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Liebe. Dieses Konstrukt an Gefühlen das die Welt zusammenhält und in den Grundfesten erschüttern kann. Passende Musik suchte ich, um diesen Moment zu zelebrieren, mich hineinzufühlen in dieses Thema das die Menschheit oft am meisten beschäftigt, weil er nicht allein sein will oder es einfach nicht kann. Und das einzige was ich fand, waren diese traurigen Lieder in denen gefleht wird, dass dieser Mensch doch wieder zurückkommen möge, egal was es koste. Verletzter Stolz, der Hass gegen einen Menschen für den man vor kurzem noch alles gegeben hätte nur um ihn glücklich zu sehen. Es erscheint oft der Eindruck, ich sei ein gefühlskalter Klumpen, der sich über all die Dinge stellt und spöttisch das Treiben der Liebenden beobachtet. Neid der Besitzlosen wird mir vorgeworfen. Und vielleicht ist es das auch. Dieser Neid. Früher, wenn meine Schwester was bekam, war es klar, dass ich das auch wollte. Egal ob ich es vorher wollte. Als sie es hatte, war die Gier größer als der Verstand der mir hätte sagen können, dass ich genau dieses überhaupt nicht brauche. Und so ist es noch heute. Nicht, dass ich sie beneide um dieses Zusammenleben auf engstem Raum. Diese Plüschaction mit Kosenamen und dem beenden der Sätze des Andren. Doch wenn mir bewusst gemacht wird, wie sie geliebt wird, welch ein Glück sie empfindet bei diesem sicher ankommen bei einem Menschen, erfüllt es mich mit Neid. Ich frage mich ob ich es wohl nicht verdient habe aufgefangen zu werden. Ob es vielleicht so sein soll, dass ich die arme Tante bin die nie einen Mann gekriegt hat weil sie sich selbst im Weg stand. Die Tante, die zwar immer die besten Geschenke macht aber die Tante, für die man Mitleid empfindet weil am Ende ist sie doch wieder allein zu Hause mit ihren Katzen und poliert ihre Glasfigürchen mit denen sie sich unterhält. Der Realist in mir schreit laut auf und rauft sich vor Wut die Haare. „Hast du es wirklich nötig, dein eigenes Glück am Leben eines andren Menschen festzumachen? Bist du nicht dein eigener Glücksschmid und solltest eher zufrieden mit dem sein was du hast und nicht was herbei sehnen, was du doch eigentlich gar nicht willst?“ Und dann wird mir wieder bewusst, dass ich keine Ahnung habe, was ich wirklich will. Ich will nur mir gehören und von diesem Andren so dermaßen eingenommen werden, dass ich mich nur zu zweit vollständig fühle. Ich will alleine stark sein und doch will ich endlich meine Schwächen akzeptieren und ihnen Luft machen dürfen. Ich will mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen stehen und mich gleichzeitig verlieren in diesem flauschigen Gebilde der Sinne und Gefühle bis mir wohlig schwindelig wird. Vielleicht erwarte ich zu viel. Zu viel von mir, der Liebe und der nichtvorhandenen Liebe. Vielleicht sollte ich mich mit den Tatsachen abfinden. Und vielleicht sollte ich auch einfach nur aufhören alles kaputt zu denken, bevor es überhaupt so weit ist. Vielleicht sollte ich meinen Blick vom Boden ein Stück nach oben verlagern und mein Umfeld aufsaugen um dort die Liebe zu finden, die mich vielleicht schon lange erwartet. Vielleicht sollte ich lernen, dass nicht alles was meine Schwester hat bedeutet, dass ich es auch haben möchte. Vielleicht sollte ich erst beginnen mich zu mögen um es dann einem Menschen zu ermöglichen mich zu lieben. Vielleicht sollte ich aufhören die Liebe in der Theorie totzuquatschen und sie einfach ausprobieren. Vielleicht sollte ich aufhören Angst davor zu haben wieder gebrochen zu werden. Vielleicht sollte ich…. vielleicht! Und schon wieder keine Antworten auf all die Fragen, keine Hand die mir den Weg weist, kein Held auf dem strahlenden Ross der mich erlöst von diesem Gedankenoverkill.

My soul and my mind and my corpse
They all long for you
My soul and my mind and my core
They all scream for you so loud

[apron / pure and real]

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