Archiv der Kategorie: twitter

ICH BIN IN EINEM BUCH

Nun mal ein bisschen Eigenwerbung. Wer bei Twitter ist kennt sie und wer sie nicht kennt ist doof. Ich spreche hier von der werten Frau Piepmatz. Sie macht wunderbare Dinge und dazu gehören Bücher. Ich durfte einen meiner Texte dort einreichen und der wurde in ein echtes reales anfassbares Buch gedruckt. Ich könnte nun glücklich sterben, denn ich glaube nun habe ich alles erreicht was ich jemals mit meinem Geschreibe erreichen kann und mehr kann ich nunmal nicht also eigentlich GAMEOVER.

Man kann dieses erwerben. Dieses Buch in dem ein Text von mir steht. Ich durfte es noch nicht anriechen und angucken aber ich weiß es wird großartig riechen und phantastisch aussehen. Und wenn man mal davon absieht, dass ein kränklicher Versuch meiner Laberei darin vertreten ist, wird es wunderbar sein. Also kauft es. “Zwischen den Zeilen” nennt sich das Wunderwerk und ich würde es sehr begrüßen wenn es in Hamburg angelesen wird damit ich mich da heimlich reinsetzen kann und mir einen Ast freue wenn die Menschen dort dieses Buch käuflich erwerben in dem Worte von mir drin stehen.

Hab ich schon erwähnt, dass ich mich freue? Ich glaube nicht. Ich freu mich!

[EDIT 12.08.2011]

Es ist angekommen. Zwei Stück in einem unscheinbaren weißen Päckchen. Und ich lass sie nie wieder aus den Augen. Traute mich nicht das Päckchen aufzumachen. Die Elfenbeinturmprinzessin musste es machen. Und so grinse ich mich heute Nacht in den Schlaf und umarme zwei Bücher.


Blog ungleich Dienstleistung

Du bist ein denkender und fühlender Mensch. Du kannst keine Songs auf dem Klavier stricken aber du kannst ab und an ganz gut mit Worten um dich werfen, sodass du diese Worte festhalten möchtest. Du hast plötzlich einen Blog und Menschen, die das gerne lesen. Du leidest in diesem Blog. Trauerst bertrunken und nüchtern. Hasst zutiefst und lässt dich über diese Menschen aus, die du einfach nicht verstehst weil sie nicht so sind wie du.

 

Wütend bist du. Immer. Ständig. Weil du unzufrieden bist. Wenn du Ahnung vom Rappen hättest, würdest du Rhymes auskotzen, die Wände einreissen lassen. So tobst du dich mit Schachtelsätzen aus. Twitterst das Ergebnis. Egal zu welcher Uhrzeit, egal in welchem Zustand. Liest den Schrott dann irgendwann mal wieder durch und schämst dich manchmal ein bisschen. Weil du dich selbst diesen Emo-Modus nicht mehr erträgst.

 

Und dann bist du glücklich. Du ziehst in eine andere Stadt. Die Stadt macht dich glücklich. Weil du dich fühlst als wärst du angekommen. Endlich. Nach 26 Jahren Suche. Und zu dieser Glücklichkeit kommt eine Verliebtheit. Ein Zustand der nach einem Grinsen verlangt und Hassgedanken vertreibt weil du keinen Sinn darin siehst, dich über alles aufzuregen weil es mit der Stadt und eben auch mit diesem Menschen genug gibt, worüber du dich freuen kannst.

 

Aber du hast trotzdem immer noch das Blog. Du schreibst. Weil du immer schlecht warst darin, Dinge zu sagen. Du musst sie schreiben. Und statt darüber zu schreiben wie seelentraurig du doch bist, strotzt du vor Schmalz. Und es tut dir so verdammt gut.

 

Und dann passiert es, dass du dir von einen anonymen formspring-Pisser sagen lassen musst, dass du plötzlich scheiße bist, nur weil du glücklich bist. Und du denkst dir „FICK DICH!!!“.

 

Dieser Blog ist ein kleines Spiegelbild meines Innersten. Und ich habe es nicht nötig mich von einem wildfremden Menschen nerven zu lassen, nur weil es dem nicht passt, dass ich ausnahmsweise mal glücklich bin. Wer bist du, dass du dir das Recht herausnimmst mir sagen zu wollen wie ich diesen MEINEN Blog zu führen habe? Wenn es dich nicht interessiert, ey dann hör auf das zu lesen. Es zwingt dich keiner dazu und es ist so wie mit der einen Band, die man irgendwann einmal echt gut fand und die dann meinte, sich musikalisch verändern zu wollen. Man muss sie nicht mehr hören, nur weil der Bandname der gleiche bleibt. Man kann sich abwenden und in einem Anfall von Frust die gesamten Bandshirts verbrennen, wenn man meint, damit ein Zeichen setzen zu können. Und wenn du lieber formspring-Arsch so ein wunderbar aufmerksamer Leser bist, wird es dir wohl nicht entgangen sein, dass die neuesten Posts nicht zwingend mit Liebesgeigen gedudelt sind. Aber hey, was muss ich mich rechtfertigen vor einem unzufriedenen Menschen den ich nicht kenne und der meint nur eine unzufriedene Bracka ist eine gute Bracka? Ähm, ja, genau. So überhaupt nicht. Ich frage mich manchmal echt was für Probleme so manche Online-Menschen haben müssen weil sie nicht imstande sind, sich für einen anderen Menschen zu freuen. Oh Bracka, wenn du leidest, dann bin ich für dich da. Ich leide mit dir und kann ganz genau nachfühlen wie du durch die Hölle gehst. Aber zeigst du mir nur einmal ein freudiges Grinsen, finde ich dich echt scheiße und wende mich von dir ab. Weil mir dann vielleicht bewusst wird, wie unzufrieden ich doch bin. Wütend macht es mich. Dieses Fordern von Hass. Euch ist schon klar, dass ich nicht für EUCH schreibe sondern hier nur einem Drang nachgehe. Das hier ist keine Dienstleistung die ich erbringe. Kommt also mal wieder klar ihr unzufriedenen Gnome. Und youporn ist nur einen kleinen Klick entfernt. Oder das Forum für missverstandene Blogleser die von einem Blogger wüst beschimpft werden. Und hey, es gibt so viele Blogs. Du armer formspringer wirst sicher einen neuen Blogger finden, der nur so vor Selbsthass strotzt. Viel Glück bei der Suche.

 


Kunst für mich

Je erwachsener man wird, desto mehr Post kriegt man. Woher ich das weiß? Erfahrungswerte. Jeder will was von mir. Und wenn es nur Penny ist, der mir Spongebob-Walkitalkis verkaufen will. Die GEZ fragt mich, ob ich brav Gebühren zahle für etwas, was ich nicht nutze aber theoretisch und praktisch nutzen könnte. Die Bank schickt mit TANS damit ich mir den weiiiiten Weg zur Bank spare und gemütlich im Bett mein nicht vorhandenes Geld ausgeben kann. Rechnungen, Mahnungen und ab und zu dazwischen eine liebe Postkarte. Der Weg zum Briefkasten immer wieder ein Erlebnis. Irgendwann entwickelt man sogar die Theorie, dass keine Post gute Post ist. Denn dann wird man nicht genervt mit Zahlungserinnerungen und doofen Werbezetteln.

 

Doch dann gibt es Post die macht, dass einem das Herz aufgeht. In so einem kleinen Luftpolsterfolienbriefumschlag kann ein riesiges Grinsen drin stecken. Und dann hüpft das raus und wandert ins eigene Gesicht.

 

Lange Rede, wunderbarer Sinn.

 

BITCHES!!! Ich habe einen echten frauenfuss in meinen Harburger Wänden. So in echt und original und das Besteste und Guteste überhaupt ist, dass das nur für mich allein ist. Steht da nämlich. Für rawr_it. Wooohoooo! Yeah!!! Mir fallen keine Worte ein für die Geiligkeit sondersgleichen. Konfettiregen in meinem Herzen mit Blubberblasengeblubber und Glitzerpopitzer in allen Körperöffnungen (igitt, ekelhafte Vorstellung!)

Und wenn sie so was malt, sieht das SO aus.

Und HIER kann man noch mehr gucken und machen und tun. Huldigt dieser wundervollen Frau und schenkt ihr Tonnen von M&Ms.

 


Faketwittersexualitäten

Lieber Twitterer.

Ich mag euch. Ihr seid lustig und traurig und bringt mich zum Schmunzeln, zum Grübeln, zum Kichern. Aber ihr bringt mich auch zum mentalen Kotzen.

Man könnte mir jetzt sagen, dass ich doch alle entfolgen könnte, die nicht dem entsprechen, was ich lesen möchte. Aber wie es in einer kleinen Freundschaft ist (das ist so in dem DRAUSSEN! Menschen treffen Menschen die sie gerne haben und so. Voll crazy und setzt sich sicher nie durch. Heil Internet, heil Social Media.), ist es auch da. Es gibt Seiten an einem Menschen, die mag man nicht. Man akzeptiert sie, weil man die Person unterm Strich einfach gut findet. Weil sie einen eben zum Lachen, Weinen und Schmunzeln bringt. Weil sie die Decke ist, in die man sich mummeln kann, wenn einem kalt ist.

Doch manchmal, da mag ich manche Leute nicht. Es sind gute Leute. Sonst wären sie nicht in meiner Timeline. Sie basteln tolle kleine Dinge mit Worten. Gedankenfetzen die ich am liebsten ausdrucken möchte um sie mir an die Wand zu kleben.

Aber eine gewisse Unart macht sich breit. Sie war schon immer da und ich glaube sogar, dass ich auch daran teilgenommen habe. An dieser Auslebung der Unart die ich hier anprangere. Boah, watt meint die Kuh denn jetzt?

Es geht um Sex. Um Twittersex. Um Sex, der nie wirklich stattfindet. Um Sex der zwischen Twitterern stattfindet, die sich oftmals nur per Facebook ein paar Texte geschickt haben in denen sie sich gegenseitig erzählen wie knorke sie sich finden. Vermute ich jetzt einfach. Es kann auch ganz anders sein und ich liege total falsch. Aber auch ich durfte ein bisschen in die Twitterwelt schnuppern. Durfte mir Geschichten anhören von diesen Twitter-Events. Und ich glaube so sehr ist das Ganze nicht bei den Extensions herbeigezerrt.

Ich mag euch wirklich. Sonst hätte ich mich schon lange gelöscht und dies vorher natürlich standesgemäß angekündigt. Weil das so sein muss. Twitterkette und so. Aber muss das sein? Dieses “Ich reibe mich an @blubb während @bla ein Foto davon macht.” oder “Am besten finde ich an @blubbdibla, dass sie mir so feuchte DMs schreibt und sie auch so meint.”. Ich meine diese Sorte von Tweets. Ich kann sie nicht mehr sehen. Ich kann sie nicht leiden. Weil sie sogar bei mir, bei einer Frau, die im Blog von spritzenden Schwänzen schreibt, ein Punkt erreicht ist, der mir ein Ekelaufstoßen produziert.

Ja ich finde Sex gut. Bilder und Worte die mit Sexualität behaftet sind, gucke und lese ich gerne. Weil ich das Thema mag. Weil es so facettenreich ist und meine Phantasie anregt. Doch ihr macht damit was Plattes daraus. Gangbang, Bukkake und dann noch eine Runde Ringelpietz mit Abbeißen. Als wäre es etwas absolut Normales. Als wäre neben die S-Bahn-Mitfahrer und sich selbst scheiße finden, eine kleine Orgie im engsten Followerkreis absolut normal.

Ich klinge vielleicht altbacken. Weil ich mich eigentlich darüber aufrege, dass die Welt zu versext ist. Und wie dumm doch eigentlich gerade von mir so etwas zu hören. Doch auch ich kenne meine Grenzen und ertappe mich doch selbst dabei, Sex zu etwas Banalem verkommen zu lassen, wie das Schmieren eines Butterbrotes.

Ihr dürft weiter eure Online-Nippel aneinander reiben um euch dann gegenseitig mit Online-Sperma einzureiben während ihr euch Online-Knutschflecken an den Innenseiten eurer Schenkel macht. Alles supi und ich bin doch so li[e]beral. Aber ich will euch nur daran erinnern, dass es vielleicht auch anders ginge. Dass man vermeintliche Zuneigung auch anders ausdrücken kann. Und wenn es nur mit einem verschisskackten Emo-Herz ist.

Also Twitterer, hier so <3. Ohne Titten und ohne Muschi. Einfach nur so.


Shortmessageservice ist Hitler

Es gibt Menschen im Leben, die lässt man los. Weil es Zeit wurde. Weil man nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung hatte in seinem Lebensbuch und weil es dann nun einfach mal an der Zeit war, dass man sich voneinander trennt.

Und bei den meisten findet man das auch gut. Es ist in Ordnung, dass sie weg sind. Und dann gibt es Genossen der Gemeinsamkeit, die einen nicht loslassen wollen. Zumindest nicht das eigene Denken. Immer wieder tauchen sie auf. Man sitzt in der Bahn und lässt seinen Gedanken ein bisschen Freiraum. Man treibt sie dazu an, sich an Orte zu verirren, an die man nicht kommt, wenn man sich dem vollen Bewusstsein hingibt. Und dann tauchen sie auf. Auch der Alkohol bringt sie hervor. Menschen, die einem zu Weihnachten Geschenke gemacht haben. Mit Briefen versehen. Sie bohren sich in das Gedächtnis und man tippt plötzlich wie fremdgesteuert die Nummer der Person in sein Handy um eine SMS zu schreiben. Denn weitsichtig wie man ist, hatte man diese Nummer gelöscht. Doch dann betrinkt man sich zu Hause. Dort, wo die Adressbücher nur so brüllen, dass man sie beachtet.

Es fehlen mir gewisse Menschen. In speziellen Momenten und vor allem vor dem Hintergrund, dass sich die Distanz um ein paar hundert Kilometer verkürzt hat. Und so schreibe ich betrunken SMS. Weiß gar nicht ob sie ankommen. Diese Nachrichten. Sie lösen wahrscheinlich nur ein Schulterzucken aus. Denn straight ist das Gegenüber. Und einmal weg bedeutet immer weg. Wurde mir gesagt. Prophezeit. Doch ein kleines Schlupfloch hat doch jeder. Warum nicht gerade hier?!


Tag 5 HH

Körperlich stark.

Innerlich schwach. Wie eine Maschine treibe ich mich an mit Kaffee und mieser Ernährung die wir uns von Männern mit roten Mützen auf den Köpfen vor die Haustür liefern lassen weil die Energie fehlt selber Brote mit totem Tier zu belegen. Immer noch diese vielen Menschenstimmen. Immer. Zahlen und Abläufe. Alles wird ausdiskutiert. Wer, wann, wo ist. Und ich werde dann an die richtige Stelle geschubst um meinen Teil dazu beizutragen. Ich funktioniere. Ich funktioniere gut. Trage Dinge in den vierten Stock, kratze Dinge von den Wänden, schiebe und ziehe Dinge.

Der Müll muss rausgebracht werden. Katzenberuhigungshalsbänder mit Kleinmädchen-Deo-Geruch kaufen. Und immer noch nichts gesehen. Von diesem Hamburg. OBI, Roller, Pocodomäne. “Popodomäne” sagen und es witzig finden. Die Klofrau Brigitte mit den fauligen Zähnen im Mund die vor ihrer Schüssel Pommes sitzt und mich bittet, nachdem ich ihr 50 Cent auf ihren mit Blumenmuster bespuckten Teller lege, die Tür doch zu schließen.

Freundlich sind die Menschen hier. Die Frau bei OBI erzählt mir von Winterurlauben im Bayerischen Wald. Schneecamping in Lackenhäuser. Oder war es doch ein anderes Kuhkaff? Sich beim Semmeln kaufen anstellen wie der erste Mensch, weil die doch hier nicht Semmeln heißen aber das Wort Brötchen will einem einfach nicht über die Lippen gehen.

Um 7 Uhr Morgens vor dem Büro der Wohnungsgesellschaft stehen. Ohne Termin. Aber man hat halt nur noch diese Woche Zeit.

Viel Geld ausgeben. So unglaublich viel Geld habe ich noch nie auf einmal ausgegeben. Mir wurde schlecht nachdem die Frau meine EC-Karte in den Zahlungskasten steckte. Erst mal eine rauchen. “Barbara, es ist nicht dein Geld, was wir da ausgeben.”

Die Katze versteckt sich. Immer. In dem Zimmer mit dem Gerümpel. Und wenn sie mal rauskommt, dann schreit sie. Ich sollte vielleicht auch einmal schreien. Einfach so. Vielleicht hilft es ja.

Nichts zu twittern die Tage. Weil alles was ich zu sagen hätte wäre ein Einheitsbrei und endete in einem

“Ich bin kaputt. Holt mich hier wer raus? Followerpower galore?”

Dumme Emails schreiben, sie verschicken und sich danach mit der flachen Hand an die Stirn schlagen.

Guten Morgen Hamburg. Auch heute werde ich dich nicht sehen. Ich muss Wände mit Farbe bepinseln, Schränke verschieben und Krempel tragen bis ich Blasen und Schürfwunden an den Händen habe.

Und wie fühlt es sich an? Der Neuanfang?

“Wie ein Erlebnisurlaub mit miesem Rahmenprogramm. Ein Programm für gestresste Manager die einfach mal rauswollen aus ihrem nervenaufreibenden Sesselpupserjob. Mal das Hirn frei machen und handwerklich aktiv werden. Was Erschaffen. Mit den eigenen zwei Händen. Schwitzen, stinken und sich gut fühlen.”


Deutsch für Bayern

Den Wulff, den finden wir doch doof, oder? Der ist Politiker. Natürlich können wir den nicht leiden. Weil DIE DA OBEN, DIE MACHEN DOCH SOWIESO WAS SIE WOLLEN! Und der Wulff, der sagt viele Dinge. Ist ja Politiker. Ist deren Job. Reden. Und unsere Aufgabe ist es, uns darüber aufzuregen. Weil DIE DA OBEN…, ihr wisst schon.


Momentan wird viel über das Thema Integration gesprochen. Weil der Onkel Sarrazin hat nämlich gesagt, dass sich die Muslime nicht integrieren wollen. Um Arbeit geht’s. Kriminalität. Schulen. Alles wird durchgerödelt und wenn man bei wordpress die aktuellen deutschsprachigen Top-Posts durchklickt, behandeln grob geschätzt mindestens die Hälfte davon, dieses Thema. Ein Integrationsdebatten-Boom.


Dann kommt der Opa Wulff und sagt „Wer bei uns arbeiten will muss Deutsch sprechen.“. Hat er ja irgendwie recht. Meine bescheidene Meinung. Wenn ich Brötchen kaufen gehe, will ich, dass ich mich nur verbal äußern muss, ohne Zeichensprache anwenden zu müssen um mein Anliegen zu verdeutlichen. Nur mal so.


Aber der Satz an sich interessiert mich gar nicht. Soll er doch. Reden und reden lassen. [Und während ich das hier tippe denke ich mir, verdammte Axt. Jetzt gibste denen auch noch DAS Argument um dich dann tot zu reden, weil die soll ich dann halt auch einfach reden lassen. Mist, Mist, Mist. Egal. Vielleicht fällt’s ja nicht auf. Einfach ein paar blumige Neologismen einwerfen. Das lenkt doch immer ab. Puh!] Was mir saure Wutrülpser entlockt ist das immer wieder auftauchende Thema BAYERN.


Wer nicht versteht was ich gerade meine, eine kleine Assoziationskette, die zu weiteren Witzen über das Bayervolk führte.


Wulffi -> wer arbeiten will muss Deutsch sprechen -> nicht Deutsch sprechen -> unverständliche Dialekte -> yeah, Bayern -> aber Opa Wulffi, so viele arbeitslose Bayern, das geht doch nicht -> Schenkelklopf, höhöhöhöhö!!!


Verstanden? Gut. Und gelinde gesagt geht es mir derbe gegen den Strich. Absolut subjektiv brülle ich ein „Nieder mit dem Bayernbashing!!!“ in die traute Leserschaft. Warum? Ich bin Bayer. Und da ich nun mal ein Teil des eigenwilligen Völkchens bin, fühle ich mich persönlich verarscht und ausgelacht. Hihi, kuck mal. Die kann nicht richtig Deutsch reden. Lustig!!! Nicht!!!!!! Ich müsste mich nicht angesprochen fühlen. Ich könnte sie reden lassen. Wie ich den Wulffi-Schnupsipups reden lasse. Doch leider ist es so, dass sich diese Thematik wie ein roter Faden durch meine Außenwelterfahrung zieht.


„Wie? Du kommst aus Bayern? Das hört man aber gar nicht.“

„Also das du aus Bayern kommst, das hört man schon.“

„Wenn du dann nach Hamburg ziehst und keine Wohnung findest, vielleicht haben die im Asylantenwohnheim noch einen Platz für dich.“


Der Bayer spricht komisch, er feiert saublöde Feste, er kleidet sich absolut beschissen und überhaupt, weg mit diesem Bayernvolk, weil wollen wir nicht in unserem schönen Deutschland haben.


Besonders in dem Fall macht sich bei mir der Eindruck breit als, wäre Bayern ein sprachliches Gallien.


„Ganz Deutschland spricht verständliches Hochdeutsch… ganz Deutschland? Nein, ein kleines Bundesland leistet nach wie vor der Verhochdeutschisierung heftigen Widerstand.“


Ja, der Bayer ist stolz auf seinen Dialekt. Ja, viele Bayern vertreten die Ansicht, dass man sich ja nicht mit ihnen unterhalten müsste, wenn man sie nicht versteht. Sehe ich alles ein. Auch ich selbst machte mich über die Engstirnigkeit beim Thema „Erweiterung des sprachlichen Horizonts“ lustig. Aber es ist nun mal eine Tatsache, dass ich das darf. Weil ich Bayer bin. Ich darf über meine Landsleute herziehen und ihre sprachlichen Äußerungen als Verbaldurchfall betiteln. Unfair, aber ist nun mal so. Und vor allem erweckt es jedes Mal bei mir den Eindruck, als wäre Bayern das einzige Bundesland mit einem Dialekt dem man nur folgen kann, wenn ein Untertitel dabei ist.


Ein kleiner Schwank aus meinem Erfahrungsschatz was Dialekte anbelangt. Ich fuhr einmal vier Stunden mit einem Sachsen von Punkt A nach Punkt B. Die Unterhaltung mit dem netten Menschen fiel mir sehr schwer, weil jeder zweite Satz von mir ein „Wie bitte?“ war. Ich verstand ihn zum Großteil einfach nicht. Und so ist es in weiten Teilen von Deutschland. Es gibt so viele verschiedene Dialekte, die eben auch nur die Leute verstehen, die diesen sprechen. Ösis reden auch komisch. Über die macht man sich nicht lustig. Weil ist ja ein anderes Land. Die dürfen das. Oder die Schweizer. Versteht keine Sau. Ich war einmal in der Schweiz. Das Zahlen der von mir erworbenen Artikel war nur möglich, weil ich die Zahlen am Kassendisplay sah. Den Kauderwelsch den mir der Mensch da entgegenbrummelte war unverständliches HubbaBubba-Genuschel. Aber auch ein anderes Land. Stimmt. Scheiß auf das Deutsch in Schweizer-Deutsch.


Und mir wird das langsam zu blöd (schon wieder). Das ich ständig hören darf wie selten scheiße wir doch sind. Wir Bayern mit unserem Bier und unserem Winter und unserer Sprache. Urlaub auf dem Bauernhof im Bayerischen Wald. So schön idyllisch. Und alle waren sie so nett und freundlich.


Kindergartenniveau. Es fehlt nur noch die rausgestreckte Zunge und ein gesungenes Nanananana. Dann wäre es perfekt.


Ich bin es leid, mich für was zu entschuldigen, indirekt, was ich nun mal bin. Ich kann nichts dafür. Ich habe mir das nicht ausgesucht. Ich boxte meine Mutter im Bauch nicht in Richtung Bayerischer Wald und gab ihr Morsezeichen, dass sie mich genau da rauspressen soll.


Ach und ihr Komiker. Nur mal am Rande. Deutsch ist nicht gleich Hochdeutsch. Nur mal so.


Und während Opa Wulff darüber nachdenkt, wie er den Bayern richtiges, echtes, brauchbares Deutsch beibringt, damit er nicht Abermillionen neue Arbeitsamt-Besucher hat, philosophiere ich still und leise, aber in Mundart, darüber, dass es der Bayer schafft, mit nur einem einzigen Buchstaben eine ganze Unterhaltung aufrecht zu erhalten.


Pfiad eich!


offline – alone?

Manchmal, da habe ich das Gefühl, dass einige von euch gar nicht wissen wie das ist, mal nicht erreichbar zu sein, ständig den Zeigefinger auf dem Puls der Zeit zu haben. Vor allem können es manche auch gar nicht. In Zeiten von androiden Zyklopen-Apfeltelefonmaschinen mit Woohoofunktion kann man ja nicht nur angerufen werden, oder Ketten-SMS erhalten. Man kann in das Internet gehen. Bei Facebook posten, dass man gerade Tomaten isst und sich bei Twitter darüber aufregen, dass die Leute bei Facebook doofen Bockmist posten, den keinen interessiert. Schnell mal in der U-Bahn bei amazon das Twitterbuch bestellen, Emails abrufen, ob der ersteigerte Kerzenständer in Form eines dreiarmigen Affen der sich selbst die Eier leckt, schon auf dem Weg zu einem ist. Schnell ein paar Fotos schießen, sie bei tumblr posten nachdem man sie durch entsprechende Fotobearbeitungsprogramme gejagt hat. Flink noch die favstar-Seite aufrufen und schon ist man zu Hause und kann sich an den heimischen PC setzen um das Spiel von Neuem zu beginnen. Das Schlimme ist, warum ich überhaupt darauf komme ist, dass ich mich gerade selbst dabei ertappt habe, dass es fast undenkbar ist, ohne iPhone aus dem Haus zu gehen.


Ich erinnere mich noch an dieses Damals. Da war ich noch jung und klein. Und wenn man da jemanden angerufen hat, dann tat man das zu Hause. Wo denn auch sonst. Man schrubbelte die Nummer in die Wählscheibe und wenn jemand nicht zu Hause war, dann war er halt eben nicht erreichbar. Egal wie wichtig der Anruf auch war, man musste warten. Natürlich nicht auf einen Rückruf, denn der Angerufene wusste nichts davon, dass man versucht hätte ihn zu erreichen. Woher denn auch? Ortsgespräche, Nachttarif. Und dann? Dann kamen die Handys. SMS, Mailboxansagen, verpixelte MMS. Erst später animiert oder dann auch in Farbe und vielleicht sogar mit Ton. Prepaid-Karten und wenn man ausländisches Netz hatte, dann konnte man ins Minus gehen. Plötzlich Flatrates aber nur wenn die Netzanbieter auch zusammenpassten. Bluetooth, Speicherkarten, Klingeltöne polyphon, monoton und trotteligon. Internet gab es im Handy schon länger. Konnte man sich aber nicht leisten. Trickreich löschte man die Roaming-Nummer um keine hohe Handyrechnung vorgesetzt zu kriegen weil man aus versehen in der Hosentasche nach qwdfloadp gegooglt hat.


Und heute? Heute weiß ich eigentlich immer wo wer ist, was er dort macht und mit wem er es macht. Ich weiß es sogar von Leuten, die ich nicht kenne. Ich sehe die Dinge die die sehen und bin live dabei, wenn sie sich am Wochenende geschmeidig die Kante geben. Schlimmster Moment immer, wenn der Akku jault, dass er Hunger hat. Schnell Gegenmaßnahmen ergreifen. 3G ausschalten und die Suche nach WLAN unterdrücken. Weil der Abend dauert sicher noch ein bisschen länger und was sollte man denn bitte sonst auf der Heimfahrt machen, als noch schnell einen kleinen Blogeintrag zu skizzieren?!


Ich war grad eben in diesem Draußen. Ohne euch. Es war nicht lange, aber wenn ich so überlege hätte ich mindestens einen Tweet geschrieben und hätte immer wieder kurz bei izekuh reingeschaut. Nur so. An der Kasse. Die Wartezeit überbrücken. Erschreckend, wie wenig ich mit mir selbst allein sein kann. Wie schwer es mir fällt mich nur auf meine Umwelt zu konzentrieren ohne den doppelkinnfördernden Blick auf ein spiegelndes Display. Schön war es gerade. Da draußen. Sehr windig, der Himmel hellblau mit ein paar weißen Wolken die aussahen als hätte Bob Ross begonnen zu malen und hätte sich dann doch lieber einem Äther-Rausch hingegeben. Bunte Bäume und der satte Geruch von Herbst lag in der Luft. Das alles konnte ich sehen, fühlen und riechen, weil mein Blick nicht automatisiert auf mein Handy fiel. Doch das wirklich Erschreckende ist, dass ich darüber einen Blogpost schreiben muss. Das es wirklich schon so weit ist, dass mir so etwas auffällt und das es so vermeintlich wichtig ist, dass ich darüber schreiben muss. Eigentlich traurig. Ich stelle mir hiermit also hochoffiziell ein Armutszeugnis aus. Mit Auszeichnung. Hoorey!


Ode an den Terrorhasen

Blog schreiben, Blog haben, der Drang all das aufzuschreiben was einen bewegt oder eben nicht bewegt weil man festgefahren ist. Informationsaustausch und oft ein kleines „Hilfe, mir geht es nicht gut. Hört es jemand?“. Ich lese gerne Blogs. Nicht regelmäßig. Ich besitze keinen komischen Reader, der mir einsammelt welche geistigen Ergüsse ich noch lesen muss, weil ein Mensch wieder einmal die Tastatur durchgedroschen hat. Heute stieß ich auf einen dieser Blogs wie sie ihn wohl tausendfach gibt in dem WWW. Ich las alle 17 Beiträge. Ich wurde traurig, war gefesselt, schockiert, geil und war gebannt und gefesselt und begeistert. Gefühle für die es keine Worte gibt weil sie den Worten, die man dort liest nicht gerecht werden. Ich hatte nie das Bedürfnis irgendetwas vorzustellen. Mein Blog war ein Ort an dem ich mich auskotzen konnte. An dem ich in Ruhe traurig sein durfte ohne der erhobene Finger der mir sagt, dass ich eine Memme bin. Doch heute möchte ich bitte, dass ihr alle das lest.

Ein wunderschön trauriger und sanfter Blog von der Frau terrorhase. Leise Buchstaben, die sich einem laut in die Gehirnwände brennen und nicht mehr weggehen wollen.

Zu finden unter

http://schweigendersirenen.blogspot.com/

Danken dürft ihr mir später.


Shitstorm

Ich muss euch jetzt schon mal was fragen. Nehmt es mir bitte nicht krumm, aber ich will die Welt um mich herum verstehen und oft tauchen so Momente auf, da stoße ich an meine Verständnisgrenzen. Ist es eigentlich anstrengend, so ein absolut politisch korrekter Gutmensch zu sein? Ist es nicht manchmal absolut zermürbend, wenn ihr jedes Wort, dass ihr von euch gebt, abwägt, denn es könnte sein, dass man jemanden damit diskriminiert und in seinen Grundrechten als Individuum schadet? Wie ist es, wenn man sich durch das Leben kämpft mit der Absicht besser als Jesus zu sein, weil sogar er wusste, dass er nicht ohne Schuld ist. (Für die Nicht-Wisser unter euch: Den ersten Stein werfen der ohne Sünde ist, und so. Die Nummer.)? Könnt ihr überhaupt ruhig schlafen wenn ihr wisst, dass an dem Teebeutel, den ihr in den Bio-Müll geworfen habt, so ein böses Klammerdingsdi dran ist, dass vielleicht die gesamte Umwelt ins Verderben stürzen wird, wenn das jeder so machen würde?


Auf die ganzen Fragen komme ich weil auf Twitter mal wieder zur Hexenjagd aufgerufen wurde. Ein Aufschrei ging durch Twitterhausen. Man warf sogar mit Schimpfworten um sich und Sachlichkeit ward verschwunden, denn es ging darum die Rechte der islamischen Bevölkerung zu wahren. Für die Nicht-Wisser unter euch, mal wieder, es ging um folgenden Tweet von „mdrreiter“:


„Einheitstag 2030: Bundespräsident Mohammed Mustafa ruft die Muslime auf, die Rechte der Deutschen Minderheit zu wahren.“

Das darf natürlich nicht sein. So was sagt man nicht. Schon allein dieser Name. Als würde jeder Muslime Mustafa oder Murat heißen. Wie es bei uns ja auch nicht der Fall ist, dass jeder zweite Deutsche Peter oder Klaus heißt. Pfui Spinne. Und überhaupt. So eine Aussage bei der momentan mehr als gespannten Lage. Was erlaubt der sich denn nur, dieser mdr-Mensch?

Ich habe ein Wort für euch. Scheinheilig. Denn genau das seid ihr, wenn ihr euch über so einen schlechten Witz aufregt. Wenn ihr schon meint so absolut korrekte Menschen zu sein, deren größtes Ziel es ist, Weltfrieden zu propagieren, weil wir uns doch alle lieb haben und an den Händen halten, dann denkt bitte das nächste Mal daran, wenn ihr über folgende Dinge herzieht.

- Die Frau. Ihre Eigenheiten und Macken. Beginnend bei Schuhtick und endend bei der Frage „Was denkst du gerade?“.

- Um Umkehrschluss. Der Mann. Klischees über Nasen, Penislänge, Gefühlskälte oder nerviges Fußballgeglotze.

- Die Mitreisenden im ICE, in der S-Bahn, etc.

- Jede Form von Menschengruppe, die nicht eurem Bild von richtig und falsch entspricht.

- Liste könnte ich ewig weiterführen. Hartz IV-Opfer, Ghetto-Jungs mit Ghetto-Slang, billig gekleidete Damen, etc pp.

Wer von euch noch nie über einen politisch absolut unkorrekten Witz gelacht hat, der darf sich brav darüber aufregen. Denn du bist dann besser als Jesus und er wäre so stolz auf dich und hält dir den Platz zur Rechten Gottes schon mal warm.

Ich für meinen Teil bin mir bewusst, dass das Leben nun mal nicht absolut korrekt abläuft. Das auch ich mich dazu hinreißen lasse, Witze auf Kosten anderer zu machen. Weil das nun mal das Leben ist. Weil wir Vergleiche suchen um uns selbst besser zu fühlen. Und immer dieses „Huch, das sagt man doch nicht.“. Ab wann ist es z.B. OK sich über Hitler lustig zu machen? Ein Mensch der dafür verantwortlich ist, dass wir uns noch heute entschuldigen, egal ob wir es müssen oder den tiefen Drang haben, es einfach zu tun. Ein Mensch der kaltblütig dafür gesorgt hat, dass Millionen von Menschen starben. Das ist in Ordnung? Oder über Dunkeldeutschland, wie der Osten der Republik noch genannt wird, Witze zu reißen? Noch eine Banane auf Kosten des Hauses? Ich habe mich schon einmal gefragt wer entscheidet, wann ein Witz angebracht ist und wann nicht. Als die Diskussion losging, ob es in Ordnung sei, sich über die JU-Single-Börse aus dem Frankenländle lustig zu machen. Und ich kann es immer wieder nicht fassen, wie schnell so ein Shitstorm entstehen kann. Wie leicht ein Mensch in eine Schublade gestopft wird, um sie dann mit Nägeln der Gewissensbereinigung zuzunageln. Ich könnte sagen, dass ihr doch mal den Stock aus dem Arsch ziehen solltet. Doch macht euch einfach mal bewusst, dass ihr zu Zeiten der Hexenverfolgungen wohl die Front gebildet hättet. Und wenn euch das nicht mit Scham erfüllt, dann weiß ich auch nicht weiter. Dann lebt in eurer Gutmenschen-Luftblase und seid glücklich. Aber mir für meinen Teil macht es Angst, wie schnell man bei euch in Ungnade fallen kann. Wie leicht es ist, aus einem miesen Witz eine Hetzjagd zu basteln.


In dem Zusammenhang lesenswerter als mein Gesabbel. stijlroyal


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