Hund Katze Maus Mann Frau

Männer und Frauen. Eigentlich ist alles gesagt. Über diese beiden. Und keiner hat es je geschafft, es auf den Nenner zu bringen. Wohl auch ich werde es nicht schaffen. Denn dazu ist die Frau zu sehr Katz und der Mann viel zu sehr Maus. Dieses Ewige „aber er hat angefangen“. Ständig geht es um die Macht. Wer, wo, wann das Sagen hat. Wer die Oberhand behält und als Sieger heraus geht. Kampf der Geschlechter wird es genannt und ich kann es nicht verstehen, warum man sich bekämpfen muss. Vielleicht ist es die naive Grundeinstellung, die ich trotz meiner Bitterkeit, in mir trage. Dieser Wunsch nach absoluter Harmonie, der tief in mir verwurzelt ist. Vielleicht weil ich selbst in mir drinnen so unausgeglichen bin. Dieser innere Kampf führt dazu, dass ich mich nach äußerer Ausgeglichenheit sehne.

Auch ich lasse mich dazu hinreißen, das jeweilige Geschlecht zu bekämpfen. Ich tobe mich in beide Richtungen aus. Es sind vielleicht nicht die platten Klischees, die ich den Männern vor die Füße werfe. Vielleicht ist es mehr dieses nicht verstehen wollen, warum man es sich so selbst so kompliziert macht. Warum man meint man müsse geheimnisvoll und unergründlich sein. Mein selbst fabriziertes Realitätswunschkonstrukt sieht es vor, dass alles so einfach sein könnte. Besonders zwischen Mann und Frau.

Junge trifft Mädchen, Junge verliebt sich in Mädchen, Mädchen verliebt sich zurück, happy happy, hurra hurra. So einfach könnte es ein. Wenn man die Problematik mal nur auf den Bereich Beckenboden-Herzmassage beschränkt. Doch so einfach ist es nun mal nicht. Denn in den meisten Fällen sieht es so aus:

Junge trifft Mädchen, Mädchen verliebt sich in Jungen, Junge tut das irgendwie auch aber ist zu sehr harter Kerl um das zuzugeben und will sie daher nur flach legen, Mädchen lässt es mit sich machen, weil vorher waren sie so schön gemeinsam beim Lieblingsitaliener der so herrliche Pasta zaubert. Junge verliebt sich. Mädchen findet den Penis des Jungen schief und außerdem, riecht der komisch. Aber Mädchen sagt das nicht. Überhaupt, sie findet der Junge hat zu viel komischen Kram. Das Motorrad machte sie am Anfang an, doch jetzt ist es nur noch ein Höllengerät mit dem er jeden Tag knapp am Höllenschlund vorbei fährt. Sie bemuttert ihn. Er findet das gut, denn eigentlich suchte er nur einen Ersatz für seine Mama. Und doch sind plötzlich diese putzigen Eigenheiten, die mit aufgesetzter rosa Brille so niedlich waren, gar nicht mehr so niedlich. Dieses kleine hicksige Niesen zum Beispiel. Er musste am Anfang immer lächeln. Es wärmte ihm das Herz. Jetzt denkt er sich nur, Frau, lass es raus. Verklemmte Kuh. Und immer der Kampf. Nicht offensichtlich aber in jeder kleinen Interaktion der beiden deutlich zu spüren. Dekokugeln auf dem Wohnzimmertisch statt Bierflaschen. Socken neben dem Wäschekorb statt im Wäschekorb. Zwar typische Rollenverteilung, weil man es nicht anders kennt, aber trotzdem immer der Wunsch auszubrechen. Irgendwann vielleicht dann doch die Kinder. Und am Ende beide verknöchert vor dem Fernseher. Sich einredend, dass es doch gut war. Dass sie es gut gemeistert haben.

Es gibt nie dieses Märchen-Happy-End. Weil der Mensch es sich nicht verdient hat. Weil er das Karma fickt, jede Sekunde seines Lebens. Weil er nicht akzeptieren kann, dass sein Gegenüber nun mal genau so ein großes Arschloch ist wie er selbst. Weil man Fehler, die man bei anderen findet, nicht akzeptieren kann. Mann muss sie mit Leuchtstift markieren, Blinkelichter drum herum basteln und dann immer schön mit lautem Gekreische darum herum tanzen. Und ich bin nicht besser. Ich werfe Frauen vor, dass sie so sind wie sie sind. Ich bin eben genau so ein Wichspisser der meint er hätte das Recht über die Fehler anderer zu urteilen weil er sich selbst für unfehlbar hält. Zumindest einen kleinen Teil von sich. Genau den Teil, den er anderen vorwirft.

Ich kam an dem Punkt an, an dem ich sie beide nicht leiden konnte. Ich mag sie nicht. Mann und Frau. Beide sind mir zuwider. Die Menschheit an sich ist mir zuwider. Weil sie sich für kleine Götter halten. Jeder. Weil er Dinge schaffen kann. Und wenn es nur der arscheigene Morgenschiss ist. Kuck mal Mama, hab ich gemacht. Ganz alleine. Und wenn wir auf nichts stolz sein können, dann hacken wir eben auf denen rum, die scheinbar noch schlechter dran sind als man selber.  Man gönnt sich ja sonst nichts.

Und so wird schlussendlich aus einem Text über den Kampf zwischen Mann und Frau einer darüber, dass der Mensch an sich das Problem ist. Unabhängig vom Geschlecht. Dass der Mensch aller Übel Anfang und auch Ende sein wird.

Und eigentlich will das Mädchen, das von damals, als es noch strahlend in die Welt blickte, jeden Fremden mit einem großen Lächeln begrüßte, zurück zu seiner Harmonie. Zurück zu dem Ort an dem alles gut ist, weil es behütet wird. Und dumm ist es von mir, dies noch zu wollen wo ich doch weiß, dass es das nicht gibt. Nicht, wenn man groß ist. Denn dann muss man sich ficken lassen, ficken und dem Karma ins Gesicht rotzen.

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3 Gedanken zu “Hund Katze Maus Mann Frau

  1. Obwohl der Artikel – in meinen Augen – doch sehr pessimistisch ist, kann ich dir in vielen Punkten nur recht geben. Deine Beschreibung, wie es meistens abläuft in der „Verliebtheitsphase“ trifft so ziemlich auf alle meine Erfahrungen zu, die ich bis jetzt gemacht habe und von anderen kenne. Das Gute ist: wenn man erkennt, dass es so ist, kann man es einfach akzeptieren. Verändern kann man es nicht. Also ich hab mich zB. damit abgefunden, dass Männer einfach komplett anders ticken und dass man einfach als Frau oft am Schluss „die Blöde“ ist. Aber was soll’s? Life is a bitch. So ride it.

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