dummer Weiberkram das doch sei.

Wenn sie duschen geht, lässt sie auch gerne mal ihre gesamte Kleidung die sie am Körper hatte auf dem Badezimmerboden liegen, bis sie sich doch einmal aufrafft und es in den Wäschekorb schmeißt. Nicht weil sie so schmuddelig ist, sondern weil sie nun mal ab und zu einfach faul ist und es kann, weil sie schon alt genug ist um die nervige Mutterstimme in ihrem Kopf abzustellen, die ihr sagt, dass sie das wegräumen muss.

Wenn sie dann schlafen geht, nachdem sie vielleicht doch mal wieder ein Glas Wein zu viel getrunken hat, als sie sich einen Rotzheulflennstreifen reingezogen hat, will sie auch mal nicht kuscheln. Bock auf so was Ähnliches wie Sex hätte sie schon. Aber eigentlich könnte man doch auch sie mal einfach verwöhnen. Ihr großzügigst einen Gute-Nacht-Orgasmus, ohne ihr zutun, beschaffen damit sie dann von den Männerärschen träumen kann, die sie bewundern konnte.

Manchmal trifft sie auf Typen, die sind nicht besonders helle und befinden sich wahrscheinlich unter ihrem Niveau. Aber sie strahlen trotzdem etwas aus, meist ist es Sex, und so lässt sich das Mädchen auf einen dieser Kerle ein. Lässt sich zum Teil auch noch dazu hinreißen, sich mal ins Kino einladen zu lassen. Dort muss man wenigstens nicht mit ihm reden und weil er so sexy ist, wird sie gern mit ihm gesehen. Doch eigentlich geht es ihr dann doch nur um Sex und wenn er anfängt über Dinge wie Liebe zu reden, stellt sie auf stumm und träumt von Schweiß, Bissen und den längsten Orgasmen die sie je hatte. Er interpretiert ihr Schweigen als eine Art Zustimmung und ist glücklich. Dankbar besorgt er ihr es, wie er es noch nie einer Frau besorgt hat und beide sind sie zufrieden.

Mit ihren Freundinnen zieht sie über die Ex-Kerle her. Über ihre kleinen Schwänze, die Komplexe und die neuen Frauen an ihrer Seite. Sie spielen mit dem Gedanken der Neuen doch mal gehörig die Fresse zu polieren. Im Suff macht sie da vielleicht sogar. Nicht allein und es reicht meist nur noch zum heftigen Haargerupfe, aber in der Frauenwelt gilt das schon als Prügelei.

So ist sie, diese Frau von der ich euch erzählen wollte. Nicht jedes der aufgelisteten Dinge setzt sie in die Tat um, aber zumindest einen Teil davon, finden wir in vielen Frauen, denen wir begegnen. Sie gelten nicht gerade als damenhaft aber es ist in Ordnung. Sie werden vielleicht als Schlampen bezeichnet und haben einen gewissen Ruf, den sie hoch motiviert verteidigen, indem sie einen Fick darauf geben, was andere Leute von ihr halten. Sie sind oft herzensgute Menschen und man steckt sie in die Schublade „aufgeschlossen, billig, aber vertretbar“. Man kann damit umgehen, denn auch eine Frau hat heute das Recht so zu sein, wie es ihre Libido ihr sagt. Wir haben es scheinbar endlich geschafft, zumindest in gewisser Hinsicht, dass eine Frau gleichberechtigt auch mal derbe auf die Kacke hauen darf, ohne sofort auf einem Scheiterhaufen zu enden.

Und jetzt kommt der Teil zum Nachdenken. Man möge diese Erzählung noch einmal lesen. Doch nun machen wir aus dem namenlosen Weibsstück einen Kerl. Man ersetze einige Dinge wie das Geglotze auf Männerärsche oder das Kucken von Arztserien. Ansonsten bleiben wir dabei und bilden uns dann noch einmal ein Urteil darüber. Über diesen Mann, den wir hier präsentiert kriegen. Und jetzt möchte ich wetten, dass die ersten Frauen mit Worten wie „Chauvinistenschwein“ oder „Höhlenmensch“ um sich werfen. Die ersten lila BHs werden von den Brüsten gerissen und demonstrativ verbrannt. Denn ein Mann, der solche Erwartungen hat, der kommt einem nicht ins Haus. Viele Jahre Emanzipation und dann so was? Wo kämen wir denn da hin?

Und dann möchte ich darum bitten, beide Geschichten objektiv zu betrachten um zu erkennen, dass es das gute Recht beiderlei Geschlecht ist, sich aufzuführen wie der letzte Arsch. Weil es vielleicht zum Teil einfach zum Wesen derjenigen Person gehört. Ich für meinen Teil hätte gern diese ich-komm-nach-Hause-und-werde-von-einem-Ständer-begrüßt-Nummer. Genauso wie es der Typ XY ziemlich geil finden würde, wenn ihn seine bessere Hälfte mit einem Blowjob zu Hause willkommen heißt.

Emanzipation schön und gut. Doch ich habe immer öfter das Gefühl, dass diese Frauenbewegung sich dorthingehend entwickelt, dass sich die Frau die Rosinen aus dem Kuchen pickt. Man möchte emanzipiert seinen Weg gehen, erfolgreich sein, seine Frau stehen, doch man ist nicht gewillt auf Annehmlichkeiten wie das Eingeladenwerden beim Date oder die aufgehaltene Tür zu verzichten. Ich bin auf keine große Karriere aus. Ich plane auch keine Familie und suche mein Lebensglück im Mutterdasein. Doch ich zahle mir mein Futter selbst das ich verzehre und gehe nur nie als erste durch eine Tür, weil ich es hasse von Anderen angeglotzt zu werden.

Dies ist logischerweise ein kleiner subjektiver Teil, der sich nur auf diese Welt in der ich lebe bezieht. In der es eben keine direkte Unterdrückung der Frau gibt. Zumindest erlebe ich sie nicht in meinem direkten Umfeld, auch wenn das in Deutschland sicher immer noch praktiziert wird. Jedoch möchte ich den Blick darauf richten, dass Emanzipation für mich persönlich eben nicht heißt, sich selbst alles zu erlauben und dem Mann alles zu verbieten.

So. Ich werde jetzt noch ein bisschen in Hinternphantasien schwelgen und ihr könnt mich jetzt scheiße finden.

Advertisements

2 Gedanken zu “purple

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s