Liebe…

Morgen ist es wieder so weit. Der obligatorische Valentinstag. Wie jedes Jahr werden die Stimmen laut. Jedes Jahr wieder dieses „Ist doch alles nur Kommerz und die einzigen Leute die davon profitieren sind die Blumenhändler.“ Und auch jedes Jahr wieder diese Aussage, dass man doch keinen Feiertag braucht um seiner besseren Hälfte zu zeigen, dass man sie liebt, weil das tut man doch sowieso jeden Tag aufs Neue.

Doch tut man das wirklich? Gibt man sich wirklich die Mühe und beweißt seinem liebsten Menschen, dass es gut ist, dass es ihn gibt und dass das Leben eine trostlose Aneinanderreihung von Momenten wäre, gäbe es diesen Menschen nicht?

Ausnahmen bestätigen sicher, wie so oft, die Regel. Es gibt sie noch die Romantiker unter den Menschen, die völlig ohne Grund, sei es schlechtes Gewissen oder ein Geburtstag, mit einem Strauß Blumen vor der Liebsten stehen oder dem Liebsten das Frühstück ans Bett bringen. Es soll sie noch geben die Menschen, für die es nicht selbstverständlich ist geliebt zu werden und das Recht zu haben zu lieben.

Doch besonders die Menschen, die diesen Tag verteufeln. Geben die sich die Mühe, die sie vorgeben? Zeigen sie ihre Zuneigung in dem Maße in dem sie es sollten oder sehen sie es einfach nur als selbstverständlich an, dass da ein Mensch ist, mit dem sie alles teilen können was das Leben ihnen vor die Füße wirft? Oder sollte man genau mit dieser Selbstverständlichkeit herangehen an eine Beziehung? Sie als positive Selbstverständlichkeit in sein Leben aufnehmen und sie genießen ohne diesen Drang, jeden Tag dankbar sein zu müssen. Sollte es vielleicht sein wie das Atmen. Eine Selbstverständlichkeit, die einem das Leben schenkt. Die es einem ermöglicht auf Erden zu wandeln.

Und ist es dann nicht schön, dass es einen Tag gibt, an dem wir uns daran erinnern, wie froh wir sein dürfen, Liebe zu erfahren mit all seinen Farben. Auch mit diesem Schwarz das so oft über uns hängt.

Es wirkt vielleicht komisch, wenn gerade ein Mensch wie ich, der sich selbst in keiner Beziehung befindet und Pärchenverhalten als abstoßend bezeichnet ein Loblied auf den Valentinstag verfasst. Und es ist sicherlich paradox, dass ich einen Tag verteidige, mit dem ich selbst nichts zu tun habe.

Doch ich möchte mich selbst daran erinnern, dass es dieses Gute im Leben gibt. Diese Momente an denen die wohligen Gefühle die Regie übernehmen und alles andre in einen schalldichten Raum verstaut wird. In Watte eingepackt sein und sich geborgen fühlen. Das möchte ich mir bewahren. Die Sicherheit, dass es so etwas gibt. Und deswegen mache ich mir Gedanken über die Liebe. Weil ich an die Liebe glaube. Daran, dass sie einem das Leben bereichert auch wenn sie einem so oft das Herz bricht.

Ihr Verliebten, genießt den Tag. Zelebriert jede Nahrungsaufnahme des Tages, feiert eure Körper und den eures Herzenmenschen. Lasst euch Zeit für das was wichtig ist. Sagt euch tausendmal wie sehr ihr euch liebt. Genießt dieses zusammen sein als könnte es der letzte Tag sein, den ihr miteinander verbringt.

Und ihr Einsamen. Seid nicht neidisch oder wütend auf die, die den Tag feiern können. Feiert eure Freundschaften und feiert die Selbstliebe. Zündet euch Kerzen an und beschäftigt euch mal mit Dingen die euch wirklich wichtig sind und nicht weil sie für euer Leben einen Nutzen haben. Macht den Liebenden nicht ihre Liebe kaputt indem ihr sie von Weitem bespuckt. Liebt euch selbst und seid zufrieden damit. Denn auch ihr werdet geliebt. Von irgendwem, irgendwo und vielleicht seid ihr nur zu sehr mit winseln beschäftigt als das ihr es hören könntet.

Liebe ist… genau das was man daraus macht!

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4 Gedanken zu “Liebe…

  1. Vielen Dank! Ich habe fast schon das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen, warum ich den Tag nicht verfluche, bei all den Valentinstaghassern um mich. Dafür bekommst du jetzt auch einen Vorschuss: ❤

  2. Das ist wunderschön geschrieben. Die beiden letzten Absätze sind echt zum knutschen. So ist es.

    Ich hab, weil mir so gut gefiel, von meinem Blabla zum selben Thema einen Link hierher gesetzt. Eine andere Meinung, aber ähnliche Grundgedanken.

    Lieben Gruß. m.

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