pornology

Vor kurzem habe ich ein schönes pinkes Buch geschenkt bekommen. Es befand sich auf meiner amazon-Wunschliste und eigentlich fand ich einfach nur den Titel gut. Es handelt sich dabei um das Werk von Ayn Carrillo-Gailey (ein Doppelname! Das hätte mir eigentlich schon alles sagen müssen). Der Titel des Buches lautet „pornology [der Pornoführer für anständige Mädchen]“. Der Penthouse sagt darüber, dass es ein unterhaltsames Buch über das Thema Porno ist. Also her damit. Doch schon bei den ersten Seiten kommt mir das mentale Kotzen und ich hätte bitte gerne die kurzen Lebensminuten zurück, in denen ich das Vorwort gelesen habe.

Zwar habe ich mich noch nicht intensiv mit dem Buch auseinandergesetzt, aber meinen Einschätzungen zufolge, handelt es sich bei der Autorin um eine Dame mittleren Alters, die sich selbst als anständiges Mädchen bezeichnet aber sich dann doch einmal mit dem Thema Sex auseinandersetzen möchte. Wie sie auf die Idee kam, wo sie doch so züchtig ist, ist mir einerseits egal und andererseits hab ich keinen blassen Dunst.

Im Vorwort viel Laberabarber und dann der erste geistige Würgmoment als sie die zehn Indizien aufzählt, ab wann man ein anständiges Mädchen ist, wenn es um Männer, Sex und Pornographie geht. Ich werde diese hier nun aufzählen und mich freundlichst darüber äußern was ich davon halte. [Meine Kommentare sind die in den witzigen Emo-Eckchen-Klammern].

„1. Sie haben in Betracht gezogen, das Wort „Orgasmus“ im Lexikon nachzuschlagen.“
[Ähm, what? Will man als anständiges Mädchen jetzt in einem Lexikon dieses Wort nachschlagen, weil man noch nie einen Orgasmus hatte? Es ist ja natürlich wissenschaftlich bewiesen, dass nur die Frauen mit dem Hurengen es schaffen einen Orgasmus zu haben. Oder wollen sie das Wort nachschlagen, weil sie einen hatten und nichts damit anfangen können und sich jetzt fragen ob das ihre Lebenserwartung vielleicht positiv beeinflusst? Ich verstehe den Satz nicht und fühle mich jetzt schon ziemlich diiiiirrrrtyyyy weil es mir noch nie in den Sinn kam, dieses Wort in einem Lexikon nachzuschlagen. Ich Luder!]

„2. Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil sie ihn vortäuschen.“
[Jede Frau, die einen Orgasmus vortäuscht, sollte sich schämen. Jawohl! Wieso macht man das bitte? Und da in meinem Kopf so ein anständiges Mädchen, rein sexuell, sowieso eher der stumme Fisch ist, der alles brav über sich ergehen lässt, was der Auserwählte Besamer ihres Herzens mit ihr anstellt, wie täuscht die das dann bitte vor? Brüllt sie „Checkpoint“ oder „Orgasmus“ oder vielleicht sogar „Hallali“? Meint sie dann nicht eher sie täusche ihm etwas vor, was man sowieso nicht bemerkt, weil sie wie ein verschrecktes Karnickel auf dem Rücken liegt und im Kopf schon den Tagesablauf vom nächsten Tag organisiert? Im Umkehrschluss finden es nasty girls also total in Ordnung mal so zu tun als ob. Mh. Dann krieg ich jetzt wohl einen Strich auf der anständig-Liste. Und dann noch gleich als Tipp am Rande. Wer meint so etwas vortäuschen zu müssen. Denkt immer dran, dass ein Orgasmus mehr ist, als nur wildes Gezappel und das Kreischen von hohen Tönen. Nie die Muskelzuckungen down under vergessen. Ein geschulter Ficker merkt so was dann nämlich sofort.]

„3. Sie sind versucht, eine Dezimalstelle hinzuzufügen, wenn es darum geht, wie viele Sexualpartner Sie schon hatten.“
[Holla die Waldfee. In welchen Kreisen treibt sich denn bitte so ein anständiges Mädchen rum? Es trifft sich doch nicht wirklich mit Menschen, bei denen man damit protzen muss, wie viele Zuchtbullen man schon zwischen den Beinen hatte? Ich bin entsetzt. Ich unanständiges Luder stehe dazu, dass ich mit meiner Anzahl an Sexualpartnern wohl nie in das Buch der Fick-Rekorde eingetragen werde. Komischerweise sehe ich auch keinen Zusammenhang zwischen der Menge an Bumspartnern und der Qualität bzw. dem Grad der Versautheit dieser Zusammenkünfte. Man nähme an, ich hätte mit 40 Männern geschlechtsverkehrt. 40mal hätte es diese Licht-aus-BH-bleibt-an-Decke-übern-Kopf-und-ab-dafür-Nummer gegeben. Also ich wäre da nicht stolz drauf.]

„4. Sie lesen lieber Schöner Wohnen als Penthouse.“
[Bitte? Wer kennt sie nicht die Schlangen beim Zeitschriftendealer wenn der neue Penthouse zum Verkauf angeboten wird. Die schmutzigen Geilobräute horten sich zusammen, reißen sich die Exemplare aus den Händen. Ähnliche Bilder kriegt man nur noch zu sehen, wenn ein vermeintlicher Topdesigner, Kleidungsstücke für H&M massenproduziert. Welch ein selten dämlicher Vergleich von dieser werten Frau Doppelname. Dies geht dann wohl für mich unentschieden aus. Beide Publikationen interessieren mich eher minder.]

„5. Sie tragen Stringslips nur, weil sie sich nicht abzeichnen und nicht, weil sie sexy aussehen.“
[Boah was bin ich doch für eine langweilige Pute. Ich trage die Dinger wenn ich zu faul zum Wäsche waschen war und keine normalen Unterhosen mehr habe. Und liebe Ottonormalfrau da draußen. Jetzt mal ganz unter uns. Diese Form der Verhüllung des weiblichen Geschlechts ist NICHT sexy. Zumindest nicht bei uns. Die Topmodels dieser Welt mit ihren samtweichen Pfirsichärschen sehen in den Dingern gut aus. Aber auch nur diese. Kein normaler Mensch mit einer normalen Statur sieht in so einem Fetzen sexy aus. Checkt es endlich. Nicht immer ist weniger mehr. Danke.]

„6. Sie dachten immer, Dildos wären nur etwas für Frauen, die keinen Freund haben.“
[Den Punkt könnte man fast gelten lassen. Also, dass anständige Frauenzimmer diese Theorie haben. Ich habe aber auch die Theorie, dass viele Kerle in der Hinsicht auch ziemlich „anständig“ sind und zu Komplexen neigen, wenn man ihnen mit so einem Ding vor der Nase herum wedelt. Es gibt Ausnahmen, da bin ich mir fast sicher, aber ob der Besitz eines Dildos nun wirklich als Ausschlusskriterium verwendet werden sollte, ist mir eher schleierhaft. Und soll das etwas heißen, wenn diese anständigen Dinger Singles sind, dann würden sie sich auch so etwas kaufen? Naja, vielleicht nachdem sie nachgeschlagen haben, was Orgasmus bedeutet.]

„7. Es ist ihnen peinlich, wenn sie im Drogeriemarkt Kondome oder Gleitcreme kaufen.“
[Ladys, seit wann kaufen das anständige Weibsbilder? Der Mann stülpt sich das über, der Mann muss das kaufen. Und Gleitcreme? Zu Hilf. Da denkt die Frau an der Kasse doch sicher gleich an Poposex. Igittibäh. Haste Recht, Frau Carrillo-Gailey. So was beschämt die anständige Frau von heute. So Drecksgören haben ein Dauerabo bei Beate Uhse und sollte der Vorrat mal erschöpft sein, gehen wir in den Schlecker ums Eck, kaufen eine Wagenladung davon und wenn wir ganz crazy sind, dann fragen wir die Frau an der Kasse gleich mal, ob sie nicht Bock hätte, bei der nächsten Orgie mitzumachen, weil sie so nett Danke gesagt hat, als man ihr das Geld rüberschob.]

„8. Sie halten „dirty talk“ während des Sex für, na ja, schmutzig.
[Ach neeeeeee. Welch ein Wunder. Meine stummer-Fisch-Theorie nimmt Formen an. Na klar ist dirty talk schmutzig. Sonst hieße es ja Cillit-Bang-Talk. Da ich nie wirklich verstand, was man sich unter diesem schmutzigen Gequassel vorstellen darf, sag ich jetzt einfach, stimmt. Dirty Talk ist pfuigag. Bäh!]

„9. Wenn’s ernst wird, brauchen sie, um Ihre Hemmungen einem Typen gegenüber loszuwerden, erst mal drei Gläser Jack Daniel’s.“
[Da ich ja ein bestimmtes Bild in meinem Wirrkopf habe, wie so ein anständiges Wesen aussieht und sich verhält, finde ich die Vorstellung ziemlich witzig, wie sie versucht mit einem Vollrausch in der Fresse, sexy zu sein. Den Brechreiz unterdrückend ein „Oh ja, fick mich!“ aus den dünnen Lippen gepresst. Hihi! Und ähm, ich habe ja die Erfahrung gemacht, dass nur bestimmte Personengruppen diesen Jack in sich schütten. Trve Metalheads. Oder diese Kampfsaufweiber die sich gern auch mal auf dem Klo an der Klitoris herumspielen lassen. Hätte da was von lieblichen Weinschorlen gestanden, hätte ich dem zugestimmt. So finde ich die Äußerung mal wieder sehr willkürlich und lächerlich. Hihi! Grad noch mal bildlich vorgestellt. Miss Anstand räkelt sich hackedicht auf dem Laken und gurrt Geilheit heuchelnd vor sich hin. Hihi! Ist witzig!]

„10. Wiederholen Sie die folgenden drei Worte: heißer, harter Schwanz. Wenn Sie diese nicht laut ausgesprochen haben, sind Sie definitiv ein anständiges Mädchen.“
[Tja. Mir wurde es gerade bestätigt. Ich bin anständig. Weil ich nicht, während ich allein in meinem Zimmer sitze, von heißen, harten Schwänzen rede. Laut! WTF? Also das ist jetzt DAS Kriterium an dem man festmachen kann wo der Anstand anfängt und wo er aufhört? Na Prost Mahlzeit. Aus Protest und purer Sturheit, werde ich mich wohl zwangsweise in die Fußgängerzone stellen müssen um dort hundertmal laut und deutlich „heißer, harter Schwanz“ zu brüllen. Lässt mein Ego grade nicht zu, dass mir unterstellt wird ich sei anständig. Geht ja mal gar nicht.]

So. Das waren also die wunderbaren zehn Kriterien an denen man festmachen kann ob man ein Engelein oder eine Ausgeburt der Hölle ist. Im Bezug auf Sex. Zusammengefasst sieht es also so aus, dass das anständige Mädchen zwar saufen kann wie ein Loch, lieber einen Orgasmus vortäuscht, aber erst wenn sie weiß, was das Lexikon darüber zu berichten hat, ihren Single-Freundinnen zwar Dildos schenkt, sich aber beim Kauf von Kondomen schämt.

Danke liebe Ayn für diese wunderbaren Erkenntnisse. Ich geh jetzt weinen. Weil ich dem Penthouse glaubte, dass dies ein amüsantes Buch sei. Also doch lieber weiter Hustler kaufen.

[Zitate entnommen aus dem Vorwort des Werks „pornology [der Pornoführer für anständige Mädchen]“ von Ayn Carrillo-Gailey]

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2 Gedanken zu “pornology

  1. Was für ein Reinfal… 😀 aber so ist das nun mal, wenn man sich auf Kritiken von ‚Bunte-Bildchen-und-so-n-quatsch-Zeitschriften‘ verlässt. Da ist ne Leserkritik manchmal doch aufschlussreicher (wie die hier zum Beispiel^^) und noch besser ist’s dann doch einfach in den Buchladen zu gehen und den ‚Blick-ins-Buch‘ wagen.
    (was will man überhaupt mit dem Buch? Das männGeschlecht… nun, äh ja… und das weibliche Geschlecht wenn anständig braucht ja kein Porno-Ratgeber und wenn nicht anständig… also bitte, dann kann das ‚Evil-Girl‘ dort auch nix mehr lernen…xD)

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