Archiv der Kategorie: FSK18

Menschen sind widerlich

Facebook ein Ort an dem man sämtliche Inhalte teilt. Ob wichtig oder unwichtig sei dahingestellt. Es werden Videos gepostet, Farmville-Betteleien an die Pinnwand gepflastert und vermeintliche Witzigkeiten gepaart mit traurig-einsamen Tränen-Postings. Der neueste Trend geht hin zum wahllosen Geklicke auf Links die Freunde von Freunden von Bekannten von absolut Fremden auch schon mal angeklickt haben um sich ein ABSOLUT GEILES SUPERDUPERVIDEO anzeigen zu lassen das es SOOOOOOO NOCH NIE GEGEBEN HAT AUF DIESEM PLANETEN!!!!

 

„Was treibt DSDS-Superstar mit Trallalala?“

„Freundin beim Kacken erwischt.“

„Webcam schaltet sich plötzlich während dem Sex ein.“

 

Alles Dinge von denen ich nie wissen wollte, dass es sie gibt. Doch man kann sie ignorieren. Aber heute wurde mir etwas in meine Facebooktimeline gerotzt das dazu führte, dass mir die Kotze bis ans Gaumenzäpfchen schoss.

 

Ich frage mich was ein Mensch das sein muss, der mit dem Willen sich so einen Clip ansehen zu wollen. Zweifle an mir, dass ich so etwas zu meinen Freunden zähle. Bin angewidert und erbost. Als ich mitteile, dass ich so etwas absolut abartig finde, ich Worte suche im diese Widerwärtigkeit zu beschreiben gibt es seltsame Reaktionen die nicht darauf eingehen, dass es sich um eine Sache handelt die unbeschreiblich ekelerregend und wutsteigernd ist, sondern eher davon sprechen, dass diese Videos doch sowieso nur Fake sind.

 

Es ist mir absolut egal ob dieses verdammte Video echt ist!!! Jemand den ich persönlich kenne hat bewusst auf einen Knopf gedrückt um sich anzusehen wie eine Frau vergewaltigt wird… die Worte sie fehlen und die Wut will nicht verschwinden.

 

Ohne Worte mit gesenktem Haupt und Brechreiz im Rachen.


Körperschau

27.09.2010

Ich bin nicht schön. Ich habe keine glatte Haut die im Sonnenlicht schimmert, sodass man sie nur zaghaft berühren will, weil man Sorge hat, dass man etwas zerstört. Kein langes glänzendes Haar. Keine strammen Schenkel und ellenlange Beine. Nichts an mir ist straff und Dellen zieren meinen traurigen Körper.

Wenn ich mit dir Sex hatte, wenn du mich von hinten tief und fest genommen hast, die Brüste, die nicht stramm am Körper lagen sondern sich hysterisch im Rhythmus deiner Stöße bewegten, dann war mir das egal. Ich verlor keinen Gedanken darüber, ob ich in diesem Moment einen flachen Bauch habe oder ob mein Hintern aus dieser Perspektive noch dicker erscheint. Ich dachte gar nichts. Ich fühlte mich plötzlich wohl in meinem Körper und wollte ihn dir zeigen. Leicht bekleidet durch die Wohnung laufen, deine Blicke hafteten an mir. Ich fühlte mich so begehrt wie nie in meinem Leben. In Unterwäsche das Geschirr spülen und alles an mir fühlte sich nach Sex an, wenn du bei mir warst. Du musstest mir nicht sagen wie geil du mich findest. Jeder feuchte Kuss in meinem Schritt bewies es mir. Immer und immer wieder.

Sobald du dich wieder zurückgezogen hattest in dein eigenes Leben, nahmst du auch dieses Gefühl mit. Die Tür hinter dir zugezogen und ich wurde wieder zu dem unansehnlichen Klumpen Menschenfleisch, das sein Sexappeal nur geborgt hat.


Spießerkopfkino mit Kitschfaktor

Nur ein paar Tage und er fehlt. Ca. 239 km trennen uns und obwohl wir nicht jeden Tag miteinander verbringen, er fehlt. Ich gucke seltsame Romantikfilme, switche um zu youporn und trinke dabei Bier. Während der Teufel Prada trägt spielt mein Kopf Spießerkopfkino. Heimeliges Idyll ersehnend und nicht wissend warum. Nicht davor erschrecken, dass es so ist wie es ist und kleine Glückstränen in den Augen haben weil die Elfenbeinturmprinzessin eine Liebeserklärung 2.0 verfasst.

 

Ich will alten Holzfußboden. Sonntags gemeinsam kochen, Spaziergänge, mich atemlos ficken, ihm kleine Botschaften an den Spiegel heften, ihn in den Schlaf streicheln und ihn mit einem Blowjob wecken. Ich will mit ihm streitende Pärchen bei IKEA auslachen und in der Küchenabteilung knutschen. Nackt im Bett sitzen und Seifenblasen aus der geöffneten Balkontür pusten. Seine Boxershorts tragen und atemlos staunen, wenn ich neben ihm aufwache. Ich will mich mit ihm zanken, mich an ihm reiben, wissen, dass er mir nicht nach dem Mund redet. Ich will nicht „seine Freundin“ sein. Ich will weiterhin Barbara sein. Aber ich will die einzige Barbara sein, die er so ansieht wie er mich ansieht. Ich will mir von ihm die Welt zeigen lassen für die ich alleine zu feige war. Ich will ihm zeigen wie er wirklich ist. Ich will spießig sein. Sonntage im Bett verbringen und ihn damit ärgern, dass ich das Bett mit Bröseln verunstalte.

 

Und so läuft er weiter, der Film in meinem Kopf. Jahre ziehen an mir vorbei. Wir werden nicht immer grinsen. Wir werden weinen. Ich werde Dinge gegen Wände werfen und er wird mich schütteln bis mir schlecht ist. Aber dann geht es weiter und das Herz lacht. Es ist kitschig. Man ist es nicht gewohnt von mir. Doch vertraut mir. Keiner ist mehr darüber schockiert als ich selber.

 

Ich möchte die Elfenbeinturmprinzessin zitieren, die momentan die Dornen des Gefühlschaos durchleiden darf. Sie hat ein bisschen übertrieben aber vielleicht hat sie ja doch Recht!?

 

„Wenn diese Frau diesen Kerl nicht heiratet, dann gibt es keine wahre Liebe auf diesem albernen Planeten mehr.“

 

Und so sitze ich hier am Fußboden im Wohnzimmer, trinke weiter Bier und schicke sehnsüchtige SMS nach Amrum. [Wie soll das nur werden wenn er zwei Wochen in Amerika ist!?]


Körper

[22.07.2010]

Vielleicht sollte ich mich weniger an den ersten Sex zwischen uns erinnern. Erinnerst du dich noch an unseren ersten Sex? Kannst du dich noch daran erinnern, dass ich währenddessen geweint habe?

Ich hatte Sex mit Männern. Wenn ich ehrlich bin, mit sehr vielen Männern. Mit den unterschiedlichsten Sorten von Männern. Weil ich der Ansicht war, dass man doch alles einmal ausprobieren müsste. Weil das doch verlangt wird. Von diesem Leben. Das man mit offenem Kopf durch die Welt läuft und alle Möglichkeiten die einem geboten werden auskostet. So war es auch mit den Drogen. Und den Frauen in meinem Leben. Alles habe ich ausprobiert. Genossen habe ich es nie. Weil es wie eine Pflichtübung war. Weil ich dachte ich sei es mir selbst schuldig. Weil ich erwartete, dass irgendwann der Moment kommt, an dem ich die Erleuchtung erlange. Während dem Sex. Oder dem Drogenrausch. Oder bei beidem.

Auf Koks ficken ist purer Egoismus. Du siehst niemanden außer dir. Auf Koks ficken vor einem Spiegel, ist pure Masturbation. Du treibst es mit dir ganz allein. Du bist derjenige, der dich zum Schwitzen bringt, zum Schreien und Spucken. Der andere, der, der meist unter dir liegt und dich gierig anblickt, den siehst du nicht. Spürst du vielleicht, aber eigentlich geht es nur um dich. Deinen Fick. Das Koks macht dir keine Flügel. Das Koks macht dich zu Gott. Deinem eigenen kleinen Gott der die Macht hat dich zu zerstören. Eine Line auf der Brust eines 21jährigen Models. Die Reste weggeleckt. Gierig weil das Gefühl Gott zu sein zu groß ist, um es zu vergeuden.

Unser erster Sex war anders. Er war keine Pflichtübung. Es waren keine Drogen im Spiel. Und doch empfand ich mehr als die tausend Male zuvor. Deswegen die Tränen. Weil ich das Gefühl hatte, dass ich mit jedem deiner Stöße der Erleuchtung ein kleines Stück näher zu kommen. Immer tiefer hast du mich hineingepresst in die von dir gewählte Form. Und es fühlte sich richtig an.

Meine Tränen hast du weggeleckt. Und bist dann gegangen. Einfach so. Ohne jedes Wort.

Noch stundenlang lag ich weinend in meinem Bett. Und fühlte mich freier wie nie zuvor.

Kannst du dich erinnern?


Ein Angebot

Warum sind sie so? Diese Männer die erst dann Interesse an einem entwickeln, wenn sie meinen sie müssten um einen kämpfen. Die erst mit vermeintlichen Gefühlen herausrücken wenn es schon zu spät ist. Denen man Chancen ermöglichte, denen man immer wieder anbot, dass man nach einer gemeinsamen Basis suchen könnte, wenn sie nicht offensichtlich vor einem liegt. Wie oft hat man nachgefragt was das sein könnte, was sie verbindet. Und immer wieder siegte die Sachlichkeit. Beider Seiten, obwohl die Frauen-Seite oft genug einknickte und Worte wählte die zeigen sollte, dass mehr sein könnte, wenn man doch nur wollen würde. Doch man war ja „nur“ befreundet, wollte seine Freiheit nicht aufgeben. Beide Seiten. Die Frauenseite ein bisschen weniger. Doch die Männerseite blockte. Erzählte davon, dass es doch so auch funktionieren würde, ohne der Sache den Namen „Beziehung“ zu geben. Und eigentlich war es auch unmöglich, denn viele Kilometer trennten die beiden. Aber wäre das wirklich ein Grund gewesen? Oder war das zu dem Zeitpunkt nur eine faule Ausrede um sich selbst davor zu bewahren etwas Dummes zu tun, was zu mehr führen könnte, als einem Blowjob zwischen zwei Mahlzeiten.

 

Ich stelle mir immer noch die Frage, was das alles sollte. Dieses plötzliche Zugeben, dass da vielleicht doch mehr war, als man gesagt hatte. Wenn sie die Felle schwimmen sehen, beginnen sie plötzlich zu rudern. Sie paddeln wie wild auf einen zu, doch dann ist es zu spät. Denn die Frau sitzt zusammen mit einem anderen Kerl im Boot, den Sonnenschirm im Anschlag und das Grinsen breiter und strahlender als der Sonnenschein der sie umgibt. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, die Konkurrenz.

 

Und ja, wenn du das hier liest. Es geht um dich. Genau um dich. Mein Grinsen will dir nicht aus dem Kopf? Andere Dinge beschäftigen dich, sodass deine Gedanken abschweifen? Aber ich bin doch Kettenraucher und will immer recht haben. Und eigentlich bin ich doch eine dumme Kuh. Und wenn du ganz ehrlich bist, dann ist es nur, dass du meinst eine Chance verpasst zu haben. Oder die Abrufbereitschaft meines Körpers nicht mehr für dich in Anspruch nehmen zu können. Seien wir ehrlich zueinander. Dies ist nicht unfair gemeint, soll nicht wertend sein, doch seihen wir eine kurze Sekunde erwachsen und nicht gesteuert von Trieben, die die Hirnleistung verdunkeln. Dann wirst du einsehen, dass ich Recht habe. So wie ich es doch immer versuche seit wir uns kennen.

 

Aber hey, du hast meine Nummer. Du kannst immer noch durchrufen. Also pack dein Testosteron mal ein paar Minuten zur Seite und lass uns wieder das sein was wir mal waren. Ohne die Sache mit dem Fummeln. Bin ich dir das wert?

 


Sexsupport

Es gibt sie. Diese Männer. Diese seltsamen Männer deren Weltbild schon so sehr von Pornofilmen manipuliert wurde, sodass sie meinen hinter jedem „ich habe etwas im Auge“-Zwinkern stecke eine Einladung zum spontanen Toilettenfick.

 

Sie gehen zum Masseur und erhoffen sich, dass der Masseurin zufällig der Kittel von den großen Brüsten platzt um sie mit einem Happy Ending nach Hause zu schicken. Jeder längere Blick auf ihren offenen Hosenschlitz in der S-Bahn ist eine eindeutige Einladung der holden Weiblichkeit es hemmungslos mit ihm und dem Schrumpelpenis zu treiben.

 

Und manchmal, so scheint es mir zumindest, darf ich mich an meinem Arbeitsplatz mit dieser Variante von Mann herumschlagen.

 

Für alle die keinen blassen Dunst von gar nichts haben, eine kurze Info. Ich arbeite im Support eines Softwareunternehmens. Das Unternehmen, für das ich mich in mein Freundlichkeitskleidchen schwinge, ist sehr stolz darauf, einen so gut besetzten Support zu haben, für den die Kunden in regelmäßigen Abständen Geld abdrücken um überhaupt anrufen zu dürfen.

 

Ich muss nett sein, in meinem Job. Wer mich kennt wird wissen, dass mir das in vielen, vielen Fällen, also eigentlich immer, besonders wenn es sich um Fremde handelt, sehr schwer fällt. Eigentlich kann ich es überhaupt nicht. Man merkt schon, dass diese Wahl des Jobs wohlüberlegt und passend ausgesucht wurde.

 

Und jeden Tag rufen die unterschiedlichsten Varianten von menschlicher Abgründigkeit an. Da sind die selbsternannten Sys-Admins die meinen, nur weil sie ihren Account „Administrator“ nennen, haben sie eine Ahnung von der Materie die sich Computer nennt. Besonders liebreizend sind diese jungen Dinger mit der Piepsestimme denen man am liebsten die Stimmbänder durchbeißen möchte wenn sie nur ein einziges weiteres Mal in das Telefon säuseln, dass sie ja erst ein paar Tage mit der Anwendung arbeiten. Kicher, kicher, kicher! Oder die Omis die jahrelang auf der Schreibmaschine ihre Rechnungen tippten und nun vor einen PC gesetzt wurden weil der Chef das so wollte und schon einen Heulkrampf bekommen, wenn man zu ihnen sagt, dass doch bitte mal auf den Arbeitsplatz klicken sollen.

 

Doch gruselig wird es erst wenn sie anrufen diese Männer, die zwar nicht mehr mein Vater sein könnten, die aber schon ein Alter erreicht haben, bei dem man sich überlegt ob man ihnen einen Platz in der Bahn anbieten möchte. Die Variante Midlifecrises für Fortgeschrittene.

 

Man wird gefragt ob man denn schon verheiratet sei, es wird betont wie schön es doch sei, dass man mit so einer netten Person wie mir telefonieren dürfte. Es wird einem angeboten, dass man doch gerne mal Emailadressen austauschen könnte oder man wird durch das Telefon an die dicken Altmännerbäuche gedrückt weil man diesem Menschen gesagt hat, wie er die Anwendung überhaupt öffnet.

 

Ich für meinen Teil verstehe die Männer nicht. Ich habe die Theorie, die verwechseln da gerne mal was, wenn sie den Telefonhörer in der Hand halten. Die einzigen Informationen, die bei ihnen ankommen, sind die, dass sie Geld dafür bezahlen um bei mir anrufen zu dürfen und dass ich nett bin. Und schon haben wir den 0190er-Gedanken ihn diesen Männerköpfen. So hat es den Anschein. Und plötzlich wird aus einem einfachen Supportfall eine Baggersituation allererster Güte.

 

Bisherige Highlightbaggerei war der alte Herr im heutigen Supportzirkus mit folgender Aussage:

 

„Nicht Sie sind zu jung für mich, ich bin zu alt für Sie!“

 

Spricht für sich.

 


Hilfe, ich bin ein Pärchen!

Vor ca. einem Monat war offizieller Hack-Tag. Der Tag an dem ich von einem hasserfüllten Single-Würmchen zu einem hasserfüllten Pärchenteilchen wurde. Und da das ja jetzt schon einen Monat voller Schmachterei gibt nehme ich es mir heraus nun ein absolut subjektives Meinungsbild kundzutun. Heureka!

 

Ich kenne ja diese Single-Nummer sehr gut. Die mitleidigen Blicke, die bohrenden Fragen aber mir war nicht klar, dass man als ansatzweise normal denkender Pärchenteil auch genervt wird. Mit Fragen. Oooooh ja!

 

Grundsätzlich durfte ich bemerken, dass man als Pärchen sowieso ein absoluter Trottel ist. Den Trottelmodus sucht man sich nicht aus. Das machen die Hormone. Theorisiere ich jetzt mal wild vor mich hin.

 

In meinem Fall ist es ganz schlimmschrecklich, weil ich mir bewusst bin, wie abstoßend das doch eigentlich alles ist. Ich stehe auf Rolltreppen knutschenderweise und würde mir parallel am liebsten die Hand abhacken. Und während ich ihm schmachtend dabei zusehe, wie er Toasts in den Toaster befördert, möchte ich mir selbst in mein grenzdebil grinsendes Gesicht treten. Ich fahre also jeden Tag die absolute Schizo-Nummer. Man darf mich jetzt bitte bemitleiden.

 

Aber nicht nur, dass in meinem Kopf Weltkrieg herrscht mit Atombomben und Konfettikanonen, nein, das Umfeld macht einen ganz schlimm fertig, wenn man nicht mehr als Single durch die Welt wackelt.

 

Es sind so diese absolut seltsamen Fragen und Aussagen die mir ein „WTF?“ ins Gesicht tackern.

 

„Hat dir dein Schatzi heute schon geschrieben?“ WER?

„Das kannst du ja jetzt sagen, jetzt wo du einen Freund hast.“ Ähm hallo??? Einen Monat?!?!? Vorherige Trockenperiode mit Masturbationshornhaut wird also ausradiert?

„Und was macht ihr Schönes im Urlaub?“ Mh. Muss ich jetzt den Urlaub abstimmen? Ohje. Ähm… mh.

 

Das Geilste ist aber, man darf sich plötzlich über nichts mehr beschweren. Weil man hat doch jetzt einen Freund. Und scheinbar ist so ein Anti-Single-Status ebenfalls ein die-Welt-ist-plötzlich-rosa-puffrig-ausgepolstert-Status. Bei Krankheit, finanziellem Engpass, beruflicher Unzufriedenheit. Das Standardargument der Außenwelt ist dieses „Aber du bist wenigstens vergeben.“ Ah, ja! BULLSHIT!!! Mein Freund ist weder Wunderheiler, noch hat er eine Gelddruckmaschine und meinen Job macht er auch nicht schöner.

 

Pärchen sein ist also harte Arbeit. Nicht nur, dass ich meine inneren Stimmen immer ablenken muss. (Och ist der süüüüß!!!! Fick dich Fotze, fick dich, boah was du mich nervst!!!!! Kchihihihi!) Nein. Auch noch das Umfeld mutiert vom Mitleidsklumpen zu einem Unverständnisbatzen.

 

So. Jetzt schnell Schatzi noch schreiben, dass man gerade an ihn denken musste und dann kurz eine Runde am Klo vorbeihoppsen um mir die Seele aus dem Leib zu kotzen weil das Wort Schatzi schon mal echt abartig ist.


Büroluftterrorschreibe

Maschinengewehrtastenklackern. Kleine Botschaften im internen Chatdialog. Papierberge mit Klammeraffen. „Können Sie mir die Email ausdrucken, einscannen, kopieren, als pdf, dann wieder an mich senden? Sie sehen so unter… beschäftigt aus.“ Bitches! Kleidungsstil. Das Büro verlangt nach Style. Große Ketten, die klimpernd gegen Tischkanten gedroschen werden. Kurze Röcke, hohe Stiefel. Der Gang Bürostrich. Duftwolken, Handcremes in den Schubladen, damit man den Chef mit der Hornhaut nicht den Schwanz wundwichst.

 

Geschminkte Gesichter. Tausend Lagen. Wegen des Lichts. Die Heizungslufttelefonhörerakne geht um. Die Finger aus dem Gesicht wenn du mit mir redest. Büroalltag = Modelcontest. Stützstrumpfhosen, die den Sitzfleischspeck praller macht. Klackern in den Gängen. Ich, die Kapuzenfrau, deren Teilnahmslosigkeit auf den Teppich tropft.

 

Sie stinken, diese Bürotiger. Nicht nach Arbeit. Nach Mikrowellensuppe, Mittagspausenzigarettenfraß mit Lippenstiftabdrücken auf den weißen Filtern, Angstschweiß, der ihre Pushup-BHs feucht glänzen lässt.

 

Fotos, Kalender, kleine Erinnerungsidiotien die sich auf dem Tisch sammeln. Stapelbearbeitung. Jeder Zettel hat seinen Platz. Je mehr Zettel, desto wichtiger. Ablage, Auflage, Unterlage, Flachleger.

 

Die Abteilungsdiät mit Abteilungswaage, um die Abteilungsschokolade abzuhungern. Darf ich bitte, bitte, bitte rauchen gehen?“ „O“ Kein Punkt und kein „K“, um dem ganzen Sinn zu geben. Die Stunden platt sitzen. Müde werden von… ja von was?

 

Büro ist Krieg. Modekrieg, Papierkrieg, Verbalkrieg, Ich-hau-dir-aufs-Maul-weil-du-einfach-nicht-witzig-bist-Krieg.

 

Hier reden sie ständig über das Essen. Mir wäre Scheiße lieber. Egal ob flüssig, fest, braune oder weiße. Oder Arschficks. Statt „Also gestern abend hatte ich ein Toastie mit Frischkäse und Käse.“, ein „… und als das Gleitgel leer war, rieb ich sie mit Schweinefett ein, um sie zu fisten. Super Alternative zu Margarine. Solltest du auch mal ausprobieren.“

 

Pünktlich den Rechner herunterfahren. Nur nicht länger unter diesen Lampen verweilen, die einem die Augen veröden. Grau wird man in diesem Umfeld. Es fehlen die Zigarren. Denn die Zeit frisst man schon aus den kleinen Müslischüsseln. Man füllt sie mit Produkten auf denen Namen stehen. Meine Milch heißt bn. Deine Milch heißt mo.

 

Blöde Nutte! Aber Geld macht man. Das ist doch die Hauptsache. Auch wenn man manchmal nicht weiß, was man sich darunter vorstellen darf, was man da macht. Aber hauptsache, der Schreibtisch ist am Abend dann sauber aufgeräumt und die Kaffeetasse steht in der Spülmaschine.

 

Ameisendasein im Hamsterrad. Hiphiphure!

 


Fotzenalarm

Hey du, hey du!

(Aufzeichnungen zwischen Telefonterror an der Profiline-Front und Mädchengewäsch der blonden Frau gegenüber.)

Brechende Herzen spielen Gefühlsbulimie. Klumpen in den Händen. Dreck oder Scheiße? Egal. Gefressen muss es werden. Händeringend sucht man den Weg in das Aus. Doch alles was es gibt ist eine Stimme aus dem Off, die einem sagt, dass es mehr als ein Foto braucht, um in der Band zu sein. Immer alles verliehen. Die Schultern tränenschwer. Wundgeweint. Die Ohren vollgestopft mit Phrasen und emotionaler Suizidalität. Die Hände wundgefingert am eigenen Lobpreis. Eigene Erduldung des eigenen Schwachpunkts. Der tiefen Selbsthasstherapie mit dem verdienten „Fuck you“-End.

Dort bin ich Mensch, dort pisse ich mich ein.

Feiertage ein Garant für Krieg. Würgegeräusche. Man denkt, man hätte so viel Substanz zu bieten, doch alles was sich zwischen den trockenen Bröckellippen herauspresst, sind Rülpser die nach Kinderkacke riechen. Eigene Leistung. Ich stinke nach Büropupsluft. Der Atem eine Mischung aus Koffein und Laberflash.

You made my day. Made in China. Maden, die mir an den Beinen hoch kriechen. Eat my sperm-pants.

„Ich will eine Prinzessin sein.“, sagt sie, während sie mit Bedacht ihren Kopf in Ärsche steckt. Doch wie soll sie nun den Speichel lecken der die Gesichter derer bedeckt, die sie geifernd beobachten während sie sich kinderkopfgroße Lollies in den belipglossten Mund schiebt?

Endzeitstimmung. Der Vorhang fällt und erdrückt. Kleine Ratten mit silbernen Schwänzen tanzen für dich in einer Reihe. Jumpstyle gemischt mit Hiphop-Gezappel. Nackte Gesichter mit blassem Charakter. Kapuze darüber und die Klappe des Affen ist tot.

Feierabend! Jetzt eine Line Bahn-Trostlosigkeit und dann heim in den Schoß des absteigenden Asts. Feiere so fest bis du fällst. Blut ohne Gedärme. Die Horror-Peep-Show mit Cumshot-Garantie.


Faketwittersexualitäten

Lieber Twitterer.

Ich mag euch. Ihr seid lustig und traurig und bringt mich zum Schmunzeln, zum Grübeln, zum Kichern. Aber ihr bringt mich auch zum mentalen Kotzen.

Man könnte mir jetzt sagen, dass ich doch alle entfolgen könnte, die nicht dem entsprechen, was ich lesen möchte. Aber wie es in einer kleinen Freundschaft ist (das ist so in dem DRAUSSEN! Menschen treffen Menschen die sie gerne haben und so. Voll crazy und setzt sich sicher nie durch. Heil Internet, heil Social Media.), ist es auch da. Es gibt Seiten an einem Menschen, die mag man nicht. Man akzeptiert sie, weil man die Person unterm Strich einfach gut findet. Weil sie einen eben zum Lachen, Weinen und Schmunzeln bringt. Weil sie die Decke ist, in die man sich mummeln kann, wenn einem kalt ist.

Doch manchmal, da mag ich manche Leute nicht. Es sind gute Leute. Sonst wären sie nicht in meiner Timeline. Sie basteln tolle kleine Dinge mit Worten. Gedankenfetzen die ich am liebsten ausdrucken möchte um sie mir an die Wand zu kleben.

Aber eine gewisse Unart macht sich breit. Sie war schon immer da und ich glaube sogar, dass ich auch daran teilgenommen habe. An dieser Auslebung der Unart die ich hier anprangere. Boah, watt meint die Kuh denn jetzt?

Es geht um Sex. Um Twittersex. Um Sex, der nie wirklich stattfindet. Um Sex der zwischen Twitterern stattfindet, die sich oftmals nur per Facebook ein paar Texte geschickt haben in denen sie sich gegenseitig erzählen wie knorke sie sich finden. Vermute ich jetzt einfach. Es kann auch ganz anders sein und ich liege total falsch. Aber auch ich durfte ein bisschen in die Twitterwelt schnuppern. Durfte mir Geschichten anhören von diesen Twitter-Events. Und ich glaube so sehr ist das Ganze nicht bei den Extensions herbeigezerrt.

Ich mag euch wirklich. Sonst hätte ich mich schon lange gelöscht und dies vorher natürlich standesgemäß angekündigt. Weil das so sein muss. Twitterkette und so. Aber muss das sein? Dieses “Ich reibe mich an @blubb während @bla ein Foto davon macht.” oder “Am besten finde ich an @blubbdibla, dass sie mir so feuchte DMs schreibt und sie auch so meint.”. Ich meine diese Sorte von Tweets. Ich kann sie nicht mehr sehen. Ich kann sie nicht leiden. Weil sie sogar bei mir, bei einer Frau, die im Blog von spritzenden Schwänzen schreibt, ein Punkt erreicht ist, der mir ein Ekelaufstoßen produziert.

Ja ich finde Sex gut. Bilder und Worte die mit Sexualität behaftet sind, gucke und lese ich gerne. Weil ich das Thema mag. Weil es so facettenreich ist und meine Phantasie anregt. Doch ihr macht damit was Plattes daraus. Gangbang, Bukkake und dann noch eine Runde Ringelpietz mit Abbeißen. Als wäre es etwas absolut Normales. Als wäre neben die S-Bahn-Mitfahrer und sich selbst scheiße finden, eine kleine Orgie im engsten Followerkreis absolut normal.

Ich klinge vielleicht altbacken. Weil ich mich eigentlich darüber aufrege, dass die Welt zu versext ist. Und wie dumm doch eigentlich gerade von mir so etwas zu hören. Doch auch ich kenne meine Grenzen und ertappe mich doch selbst dabei, Sex zu etwas Banalem verkommen zu lassen, wie das Schmieren eines Butterbrotes.

Ihr dürft weiter eure Online-Nippel aneinander reiben um euch dann gegenseitig mit Online-Sperma einzureiben während ihr euch Online-Knutschflecken an den Innenseiten eurer Schenkel macht. Alles supi und ich bin doch so li[e]beral. Aber ich will euch nur daran erinnern, dass es vielleicht auch anders ginge. Dass man vermeintliche Zuneigung auch anders ausdrücken kann. Und wenn es nur mit einem verschisskackten Emo-Herz ist.

Also Twitterer, hier so <3. Ohne Titten und ohne Muschi. Einfach nur so.


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 66 other followers