Gib Pfötchen

Ich verstehe ja vieles nicht. Das könnte daran liegen, dass ich als kleines Kind mal derbe auf den Kopf gefallen bin oder daran, dass ich nicht so denke wie so manch andere menschliche Wesen.

So einige Unarten einer „typischen“ Frau verstehe ich grundsätzlich nicht. Darunter fallen Schuhsucht, Taschentick, die Augenaufschlag-Sache und diese ich-bin-emanzipiert-lass-mich-aber-trotzdem-von-einem-Mann-einladen-Nummer.

Heute jedoch möchte ich ein bestimmtes Thema ansprechen das mir schon seit Ewigkeiten im Kopf herumspukt. „Frauen, die meinen ihren Partner erziehen zu müssen.“

Wer kennt sie nicht, die Ladys die stolz erzählen wie sie aus ihrem Lebensabschnittsgefährten erst einen richtigen Menschen gemacht haben. Gerne hört man auch bei Verlassenen, dass sich die Neue glücklich schätzen kann, dass sie so gute Arbeit geleistet haben.

Es fängt schon bei Kleinigkeiten an. Der Kleidung. Bevor man mit dem Herzallerliebsten unter die Augen der Jury tritt, auch beste Freundinnen genannt, wird geshoppt (Liebe Frauen. Das heißt EINKAUFEN! Nicht shoppen!!!). Der ganze Mann ist scheinbar rein optisch gesehen eine totale Nullnummer. Liebe Herren der Schöpfung. Da könnt ihr euch ja direkt glücklich schätzen, dass ihr auserwählt wurdet denn entweder habt ihr dann echt einen guten Arsch oder seid Sympathiebolzen zum Niederknien. Die Herren werden durch die verschiedensten Klamottenläden gejagt. Aussagen wie „Ach ein bisschen rosa, das steht dir doch so gut und passt so gut zu deinen Augen.“ oder „Die Jeans ist super. Die betont deinen Hintern.“ hört man in den Umkleideräumen und wenn man genau hinhört, hört man die Selbstachtung der Männer jämmerlich weinen. Voll bepackt mit der neusten Frühjahrskollektion diverser Kleidungsdiscounter geht es wieder nach Hause und die Frau ist glücklich. Der erste Schritt ist getan, um aus dem armen Höhlenbewohner Mann einen vorzeigbaren Schwiegermuttertraum zu machen. Mir stellt sich dabei immer die Frage, wie eine Frau reagieren würde, würde ein Mann auf die Idee kommen sie erst einmal neu einzukleiden. Man stelle sich das nur kurz bildlich vor.

Mann: „Schatz! Ach lass uns doch einmal einkaufen gehen. Es gibt momentan so schöne Kleider. Die würden dir viel besser stehen, als das was du in deinem Schrank hängen hast.“

[Bitte setzen Sie hier das Kill Bill „Danger“ Soundfile ein!!]

Es wäre undenkbar. Frauen sind, was Kleidung anbelangt, unfehlbar. Sie würden wohl eher mit unrasierten Beinen an einem Strand voller CokeLight-Männern entlangstolzieren als sich von ihrem Lebenspartner vorschreiben zu lassen, was sie anzuziehen haben. Die obligatorische Frage vor dem Ausgehen, ob sie denn gut aussähen ist rhetorisch. Checkt es doch endlich einmal liebe Männer. Die fragende Frau, verbrachte mindestens eine Stunde im Bad, stand eine weitere Stunde vor dem Kleiderschrank und wählte sogar den Schmuck passend zur Unterwäsche aus. Sie ist vollkommen davon überzeugt, dass die Arbeit die sie da geleistet hat, gute Arbeit war. Also lächelt sie an, sagt, „Ja Schatz.“ und wagt es ja nicht, euch auf etwaige Diskussionen einzulassen. Denn ihr werdet verlieren.

Wenn der Mann dann gut eingekleidet ist, geht es ans Eingemachte. Geliebte Eigenheiten die sich der Mann in seinem Singlealltag angewöhnt hat, werden ihm auf exorzistische Art und Weise ausgetrieben. „Trink nicht zu viel Bier!“ „Ich mache uns heute einen schönen Salat!“ „Benutze Untersetzer!“ „Ein paar Pflanzen würden dein Wohnzimmer viel freundlicher machen!“ „Du musst öfter lüften hier stinkt es ja wie in einem Raubtierkäfig!“ „Nein wir kucken heute nicht Fußball. Es kommt doch Pretty Woman!“ Stück für Stück wird aus dem eigenständig denkenden Mann, der vorher ganz gut leben konnte, ohne Salat und einem Biercounter, ein sabberndes Baby.

Wenn sie sich treffen diese Frauen mit dem Faible für Männererziehung, wird sich ausgetauscht. Es wird erzählt was man ihm alles ausgetrieben hat, welche Unarten der eine hat und man gibt sich Tipps wie man den Mann so formen kann, wie man ihn denn gerne hätte.

Liebe Frauen! Warum macht ihr das? Wenn ihr jemanden erziehen wollt, dann besorgt euch einen Hund. Geht mit ihm in die Hundeschule, bringt ihm bei wie er durch kurze Befehle genau das tut, was ihr wollt. Oder kriegt ein Kind. Sollte ein Mann jemals versuchen euch zu sagen, was ihr zu machen hättet, würdet ihr ausrasten. Ihr würdet euch die BHs von den Brüsten reißen und sie verbrennen. Emanzipiert wie ihr seid, würdet ihr demjenigen gepflegt in die Eier treten und seinen Skalp als Trophäe in der Ladys-Night eurer Stammkneipe herumzeigen. Ihr würdet einen Teufel tun euch verbiegen zu lassen, erwartet aber von eurem Schoßhündchen, dass er brav Pfötchen gibt und eure prämenstrualen  Ausfallerscheinungen erduldet.

Wenn ich mich in einen Menschen verliebe dann nicht weil er lernbereit und kritikfähig ist. Sondern weil er der Mensch ist, der er nun mal ist. Also lasst euren Kerlen die Schnellfickerhosen, die Glasränder auf ihren uralten Holzwohnzimmertischen und die Wichsheftchen unter der Matratze. Sie werden es euch danken.

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12 Gedanken zu “Gib Pfötchen

  1. Frauen bestellen sich starken, schwarzen Kaffee, verdünnen ihn mit Wasser, kippen Unmengen an Milch dazu, schmeißen Zucker in die Tasse, bis die Hälfte überschwappt, und beschweren sich beim Kellner über die miese Plörre.

  2. Sehr treffend beobachtet. Allerdings hält sich meine Geschlechtersolidarität in solchen Fällen in Grenzen. Meistens ist der Mann, der so etwas überhaupt mit sich machen läßt, doch selbst schuld.

  3. Tja, warum nicht einfach den Spieß umdrehen? Schließlich bieten die Modedesigner vom Rock über transaprente Oberteile und … alles, was das modische Männerherz begehrt. Da sollte Frau sich mal wagen etwas zu sagen, ist doch schließlich supermodisch! 😉 Einfach machen und darauf bestehen!

    • Lieber paarblitz-Jürgen,
      leider sehe ich keinen ersichtlichen Zusammenhang Ihres Kommentares zu meinem dargestellten „Problem“. Und auch Ihre Ausführungen ergeben für mich leider keinen Sinn.
      Danke für die Mühe die sie sich gemacht haben um Werbung für ihre Singleseite zu machen.
      Ich hoffe auf weitere Zusammenarbeit und würde gerne mit Ihnen über eine Gewinnbeteiligung bei einem Tässchen Tee plaudern. Ich hoffe Sie tragen dann einen transparenten Designer-Rock.
      Auf eine fabelhafte Zusammenarbeit!

      • Es geht nicht um Werbung, es geht darum einen Link in einem relevanten Umfeld zu setzen. Stichwort: Suchmaschinen-Optimierung. ;-/

        Was ich aber eigentlich sagen wollte: ich beginne gerade, mich in dein Blog zu verlieben und werde es nun endlich abonnieren, wie ich es mir schon länger vorgenommen habe. 🙂

      • Klingt es abgedroschen wenn ich hache? Schadet sicher meinem Image. 😉 Danke! Wirklich! Verwundert mich immer noch das Interesse an meinem geschriebenen Wort.

  4. Ich denke auch, dass „selbst dran schuld“ hier ganz gut passt. Im Übrigen benutzt man heute natürlch keine Wichsheftchen mehr, sondern das Internet.

  5. Eine bestimmte Gruppe von Leuten nennt das „betaisieren“:

    „Dies beschreibt den Vorgang, dass jede Frau instinktiv daran arbeitet, jeden Mann, der für sie nützlich sein könnte, dauerhaft an sich zu binden. Viele Männer nehmen der Frau diese ‚Arbeit‘ ab, da sie sich freiwillig anbiedern und sich zum Deppen machen. Dadurch töten sie in der Frau jegliches sexuelles Interesse ab.“

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